3. Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche

Frühe Förderung ist ein zentraler Bestandteil guter Bildung. Deshalb treten wir für ein möglichst ganztägiges Angebot an Krippen-, Tagespflege- und Kita-Plätzen ein. Je jünger die Kinder desto wichtiger ist die Bindung an Eltern und pädagogisches Personal. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass das Prinzip „Bildung durch Bindung“ umgesetzt wird. Wir werden nicht nur in Räume investieren, sondern ebenso in Personal, Ausstattung und in Elternarbeit. Kinder, die zu Hause nicht deutsch sprechen, benötigen einen Ort an dem sie die deutsche Sprache spielerisch erlernen können.

Wir setzen darauf, dass alle Kinder die gleichen Chancen erhalten. Die Bedeutung von Kitas als Einrichtungen der frühkindlichen Bildung ist nicht hoch genug anzusetzen. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass jedes Kind in Kiel von Anfang an einen Platz in der Kita erhält und zwar möglichst wohnortnah. Das bedeutet, dass wir genau schauen, wo Kitas errichtet oder ausgebaut werden müssen. Dabei ist es wichtig, auf eine bedarfsgerechte Ausstattung zu achten, damit alle Kinder in der Kita ihren Bedürfnissen entsprechend betreut und gefördert werden können. Im Sinne einer individuellen pädagogischen Förderung der Kinder ist darüber hinaus eine weitere Verbesserung des Personalschlüssels anzustreben.

Die Kita-Bedarfsplanung als Grundstein für den erfolgreichen Ausbau der Kita-Plätze in den letzten Jahren bedarf einer fortlaufenden Evaluation. Dabei muss die Rolle von Investoren überprüft werden. Private Investitionen sind wichtig, dürfen aber nicht fachliche und politische Entscheidungen vorwegnehmen.

Die Qualität der Essensversorgung in Kitas werden wir regelmäßig evaluieren und gegebenenfalls verbessern. Bioessen ist hierbei ein wichtiger Baustein. Dennoch ist auf eine ausgewogene Balance zwischen regionalen Produkten und Bio zu achten.

Eltern haben eine große Verantwortung für ihre Kinder. Die Entlastung von Betreuungs- und Bildungskosten ist uns wichtig. Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Kita-Besuch und die außerschulische Betreuung kostenfrei werden. Dies kann Kiel nur gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein schaffen. Auf dem Weg dorthin sichern wir eine faire Sozialstaffel. Bei den Gebühren für Kinderbetreuung stellen Sozialermäßigungen (Sozialstaffel) ein wichtiges Instrument dar, damit sich jeder und jede Kinderbetreuung leisten kann. Deswegen wollen wir die Sozialermäßigung auf mehr Familien ausweiten. Kriterien und Berechnungsgrundlagen müssen allen klar sein.

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Die Übergänge in die Elementargruppen und in die Grundschule folgen den pädagogischen Erfordernissen, die sich aus der unterschiedlich schnellen Entwicklung des Kindes ergeben. Die bisherigen Regelungen, die von der Kieler SPD durchgesetzt wurden, bilden dabei die Basis für eine Evaluierung, die sich aus der täglichen Praxis ergeben.

Die Familienzentren werden wir in ihrem Angebot stärken Dies betrifft sowohl vorhandene Familienzentren, die ihr Angebot ausweiten sollen, als auch neu zu schaffende Familienzentren. Dabei ist der konkrete Bedarf zu beachten. Grundsätzlich werden wir alle Mittel des Landes für die Verbesserung von Qualität in Kita und Schulkindbetreuung zu 100 % einsetzen.

Alle Sozialpädagogischen Assistent*innen, die in Kieler Kitas arbeiten, sind nach TVöD EG 4 zu entlohnen. Dies entspricht der wertvollen Arbeit dieser Menschen und hilft, Fachkräfte zu gewinnen.

In die Sanierung von Schulen und Kitas werden wir in den nächsten 5 Jahren 100 Mio.€ investieren.

Wir wollen ein Schulbauprogramm 2.0 entwickeln, damit unsere Schulen besser planen können, und sie in die pädagogische Ausgestaltung der Räumlichkeiten einbeziehen.

Schule ist der Ort, an dem Wissen vermittelt wird und an dem mit Freude gelernt werden soll. Hierzu gehören auch zeitgemäße Klassen- und Fachräume sowie qualitativ hochwertiges Unterrichtmaterial und moderne Internetzugänge. Hier werden wir künftig noch stärker investieren. Wir streben eine bedarfsorientierte Personalausstattung unserer Bildungseinrichtungen an, die sich an den Sozialraumdaten des Stadtteils orientiert, damit die Stadtteile, die einen großen Teil der Integrationsleistung unserer Gesellschaft übernehmen, nicht strukturell benachteiligt werden.

Die Schule entwickelt sich zum Lern- und Lebensort. Kinder und Jugendliche halten sich länger in der Schule auf. Deswegen wollen wir weiterhin große Anstrengungen unternehmen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Gutes und bezahlbares Essen in den Mensen, eine anregende Atmosphäre im Freizeitbereich, Verbindungen und Vernetzungen zu Sportvereinen, Rückzugmöglichkeiten, aber auch gute sanitäre Einrichtungen sind Mindeststandards, die in allen Schulen hergestellt werden müssen.

