Blücherplatz weiter entwickeln

Veröffentlicht am 03.11.2011, 20:02 Uhr     Druckversion

Blücherplatz Der SPD-Ortsverein Kieler Mitte bestätigt seine Beschlusslage vom 8. November 2010, die Entwicklung des Blücherplatz als multifunktionalen Platz voranzutreiben. Dazu gehört unter anderem der angestrebte Neubau eines Cafés in Spielplatznähe und die tagesoder jahreszeitlich wechselnde Nutzung als Spiel- und Bewegungsfläche, Marktplatz, Festplatz und Parkfläche.
Deswegen müssen bei der Weiterentwicklung des Blücherplatzes diese sehr unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden – gerade weil verschiedene Interessen bei der Nutzung des Platzes konkurrieren und eine einseitige Entwicklung einzelne Gruppen zu stark benachteiligen würde. Der Ortsverein unterstützt jegliche Initiative, den Blücherplatz hinsichtlich der Aufenthaltsqualität, der Lebensqualität der Anwohner_innen und der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten durch die Bürger_innen zu optimieren. Insbesondere dem Verein Blücher e.V. wird für seine Bereitschaft gedankt, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur Verschönerung des Platzes beizutragen,- seine Arbeit soll weiterhin unterstützt und die Zusammenarbeit intensiviert werden.

Wenngleich eine reine Nutzung des Platzes als Freizeit- und Marktfläche sehr attraktiv wäre, spricht sich der Ortsverein gegen eine Tiefgarage unter dem Blücherplatz aus. Die Folgen für die Anwohner_innen im engeren und weiteren Umfeld sowie für den Wochenmarkt sind bestimmend für diese Ablehnung.

Der Ortsverein verfolgt jedoch weiterhin das Ziel, das Parken auf dem Blücherplatz zu reduzieren ohne den Parkdruck im Stadtteil zu erhöhen – zum einen durch den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie alternativer Angebote wie StattAuto. Außerdem sollen von der Stadtverwaltung, den Marktbeschicker_innen und
vom Verein Blücher e.V. Ideen für eine bessere Gestaltung und Nutzung des Blücherplatzes gesammelt und daraus entwickelte Vorschläge in einem Moderationsverfahren öffentlich vorgestellt und diskutiert werden.

Begründung
Bei der Bewertung von Maßnahmen im Stadtteil strebt der SPD-Ortsverein grundsätzlich eine Verbesserung für alle Menschen an, die im Stadtteil wohnen oder arbeiten. Die sehr diverse Zusammensetzung der Bevölkerung im Stadtteil
wird dabei als großer Vorteil gesehen und soll bewahrt werden. Besondere Beachtung verdienen daher die möglicherweise negativen Folgen einer politischen Entscheidung für einzelne Betroffene, für die der Stadtteil dadurch deutlich an Attraktivität verlieren könnte.

Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Blücherplatz kommt in diesem Sinne allen zugute und steigert die Lebensqualität der Anwohner_innen. Die vorgeschlagene Tiefgarage bringt jedoch neben diesen positiven Effekten auch
Probleme mit sich, die einzelne Bevölkerungsgruppen besonders stark treffen:

  • Mit der Verlagerung der kostenfreien Parkplätze vom Blücherplatz unter diesen werden die Parkplätze kostenpflichtig, um den Bau und Betrieb der Tiefgarage zu finanzieren. Die Verknappung des öffentlichen, kostenfreien Parkraums betrifft besonders die Gruppen, die sich aufgrund ihres Einkommens keinen Garagenstellplatz leisten können: Senior_innen, Familien, Arbeitnehmer_innen mittleren Einkommens und Studierende. Da diese Menschen aus vielerlei guten Gründen nicht auf ein eigenes Auto verzichten können, würde sich ihr Anteil im Stadtteil wohl verringern.

  • Eine Tiefgarage verringert die Zugänglichkeit und die empfundene Sicherheit des Parkplatzes: Erstens kann für Menschen mit Behinderung mit einer Tiefgarage kaum die gleiche Barrierefreiheit gewährleistet werden wie bisher. Zweitens werden mit einer Tiefgarage Angsträume geschaffen, die besonders Frauen und Senior_innen von einer Nutzung der Tiefgarage abhalten können.

  • Von der mehrjährigen Bauphase wäre der Wochenmarkt auf dem Blücherplatz besonders betroffen. Da die Marktbeschicker_innen schon jetzt eine Abnahme der Kundschaft bemerken, wäre ein Überleben des Marktes während der Bauphase nicht sicher.

  • Im Übrigen wird der Blücherplatz derzeit als Parkmöglichkeit für Gäste des Schauspielhauses ausgewiesen, ähnliches gilt für das Metro-Kino. Wenn diese Parkplätze nicht mehr angeboten würden, würde sich dies negativ
    auf die Attraktivität des Schauspielhauses und des Kinos auswirken.


Bei der Sammlung von Vorschlägen, wie der Blücherplatz optimiert werden kann, kann auf die Arbeit des Blücher e.V. und der beiden Workshops von der Stadt bzw. dem Ortsverein zurückgegriffen werden. Unter anderem könnte geprüft
werden, ob ein Teil der asphaltierten Fläche dauerhaft abgesperrt wird, um sie für Freizeitaktivitäten von Jugendlichen und Erwachsenen zu nutzen. Ebenso könnte eine Bewirtschaftung der Parkfläche tagsüber oder die Einrichtung von Parkplätzen nur für Anwohner_innen erwogen werden.



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