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Kosten für länderübergreifende Berufsausbildung

Veröffentlicht am 16.07.2019, 20:09 Uhr     Druckversion

Martin Habersaat, MdL

Martin Habersaat: Auszubildende nicht allein lassen!

 

In Deutschland gibt es über 300 Ausbildungsberufe. Nicht für jeden dieser Berufe kann der schulische Teil der Ausbildung in der nächstgelegenen Berufsschule sichergestellt werden. Gibt es nur wenig Auszubildende in diesem Beruf, geht das zuweilen nicht einmal an einer Berufsschule im eigenen Bundesland. Für solche Fälle haben die Bundesländer länderübergreifende Fachklassen vereinbart. Dadurch entstehen sowohl Fahrtkosten als auch Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Die Auszubildenden werden von ihren Herkunftsländern dabei in sehr unterschiedlichem Maße unterstützt; in jedem Falle müssen sie erhebliche Eigenanteile leisten. Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, fordert, Auszubildende nicht mit diesen Kosten allein zu lassen: „Nur sechs Länder gewähren bis heute keine Zuschüsse für Fahrtkosten, und vier Länder zahlen bis heute nichts für Unterbringung und Verpflegung. Schleswig-Holstein gehört zu beiden.“

2016 besuchten Auszubildende in nicht weniger als 130 von 326 anerkannten Berufen berufliche Schulen in anderen Bundesländern (neuere Daten waren nicht zu ermitteln). Von den insgesamt 1.659 Auszubildenden, die lange Fahrtwege zur Berufsschule auf sich zu nehmen hatten, besuchten 884 berufliche Schulen in Hamburg. Zum Teil hat das etwas damit zu tun, dass die nächstgelegene Schule in Hamburg schneller erreichbar ist als ein entsprechendes Angebot in Schleswig-Holstein. In zahlreichen Fällen geht es aber darum, dass es für seltene Berufe bildungsökonomisch nicht vertretbar wäre, eigene Fachklassen im Land einzurichten. Eine Unterstützung durch das Land erhalten betroffene Schülerinnen und Schüler nicht. Dies ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Martin Habersaat an die Landesregierung.

Das Land beziffert den Aufwand für alle betroffenen Schüler auf 1,7 bis 3,4 Millionen Euro. Habersaat: „Das ist keine utopische Summe und wäre gut investiertes Geld zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Hier könnte das schleswig-holsteinische Kompetenzwirrwarr mit zwei Ministerien, die irgendwie ja aber irgendwie auch nicht für die berufliche Bildung zuständig sein wollen, sich ruhig einmal positiv auswirken: Mit zwei Kabinettsmitgliedern, die sich an die Seite der Auszubildenden stellen!“ Die Bedeutung der beruflichen Bildung werde zu Recht in jeder bildungspolitischen Debatte betont – da sei es auf Dauer nicht hinnehmbar, die Auszubildenden allein zu lassen.

 

Links:

Verzeichnis der Ausbildungsberufe in Deutschland

Rahmenvereinbarung über die Bildung länderübergreifender Fachklassen

Kleine Anfrage: Schulbesuch in länderübergreifenden Fachklassen in Schleswig-Holstein

Kleine Anfrage: Schulbesuch in länderübergreifenden Fachklassen außerhalb Schleswig-Holsteins

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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