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Kinderarmut in Reinfeld

Veröffentlicht am 08.12.2016, 20:27 Uhr     Druckversion

Die SPD Reinfeld hatte am Dienstagabend im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Rote Runde“ zum Thema „Kinderarmut in Reinfeld“ geladen, zu der viele Interessierte kamen. Fraktionsvorsitzender Rolf-Jürgen Hanf stellte zu Beginn fest, dass Kinderarmut einerseits ein wichtiges Thema sei, da viele betroffen seien, andererseits das Thema bisher nur unzureichend ins öffentliche Bewusstsein gedrungen ist. Er wünscht sich eine intensivere öffentliche Diskussion. 

Etwa 10 % aller Kinder in Reinfeld leben in Hartz 4-Haushalten. Damit stehen ihnen - abhängig vom Alter – zwischen 7,90 € und 10,20 € täglich zur Verfügung, wovon der gesamte Lebensunterhalt bestritten werden muss. Alexander Witsch vom Kinderschutzbund wies darauf hin, dass nicht nur die Kinder aus Hartz 4-Familien betroffen seien, sondern auch die so genannten Aufstocker, die mit dem Lohn für ihre Arbeit noch nicht einmal das Niveau von Hartz 4 erreichen und durch Sozialhilfe aufstocken müssten. Eine ausreichende finanzielle Ausstattung für die Kinder sei notwendig, da eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit den Hartz 4-Sätzen nicht möglich sei. Das fange in KiTa und Schule an, wo die Eltern sich an den Kosten für Unterrichtsmaterialien und Ausflügen beteiligen müssten. Witsch betonte, dass von Fachleuten die Jahreskosten für den Schulbesuch mit 300 – 500 € pro Kind angenommen werden, das Bildungs- und Teilhabepaket sehe aber nur 100 € vor. Adalbert Fritz vom SV Preußen berichtete, dass über das Bildungs- und Teilhabepaket zwar jedem bedürftigen Kind 10 € pro Monat zusätzlich zur Verfügung stünden, dieses Geld jedoch noch nicht einmal ausreiche, den niedrigsten Beitragssatz des SV Preußen zu begleichen. Daher verzichte der Verein in besonderen Fällen auch vorübergehend auf den Beitrag.

Mehrere Teilnehmer der Veranstaltung wiesen auf die verschiedenen Hilfen hin, die es für bedürftige Kinder gibt. Davon müssen die Eltern aber erst einmal Kenntnis haben und in jedem Falle muss die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Das hält Viele von der Inanspruchnahme der Hilfen ab. Die Anwesenden waren sich einig, dass eine umfassende und wirksame Unterstützung nur von Land und Bund geleistet werden kann.

Eine Arbeitsgruppe, die an dem Abend spontan ins Leben gerufen wurde, will die vorgetragenen Ideen aufgreifen und auf Umsetzbarkeit in Reinfeld prüfen. Rolf-Jürgen Hanf: „Heute Abend ist deutlich geworden, wie groß die durch Kinderarmut verursachten Probleme auch in Reinfeld sind. Bei dieser Erkenntnis wollen wir aber nicht stehenbleiben, sondern zu konkreten Verbesserungen kommen“ Die SPD wird die Ergebnisse der Arbeitsgruppe in einer späteren „Roten Runde“ vorstellen.

Homepage: SPD-Reinfeld


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