Wohnsituation für Studierende verbessern!

Veröffentlicht am 19.07.2011, 12:57 Uhr     Druckversion

Zu dem befürchteten Wohnungsmangel für Studierende in Kiel im kommenden Wintersemester:
„Die Kieler SPD stellt sich einer für die Stadt wichtigen Herausforderung. Das von Union und FDP beschlossene Ende der Wehrpflicht und die gleichzeitigen Abiturjahrgänge (G8/G9) haben zu dem für die Kieler SPD nicht überraschenden Anwachsen der Studienbewerberzahlen an den Kieler Hochschulen geführt. Das hat sozialpolitische Folgen: Die Wohnsituation für Studierende muss verbessert werden.
Ein wichtiges Ziel der Wohnungspolitik der Kieler SPD ist es, preisgünstigen Wohnraum für Studierende in der Stadt zu organisieren, besonders in der Nähe der Universität und der Fachhochschule. So wird es bereits im einstimmig von der Ratsversammlung beschlossenen Kieler Wohnungsmarktkonzept festgelegt.

Was wir wollen:
- Preisgünstigen Wohnraum für Studierende verwirklicht man durch den Bau weiterer Studentenwohnheime. Bauherr wäre nicht die Stadt, sondern das Studentenwerk Schleswig-Holstein - aber die Stadt könnte auf ihrem Gebiet für eine entsprechende Bauleitplanung sorgen, z.B. in der Innenstadt. Junge Menschen, die in solchen Häusern wohnen, würden dann gleichzeitig ein Quartier beleben, in dem nach Geschäftsschluss zu oft "die Bürgersteige hochgeklappt werden". Die Kieler SPD ermuntert dazu, in dieser Richtung Gespräche aufzunehmen und sowohl für Studierende als auch für die Innenstadt eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Wir fordern die Landesregierung auf, das Studentenwerk Schleswig-Holstein finanziell entsprechend auszustatten, dass es zusätzlichen Wohnraum schaffen kann.

- Eine weitere Verbesserung der Wohnsituation lässt sich durch das Projekt "Wohnen für Hilfe - Wohnpartnerschaften zwischen den Generationen" erreichen. In diesem Projekt stellen Senioren, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderung, die einen eigenen Haushalt führen und sich Gesellschaft, Unterstützung und Sicherheit durch eine Studierende oder einen Studierenden wünschen, eine Wohnung zur Verfügung. Im Gegenzug unterstützt dann die/der Studierende den Wohnraumanbieter bei der Verrichtung alltäglicher Dinge (z.B. Hilfen im Haushalt, Gartenarbeit, Einkaufen, Tierpflege, Spaziergänge, Gesellschaft leisten, Kinderbetreuung etc.). Medizinische Pflegeleistungen jeglicher Art sind jedoch von den Unterstützungsleistungen ausgeschlossen. Zwischen den Wohnpartnern wird – nach einer Phase des Probewohnens – ein Vertrag (Wohnraumüberlassungsvertrag) geschlossen, in dem die jeweiligen Unterstützungsleistungen vereinbart werden. Das Probewohnen kann bis zu zwei Wochen dauern und dient der Sicherheit, dass beide die richtige Entscheidung bezüglich des Wohnpartners getroffen zu haben. Vor allem Art und Umfang der Unterstützung sowie die Höhe der Nebenkosten finden in dem Vertrag Berücksichtigung. Beide Seiten profitieren innerhalb der Wohnpartnerschaft durch ein Geben und Nehmen. Das Prinzip „Wohnen für Hilfe“ ist einfach. Die Faustregel lautet: Pro Quadratmeter überlassenen Wohnraum leisten die Studierenden eine Stunde Hilfe im Monat; die Nebenkosten, wie Strom, Heizung und Wasser, tragen die Studierenden. Die individuelle Vereinbarung regelt dies im Detail.

Mit dem Projekt "Wohnen für Hilfe - Wohnpartnerschaften zwischen den Generationen" werden einfach und unkompliziert Menschen zusammengeführt, die sich sonst nicht begegnet wären. Auf der Vermieterseite
• Ältere Menschen, die den früher genutzten Wohnraum oftmals infolge von Auszug der Kinder, Tod des Partners etc. nicht mehr vollständig nutzen, die aber gerne in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchten und kleine Hilfen im Alltag wünschen.
• Familien und Alleinerziehende, die bei der Betreuung der Kinder oder im Haushalt Unterstützung benötigen.
• Menschen mit Behinderung, die selbständig und eigenverantwortlich in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wohnen bleiben möchten, jedoch Hilfen im Alltag gut gebrauchen können.
• Menschen, die neugierig auf den Kontakt zu jungen Menschen sind und in Gesellschaft sein möchten
und auf der Seite der wohnungssuchenden Studierenden junge Menschen, die gerne anderen Menschen zur Hand gehen und daran interessiert, mit anderen zusammenzuleben. Das ist nicht etwas für jeden, aber doch für viele. Mit der aktiven Förderung des Zusammenlebens von Älteren und Jüngeren kann die Stadt zum einen auf die schwierige Wohnsituation für Studierende reagieren, zum anderen kann sie die Lebensqualität für eine Vielzahl von älteren Menschen und Alleinlebenden verbessern, die Hilfe im Alltag benötigen und sich über die Gesellschaft junger Menschen freuen. Durch eine Kooperation der Landeshauptstadt Kiel mit den Hochschulen sowie dem Studentenwerk und eine kontinuierliche und solide Vermittlungsarbeit kann ein wichtiges Zeichen der sozialen Verantwortlichkeit und Nachhaltigkeit gesetzt werden. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ wird bereits in vielen deutschen Universitätsstädten, z.B. Aachen, Düsseldorf, Freiburg u.a., umgesetzt.

Die Kieler SPD fordert die Landesregierung auf, die Hochschulen bei der Herstellung guter Lehr- und Lernbedingungen finanziell zu unterstützen. Das Angebot des Kieler Oberbürgermeisters Torsten Albig (SPD), mit Vorlesungen und Seminaren auch in das Rathaus auszuweichen, wird von uns unterstützt - darf aber nicht der Normalfall der schleswig-holsteinischen Studienbedingungen werden", so der Kieler SPD-Kreisvorsitzende Rolf Fischer und der stellv. Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Ratsherr Falk Stadelmann.

Homepage: SPD-Kiel


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