AsF-Schleswig-Holstein Landesvorstand

„Dorsch auf den Teller – nicht in den Müll“

Veröffentlicht am 01.06.2012, 13:02 Uhr     Druckversion

Maria Damanaki und Ulrike Rodust SPD-Politikerin kritisiert Vernichtung von Ostseefischen als Reaktion auf fallende Preise

Kiel: Die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust hat die Vernichtung von Ostseedorsch als von der EU subventionierter Preisstützung scharf kritisiert.„Nachdem sich der vormals stark gefährdete Dorschbestand in der Ostsee dank entsprechender Managementpläne erfreulicherweise in den letzten Jahren wieder erholt hat, haben die hohen Fangerträge jetzt einen massiven Preisverfall nach sich gezogen, dem mit diesem höchst zweifelhaften Mittel entgegen getreten wurde,“ so Rodust. Um den Markt zu stützen seien rund 70 Tonnen von dänischen und polnischen Fischern gefangener Dorsch aus dem Markt genommen und vernichtet worden.

„Ich halte diesen Ansatz für grundfalsch und moralisch verwerflich,“ erklärte die fischereipolitische Koordinatorin der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament: „Während wir im Rahmen der Reform der Europäischen Fischereipolitik derzeit nach einer intelligenten Ausgestaltung eines Rückwurfverbots von Beifängen suchen, wird hier essbarer Fisch vernichtet, der gefangen wurde, dann aber keine rentablen Preise erzielen konnte.“ Hier werde das Europäische Parlament mit seinen Vorschlägen zu einer neuen Marktordnung ansetzen, ist sich Rodust sicher.

Die Sozialdemokratin, die als Berichterstatterin beauftragt ist, die im Rahmen der Fischerei-Reform anstehenden Kompromissverhandlungen für das Europäische Parlament zu leiten, hofft außerdem, dass eine grundlegend überarbeitete Fischereipolitik auch wieder dazu führt, dass die europäischen Verbraucher mehr heimischen Fisch nachfragen. „Ich fürchte, viele Konsumenten sind inzwischen zutiefst verunsichert und greifen auch deshalb vermehrt zu übrigens oft unter problematischsten Bedingungen in asiatischen Aquafarmen produzierten Fischarten.“ Das liege sicher auch daran, dass europäische Fischereipolitik in der Vergangenheit viel Vertrauen verspielt habe. „Ein neuer, an der Nachhaltigkeit orientierter Ansatz ist deshalb nicht nur unter ökologischen Gesichtpunkten nötig, sondern wird auch das Image europäischer Fischereiprodukte verbessern“, ist sich Rodust sicher.

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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