SPD-Ratsfraktion Kiel: Rede zur Debatte um Katzheide

Rede zur Debatte um Katzheide

SPD-Ratsfraktion Kiel
Ratsversammlung am 22. Januar 2015

Rede des baupolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion, André Wilkens, zu TOP 11 „Weiterbetrieb des Bades Katzheide bis zur Eröffnung des Zentralbades“

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Präsident,

lieber Kolleginnen und Kollegen,

meine Damen und Herren,

das Freibad Katzheide ist jetzt ca. 60 Jahre alt. Im Jahre 1995 wurde das Bad zuletzt saniert. Allerdings gab es bei dieser Sanierung auch Baumängel.

Das Freibad hat stetige zurückgehende Besucherzahlen. Die stark genutzte Zeit sind bei einer Saison von ca. 4,5 Monaten lediglich die Sommerferien und das auch nur bei sehr gutem Wetter. Die Mobilität der Menschen hat stark zugenommen, die Wege zu großen Spaßbädern und zu weiter entfernten Stränden werden heute schneller überwunden als früher. Freibäder sind ökologisch fast nicht mehr zu betreiben. Ein Blick zum Freibad Raisdorf zeigt dieses. Das Schulschwimmen findet parallel fast ausschließlich nur noch in der Gaardener Schwimmhalle statt.

Der jährliche Zuschussbedarf seitens der Stadt für das Freibad beträgt ca. 350.000-400.000 Euro. Des Weiteren verfügt das Freibad Katzheide über eine völlig veraltete und absolut marode Technik wie die Chlorgasanlage, Regelungen, Filteranlagen, Beckenfolie, Drainagen und vieles mehr. Nach einer vorsichtigen Schätzung belaufen sich die Kosten der Instandsetzung auf ca. 750.000 Euro. Das, meine Damen und Herren, sind die nackten, traurigen und schonungslosen Fakten über das Freibad Katzheide.

Ich glaube sagen zu dürfen, dass sich niemand in diesem Hause im Januar 2015 eine solche Bilanz gewünscht hat. Wir hatten alle die große Hoffnung, dass die Technik bis zur Eröffnung des neuen und hochmodernen Kieler Schwimm-und Freizeitbades in Gaarden an der Hörn durchhält. Die Realität ist aber eine andere. Dass niemand die Tatsachen leichten Herzens anerkennt, zeigt der erneute Einsatz von Stadtrat Stöcken, einen Weg zu suchen, mit einfachen und günstigen Mitteln das Freibad Katzheide bis zur Eröffnung des neuen Schwimm-und Freizeitbad am Leben zu erhalten. Dazu gehört natürlich aber auch, dass alle Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen. Was es unter gar keinen Umständen geben darf, ist, dass die Kieler Feuerwehr einen Großeinsatz im Freibad hat wegen eines Unfalls mit der maroden Technik. Das macht das alles nicht einfacher. Es geht aber nicht darum, das Freizeitareal Katzheide zu schließen, sondern es zeitgemäß mit einer großer Öffentlichkeitsbeteiligung und einem Begleitgremium weiterzuentwickeln. Und dabei brauchen wir den gesamten Ideenreichtum der Gaardenerinnen und Gaardener sowie aller Kielerinnen und Kieler.

Diese Öffentlichkeitsbeteiligung wünschen wir uns völlig ergebnisoffen. Wenn am Ende ein naturbelassener Schwimmteich wie im Antrag von Frau Musculus-Stahnke dabei raus kommt, wäre das aus meiner Sicht eine charmante Idee. Die Idee eines Schwimmteiches war auch mal das Ergebnis einer Öffentlichkeitsbeteiligung bei uns in Mettenhof. Dieses wurde damals durch die damalige CDU-Mehrheit verhindert sowie wie auch das Café Mette. Aber das war damals das Ergebnis einer Öffentlichkeitsbeteiligung, Die FDP versucht, mit einem politischen Antrag gleich am Anfang das Ergebnis der Öffentlichkeitsbeteiligung vorweg zu nehmen. Entscheidend ist nur, was die Gaardenerinnen und Gaardener und die Kielerinnen und Kieler sich im Freizeitareal Katzheide vorstellen können. Und dabei darf es und wird es keine Denkverbote geben. Deswegen werden wir den Antrag der FDP ablehnen.

Meine Damen und Herren, ich möchte es nochmal wiederholen: Unser ganz klares Bestreben war es, das Freibad Katzheide bis zur Eröffnung des neuen Schwimm- und Freizeitbades in Gaarden an der Hörn weiterzuführen. Ein letzter, ein allerletzer Funken Hoffnung liegt auf Stadtrat Stöcken, der noch mal prüft, ob es nicht eine allerletzte Notlösung gibt. Herr Stöcken, für Ihren Einsatz möchte ich Ihnen jetzt schon mal meinen persönlichen Dank aussprechen. Die Idee, das Schwimmbad Gaarden  ganzjährig erst mal zu betreiben, liegt auf dem Tisch. Der Kollege Michael Frey hat in diesem Zusammenhang das Eiderbad Hammer noch mal ins Gespräch gebracht. Die Kollegin Lydia Rudow hat in der Rathausrunde nochmals an die einzigartige Lage unserer Stadt erinnert, die unzählige Möglichkeiten zum Baden bietet. Alle Vorschläge sind richtig und wichtig und ich unterstütze sie auch ganz persönlich.

Trotzdem kann ich die persönliche Enttäuschung vieler Gaardenerinnen und Gaardener sehr gut verstehen und nachvollziehen heute im Januar 2015. In Gaarden gibt es jetzt seit fast 60 Jahren das Freibad Katzheide, seit den 1970er Jahren die Schwimmhalle in Gaarden. Das Schwimmen und Baden  hat im Stadtteil eine große Tradition. Deswegen war es doch die logische Folge, dass unser neues und hochmodernes Kieler Schwimm-und Freizeitbad natürlich für alle Kielerinnen und Kieler ist, aber im Stadtteil Gaarden an der Hörn zentral beheimatet sein muss. Die Gaardenerinnen und Gaardener werden zusammen mit den  Kielerinnen und Kielern das Freizeitareal Katzheide weiterentwickeln.

Und am Ende des Tages, meine Damen und Herren, wird der Stadtteil Gaarden mit hochmodernem Schwimm-und Freizeitbad und einem tollen Freizeitpark Katzheide der ganz große Gewinner sein.

Vielen Dank.

 
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