Wir treten dafür ein, gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung weiter voranzubringen. Wir setzen uns dafür ein, dass in den Kieler Schulen Raum und Zeit ist, auf alle Bedürfnisse einzugehen. Daher wollen wir, dass Schulen enger mit Sportvereinen, Musikschulen, Freiwilligen Feuerwehren sowie weiteren möglichen Kooperationspartner*innen bei der Organisation des Ganztagsprogramm kooperieren und die multiprofessionellen Teams sowie die Kooperationspartner*innen gemeinsam mit den Lehrkräften ausreichend Raum haben, sich auszutauschen. Wir wissen aber auch, dass insbesondere Kinder mit Behinderung auch einen Rückzugsort brauchen, um nicht überfordert zu werden. Inklusive Bildung muss sensibel umgesetzt werden, damit sie gelingen kann. Wir werden dafür arbeiten, sowohl den gemeinsamen Unterricht als auch die Förderzentren weiter zu entwickeln.

Wir treten auch für ein gemeinsames Lernen von einheimischen und zugewanderten Kindern ein. Unser Ziel: eine gleichmäßige Verteilung von zugewanderten Kindern auf die Stadtteile. Dazu müssen positive Anreize gesetzt werden.

Sozialpädagog*innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erziehung der Schüler*innen und einem guten Miteinander an unseren Schulen. Wir werden die Schulsozialarbeit daher auch weiterhin ausbauen.

Schule hat die Aufgabe, Schüler*innen auf die weitere Lern- sowie Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Lernen sowie Lebens- und Arbeitswelt werden immer digitaler. Die Kompetenz, Medien so gut wie möglich verwenden und mit ihren Chancen und Risiken umgehen zu können, werden immer wichtiger. Um entsprechende Kompetenzen an die Schüler*innen vermitteln zu können, benötigen wir passend ausgestattete Schulen. Hierfür setzen wir uns ein.

Auf dem Weg zu einer Berufsausbildung oder einem Studium wollen wir niemanden zurücklassen. Daher werden wir die Information über mögliche Laufbahnen stärken, indem wir die Einbindung des Übergangsmanagements der Stadt Kiel in die Laufbahnberatung der weiterführenden Schulen intensivieren. Hierbei soll eine für die Schüler*innen möglichst passgenaue Beratung erfolgen, die sowohl denkbare Ausbildungen als auch Studienfächer umfasst.

Jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Recht darauf, auf ein freies, selbstbestimmtes Leben vorbereitet zu werden. Hierfür ist Demokratiebildung und Mitbestimmung unerlässlich, denn sie stärken das kritische Denken eines Menschen. Dazu wird ein Fond für Projekte zur Stärkung der politischen Bildung in Grundschulen und weiterführenden Schulen aufgelegt. Wir wünschen uns gesellschaftliche Themen im Unterricht von Kieler Grundschulen und werden dies mit den Kieler Grundschulen beraten.

Kieler Kinder und Jugendliche erhalten nicht wie in den Landkreisen den Vorzug einer vom Land mitfinanzierten Schülerfahrkarte. Die Schulwege sind aber auch in Kiel teilweise weit. Daher fordern wir vom Land eine Beteiligung an den Schülerbeförderungskosten und wollen die bisherigen Ermäßigungen beim Schülerticket verbessern.

Bildung findet nicht nur in Kitas und Schulen statt. Kinder und Jugendlich gestalten ihre eigenen Orte, an denen Bildung stattfindet. Wir werden die städtischen Jugend- und Mädchentreffs erhalten und ausbauen und uns dafür einsetzen, dass Institutionen wie Theater, Museen, Sportvereine und soziale Institutionen aber auch Unternehmen und Betriebe Gelegenheiten schaffen, bei denen sich Kinder und Jugendliche ausprobieren und außerschulische Lernorte finden können. Deswegen setzen wir uns für ein Kulturticket für Schüler*innen, Studierende und Auszubildende ein, welches es ermöglicht, mehrmals im Jahr kostenfrei in die Spielstätten zu kommen.

Die Arbeit der Jugendverbände werden wir weiter auf hohem Niveau fördern. Kiel soll eine Bildungsregion werden, in der alle gesellschaftlichen Akteure Mitverantwortung für die beste Bildung unserer Kinder übernehmen. Es gibt noch zu viele Kinder, denen es nicht möglich ist, in den Ferien Urlaub zu machen. Hierfür wollen wir die Durchführung von Strandfahrten durch Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) stärker fördern. Das Jugenddorf Falckenstein lebt soziale und präventive Jugendarbeit wie kaum ein anderer Ort in Kiel. Daher werden wir die sanierungsbedürftigen Gebäude mit Mitteln der Landeshauptstadt Kiel sanieren. Drittmittel sollen eingeworben werden, stellen aber keine Voraussetzung für die Sanierung dar.

Wir brauchen in Kiel weiterhin hervorragende Lehre und exzellente Forschung. Wir werden die Vernetzung zwischen den Hochschulen und der Stadtgesellschaft weiter verbessern und entsprechende Initiativen mit den Hochschulen entwerfen. Wir wollen hiermit ein deutliches Zeichen für die konsequente Sicherung und die zukünftige Entwicklung unserer Hochschullandschaft setzen.

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