9. November: Wider dem Vergessen

Veröffentlicht am 13.11.2018, 16:35 Uhr     Druckversion

Breuste-Denkmal mit Schulklasse. (c) Steffen Voss

Die Kieler SPD gedachte am 9. November 2018 zweier Ereignisse deutscher Geschichte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: dem 100-jährigen Jubiläum des Kieler Matrosenaufstandes sowie dem 80-jährigen Jahrestag der Reichspogromnacht, einem der schwärzesten Kapitel der deutschen Geschichte. Zunächst erinnerten SPD und DGB Region Kiel bei der gemeinsamen Kranzniederlegung an die mutigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kieler Arbeiter- und Matrosenaufstandes von 1918. Traditionell findet diese öffentliche Veranstaltung am so genannten Breuste-Denkmal

Das Untere nach oben kehren

Die Kreisvorsitzende der Kieler SPD, Gesine Stück, betonte dabei, dass durch den Aufstand 1918 unter anderem das Frauenwahlrecht in Deutschland ermöglicht wurde. Des Weiteren unterstrich sie den Mut der Matrosen und Arbeiter, der am Sturz der Monarchie und an der Weimarer Republik wesentlichen Anteil hatte. Und die Rechtmäßigkeit des Aufbegehrens: "Es waren die Befehlshaber, die gegen die Regierung und deren Bemühung um einem Friedensschluss handelten. Nicht die Matrosen. Ich bin froh, dass der Matrosenaufstand schon seit längerem von Menschen, die sich ernsthaft mit den Vorgängen beschäftigt haben, nicht mehr als Meuterei betrachtet wird - selbst in der Marine nicht."

Unterstützt wurde die Veranstaltung durch eine szenische Lesung des sozialdemokratischen Arbeitskreises Geschichte.

Danach nahmen Mitglieder der Kieler SPD an der Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Synagoge in der Goethestraße teil. Diese jährliche Veranstaltung wurde vom Kieler Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar eröffnet. Auch Joachim Liß-Walther, Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein, und Landesrabbiner Dov-Levi Barsilay sprachen.

Den Opfern ihren Namen zurückgeben

Am Nachmittag kam die Kieler SPD noch einmal zusammen. Die Anwesenden erinnerten an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors, in dem sie die "Stolpersteine" am Kleinen Kuhberg putzten. Dabei wurden die Biografien der Opfer verlesen, um den einzelnen Menschen und sein Schicksal zu würdigen.

Homepage: SPD-Kiel


 
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