AsF Kiel: Buchtipps

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Buchtipps

Letzte Änderung: 13.05.2012



Cordelia Fine:
"Die Geschlechterlüge. Die Macht der Vorurteile über Frau und Mann"

Klett-Cotta, Stuttgart 2012

Die australische Psychologin setzt sich mit den angeblichen (mal angeborenen, mal anerzogenen) Unterschieden der Geschlechter auseinander, die wissenschaftliche Untersuchungen immer mal wieder "aufdecken". (Männer sind analytisch, Frauen intuitiv; Männer können rechnen, Frauen schreiben; Männer denken räumlich, Frauen sozial ... frau kennt das.)

Mit Akribie und Witz wird belegt, dass viele dieser sogenannten Erkenntnisse angesichts der geringen statistischen Abweichungen zwischen den Geschlechtern kaum belegbar sind. Zudem sind diese Zahlen stark von Erwartungen bestimmt, sowohl bei den WissenschaftlerInnen selbst als auch bei den Studienobjekten. Wenn eine Frau vor einem Test gesagt bekommt, dass Frauen im räumlichen Denken  schlechter sind als Männer, ist sie in der Regel schlechter; wird ihr dies nicht gesagt, lassen sich kaum Unterschiede ermitteln.

Dass Menschen über unterschiedliche Anlagen und Fähigkeiten verfügen, bestreitet Fine nicht. Sie bezweifelt nur, dass diese sich sauber nach Geschlechtern sortieren lassen. Und sie wehrt sich dagegen, dass diese zweifelhafte Sortierung auch heute noch dazu benutzt wird, Männern und Frauen verschiedene Lebenssphären zuzuweisen.
 



Ein Buch, das frau offenbar nicht gelesen haben muss, das aber hohe Wellen geschlagen hat:

Kristina Schröder, Caroline Waldeck:
"Danke, emanzipiert sind wir selber!" Abschied vom Diktat der Rollenbilder

Piper Verlag, München 2012. Preis 14,99 € zuviel

Das "Diktat", das sie ablehnt, besteht für unsere gegenwärtige Frauen- und Familienministerin offenbar darin, dass Frauen zu eigener Erwerbsarbeit und damit zu finanzieller Unabhängigkeit ermutigt werden, auch und gerade dann, wenn sie Kinder haben. Frau Schröder setzt sich statt dessen ein für "Wahlfreiheit" zwischen der Erwerbstätigkeit von Müttern und dem Hausfrauendasein, bis die Kleinen so weit sind. Dazu passt die offizielle Unterstützung der - von ihr nicht so genannten - "Herdprämie".

Es scheint noch nicht bis zur Ministerin durchgedrungen zu sein, dass

  • die Institution Ehe heute keine Versorgung fürs Leben mehr garantiert,
  • berufliche Qualifikationen um so schneller veralten, je besser sie waren - da zählt jeder Monat,
  • Kinder in Entwicklung und Sozialverhalten davon profitieren, unter ihresgleichen zu sein, statt möglicherweise von einer unterforderten Mutter überbehütet zu werden,
  • der in Deutschland verbreitete Mangel an bedarfsgerechten Kinderbetreuungseinrichtungen und die oft (auch bei Teilzeit) als selbstverständlich vorausgesetzten Arbeitszeiten eine wirkliche Wahlfreiheit für Frauen illusorisch machen,
  • Altersarmut heute (noch) vorwiegend ein Frauenproblem ist.

Fern von jeder Wahlfreiheit stellt dieses Konzept einen Rückfall in verstaubteste Rollenklischees dar.

Danke, Frau Ministerin - emanzipiert ist etwas anderes!
 

 
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