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Hindenburg hat keinen Platz in der Geschichte der deutschen Demokratie

Veröffentlicht am 07.02.2019, 11:21 Uhr     Druckversion

Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, über greise Reichspräsidenten, Bahndämme und Wasserwege:

 

Es ist zu begrüßen, dass die Lübecker Bürgerschaft den Hindenburgplatz umbenennen möchte und damit dem Beispiel Kiels folgt, das 2014 das Hindenburgufer in Kiellinie umgetauft hatte. Die Benennung von Straßen und Plätzen nach historischen Persönlichkeiten erfolgt, um diese zu ehren. Eine Benennung, um an Untaten zu erinnern, ist nicht üblich. Niemand käme auf die Idee, eine Goebbelsstraße oder einen Göringplatz einzurichten. Die Frage, wer wofür zu ehren ist oder eben nicht, darf von jeder Generation neu diskutiert werden. Bei Hindenburg scheint es aktuell verstärkten Diskussionsbedarf zu geben. Unsere Auffassung ist: Die „Dolchstoßlegende“ und die Machtübergabe an Hitler wiegen schwerer als Hindenburgs zeitweise Respektierung der Weimarer Verfassung. Hindenburg gehört zu denen, die die erste deutsche Demokratie auf dem Gewissen haben, es gibt keine Veranlassung, ihn mit Namensgebungen oder Ehrenbürgerschaften zu ehren.

 

Der Hindenburgdamm nach Sylt wurde bei seiner Einweihung 1927 durch den Generaldirektor der Reichsbahn und späteren Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller -ebenfalls eine Person, nach der ich keine Straße benennen würde - nach dem 1925 gewählten Reichspräsidenten benannt. Wenn es nur per Akklamation geschah, umso besser. Die Deutsche Bahn AG als Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn könnte leicht eine Feierstunde organisieren und einen neuen Namen ausrufen. Das müsste nach unserer Auffassung gemeinsam mit Sylt und dem nordfriesischen Festland geplant und umgesetzt werden. Wir können uns gut vorstellen, einfach vom „Sylter Damm“ sprechen, so wie der ehemalige Kaiser-Wilhelm-Kanal schon lange Nord-Ostsee-Kanal heißt.

 

Bild: Google Maps

Homepage: Martin Habersaat, MdL