SPD-Barmstedt: Fracking

Fracking

Fracking ‐ Risiko oder Chance?
„Hydraulic Fracturing“ oder kurz Fracking ist eine Methode zur Erzeugung von Rissen im Reservoirgestein im tiefen Untergrund, mit dem Ziel, dass dort lagernde Gase oder Flüssigkeiten leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden können. Beim Fracking wird nach Erstellung einer bis zu mehreren tausend Meter tiefen Bohrung zur Erhöhung der Durchlässigkeit der Gesteine unter hohem Druck Wasser durch das Bohrloch in den tieferen Untergrund gepumpt, das in der Regel mit chemischen Zusätzen und Stützmitteln versetzt ist. Die chemischen Zusätze sowie die möglichen Folgen für das Trinkwasser sind das Beängstigende bei dieser Technik.


Quelle: „(Non) Conventional Deposits“ von MagentaGreen - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons
http://commons.wikimedia.org/wiki/File: (Non)_Conventional_Deposits.svg#mediaviewer/File:(Non)_Conventional_Deposits.svg

Fracfluide
Fracfluide sind Flüssigkeiten, die in das Bohrloch eingebracht werden und mit hohem Druck in der gasführenden Zielformation künstliche Risse erzeugen. Die Zusammensetzung der Additive wird normalerweise von den Bohr‐ und Servicefirmen zwar gegenüber den Aufsichtsbehörden benannt, aber gegenüber der Öffentlichkeit geheim gehalten.

Risse kontrollieren?
In den USA sind die Folgen in vielen Regionen sichtbar, wenn die Technik die Kontrolle verliert. Verseuchtes Trinkwasser, Methangas aus den Wasserleitungen sind vielfach aufgetreten. Der Grund sind wohl die Risse, die viel weiter gegangen sind als erwartet und das angeblich dichte Deckgestein (Ton oder vergleichbare Gesteine) durchbrochen haben. Die technischen Versprechungen der Betreiber mit Bezug auf die Sicherheit sind mehr als fraglich. Die komplexen Prozesse tief im Gestein können allenfalls erahnt werden, aber nicht vollumfänglich erklärt und sicher garantiert werden.

Risiko kontrollierbar?
Fukushima hat uns gelehrt, dass derartige Annahmen von der Natur immer „ad absurdum“ geführt werden und wir Menschen mit den Folgen alleine gelassen werden. Bereits heute ist etwa ein Drittel der deutschen Erdgasförderung mit Hilfe der Fracking‐Technologie erschlossen worden. In den USA wird seit etwa Anfang der 2000er Jahre verstärkt Erdgas mittels Fracking gefördert, was einen Boom zur Folge hatte. Dies hat den dortigen Energiemarkt erheblich verändert und mündete in einem aktuellen ErdgasÜberangebot mit Preisverfall auf dem US‐Markt, so dass die Rentabilität des Verfahrens bereits in Frage gestellt wurde. Die US-Regierung fördert daher seit etwa 2013 Anstrengungen zum verstärkten Export von Flüssig‐Erdgas nach Europa und Japan, unter anderem mit beschleunigten Genehmigungsverfahren.

Wirtschaftliche Interessen gegen Vernunft!
Aufgrund von Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen der Krimkrise in der Ukraine ab Februar 2014 wurde US‐Flüssigerdgas nachdrücklich von US‐Politikern sowie auch von Bundeskanzlerin als Alternative zum russischen Erdgas für die europäische Energieversorgung ins Spiel gebracht. Zudem wurden im Zuge der Krise Forderungen nach einem verstärkten Fracking‐Einsatz in europäischen Ländern geäußert. Bisherige, seit langem bestehende Bestrebungen zur Ausweitung der Fördertätigkeit in europäischen Ländern führten zu einer kontrovers geführten und noch andauernden politischen und gesellschaftlichen Debatte. Dabei werden vor allem die mit dem Einsatz der Technologie verbundenen Umweltrisiken und mögliche Gesundheitsgefahren diskutiert. Einige Länder und Regionen haben Erdgas‐Fracking auf ihrem Gebiet gesetzlich verboten.

Unsere Position
Auch wir sind davon überzeugt, dass diese Technologie unkalkulierbare Risiken birgt. Wir müssen sicherstellen, dass bei uns in Barmstedt, ja in der ganzen Bundesrepublik kein Fracking genehmigt wird. Hier ist aber die lokale Politik ganz massiv auf die Mitarbeit des Bürgers angewiesen. Über parteiliche Grenzen hinweg müssen wir uns als Bürger dieser Stadt gegen das Fracking aussprechen. Dies können wir mit klaren Demonstrationen und mit unserer Unterschrift tun. Der SPD‐Ortsverein wird sich nachdrücklich für diesen Widerstand einsetzen und ihn vorantreiben.

 
Für uns in den Kreistag!

Patrick Laas

Für uns im Bundestag!
Für uns in Europa!
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Kümmer Dich!
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