„Antibiotikaeinsatz aufs Nötigste begrenzen“

Veröffentlicht am 12.04.2011, 11:20 Uhr     Druckversion

Agrarausschuss des Europäischen Parlaments stimmt Entschließungsantrag zu Antibiotikaresistenz ab

Um einer weiteren Zunahme von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, fordert der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments einen verant­wortlicheren Einsatz von antimikrobiellen Mitteln in der Nutztierhaltung. In einem am Dienstag angenommenen Entschließungsantrag sprechen sich die Agrarpolitiker im Parlament dafür aus, den Einsatz von Antibiotika, wo es möglich ist, zu vermeiden.

Die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust hofft, dass Europa hier künftig entschlossener auftritt: „Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass allein in der Europäischen Union 25.000 Menschen jährlich an Infektionen durch resistente Keime sterben. Wenn einer der Gründe hierfür der leichtfertige Umgang mit antimikrobiellen Substanzen bei der Tierhaltung ist, müssen wir diesem dringend Einhalt gebieten.“ Die Agrarexpertin der deutschen Sozialdemokraten im Europäischen Parlament fordert deshalb: „Wir müssen unbedingt sicherstellen, dass Antibiotika nicht routinemäßig oder vorbeugend eingesetzt werden.“

Der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer ist in der Europäischen Union bereits seit 2006 verboten. Mit dem jetzt vorgelegten Entschließungs­antrag verlangt der Agrarausschuss von den Mitgliedsstaaten, die Einhaltung dieses Verbotes auch wirklich durchzusetzen und, sofern noch nicht geschehen, dem ESVAC-Netzwerk zur Überwachung des Verbrauchs antimikrobieller Mittel in der Veterinärmedizin beizutreten.

Der Ausschuss fordert in dem Antrag die EU-Kommission auf, einen mehrjährigen Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenz in die nächste EU-Tierschutzstrategie 2011-2015 aufzunehmen. Zudem sprechen sich die Mitglieder des Ausschusses für verstärkte Forschung zu neuen anti­mikrobiellen Mitteln aus. „Ebenso wichtig erscheint mir aber, dass wir uns zusätzlich mit anderen Alternativen zur Vermeidung von Infektions­krankheiten bei Tieren auseinandersetzen und Tierhaltungssysteme entwickeln, deren Bedarf an Antibiotika von sich aus geringer ist“, so Ulrike Rodust abschließend.

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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