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Stand: September 2008

Nachruf:

Zum Tode von Wilhelm Marschner

Am 31. August 2008 verstarb im Alter von 81 Jahren der frühere, langjährige Landtagsabgeordnete des Kieler Ostufers Wilhelm Marschner.


Wilhelm Marschner Unser Genosse Wilhelm gewann erstmals 1975 bei der Landtagswahl für den Wahlkreis Kiel-Ost sein Mandat. 13 Jahre vertrat er mit großem Engagement die Interessen der Bewohner des Kieler Ostufers. Bei jeder Landtagswahl erreichte er in seinem Wahlkreis die höchsten Stimmergebnisse für die SPD in Schleswig-Holstein. 1988 kam er im Zusammenhang mit der Neuwahl nach der "Barschel-Affäre" auf sensationelle 72,2 % der Wählerstimmen (in Dietrichsdorf sogar auf 76,8% !) Zur Wahl 1992 trat er nicht mehr an und Heide Simonis löste ihn ab.

Bereits vor seiner Zeit als Abgeordneter setzte er sich besonders für die benachteiligten Ostufer-Schüler als Rektor der Gaardener Fröbel-Schule ein. In dieser Zeit war er auch Mitglied der Ratsversammlung und ehrenamtlicher Sportdezernent.


Wilhelm zeigte immer großen Einsatz für die Interessen der "kleinen Leute", er kannte sich aus auf dem Ostufer. Manche meinten, er kenne sogar "jede Mülltonne" in seinem Wahlkreis. Er war stets "vor Ort", hörte zu, kümmerte sich um alles Mögliche. Seine Bürgersprechstunden im "Haus der Begegnung" oder im Siedlerheim Oppendorf wurden rege in Anspruch genommen. Jahrelang hielt er mit den örtlichen Kommunalvertretern auch politische Frühschoppen u.a. bei Alfred Mielke im früheren "Poggendörper" in der Hermannstraße ab. Sofern jemand mit einem Problem zu ihm kam, und davon galt es über die Jahre etliche zu lösen, ruhte er nicht, bis dieses zur Zufriedenheit gelöst war. Auf politischen Veranstaltungen im Stadtteil zeigte er als Vorsitzender des Finanzausschusses stets eine große Kompetenz. Als eine seiner herausragenden Taten sei der Einsatz für die Erweiterung der Siedlung Oppendorf (Ostanger, Kiebitzbek) genannt. Als nichts mehr weiterging bei der Finanzierung und Bauausführung trat Wilhelm in Aktion. Das Ergebnis ist heutzutage immer noch sichtbar.


Wilhelm Marschner war ein echter "Volksvertreter" im wahrsten Sinne des Wortes. So wie er sollten alle gewählten Vertreter sein. Vielleicht gäbe es dann weniger Politikverdrossenheit. Er hat sich um die Bevölkerung des Kieler Ostufers verdient gemacht.


Der SPD Ortsverein Neumühlen-Dietrichsdorf wird ihn in guter Erinnerung behalten. - Tschüß Wilhelm!



Sönke Petersen