SPD Kölln-Reisiek

Arbeitnehmerempfang in Wedel

Veröffentlicht am 28.04.2018, 08:04 Uhr     Druckversion

Zufriedene Gesichter über einen gelungenen SPD-Arbeitnehmere

„Es gibt eine Regel bei den Frikadellen: zwei sind immer für mich!“ Vor diesem launigen Abschluss seiner Begrüßungsrede beim Arbeitnehmerempfang der Kreis-SPD im Foyer des Theater Wedel hatte der SPD-Kreisvorsitzende Thomas Hölck aber noch ernste Themen angesprochen.

Zum Beispiel den Mindestlohn, an dem die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein gerade wieder rütteln will. Der Mindestlohn dürfe nicht zurückgeschraubt, sondern müsse vielmehr erhöht werden. „Es ist ein Skandal, dass man von seinem Lohn nicht leben kann. Das müssen wir ändern“, appellierte Hölck. Wenn wir nicht gegensteuern, komme in 20 bis 30 Jahren eine Altersarmut auf uns zu, die ein sozialer Sprengsatz sei. Der Stellenwert von Erwerbsarbeit müsse wieder mehr in den Fokus gerückt werden. „Die Menschen müssen wissen, dass die SPD an ihrer Seite ist“, so Hölck.

Zum Arbeitnehmerempfang, der jedes Jahr zum Tag der Arbeit am 1. Mai vom SPD-Kreisverband Pinneberg ausgerichtet wird, war auch der SPD-Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende Dr. Ralf Stegner gekommen und betonte in seiner Rede, dass guter Kontakt zur Arbeitnehmerschaft und den Gewerkschaften immer im Mittelpunkt von SPD-Politik stand. Zwar sei das Verhältnis leider in den vergangenen Jahren etwas schwieriger geworden, aber das müsse die SPD wieder ändern. „Wir müssen darüber nachdenken, wie unser Konzept zur Neugestaltung der Arbeitsverhältnisse aussehen kann. Ein Konzept, das dem Wandel Rechnung trägt und dabei die bisherigen Schutzfunktionen bewahrt – also Standards aus Arbeitsrecht, Sozialversicherungssystem und Mitbestimmung in die Zukunft transportiert. Bei dieser neuen Gestaltung der Arbeit ist es wichtig, dass wir die Menschen in den Mittelpunkt stellen“, so Stegner.

Das SPD-Konzept müsse zukunftsgewandt und optimistisch sein und ohne diejenigen aus dem Blick zu verlieren, für die das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Die immer stärker digitale Arbeitswelt bringe rasante Veränderungen für viele Berufe mit sich. Für diese Fragen bedürfe es einer starken Sozialpartnerschaft mit den Gewerkschaften. Durch den Bevölkerungsrückgang ergeben sich nicht nur erhebliche Perso­nal­engpässe, sondern auch zusätzlicher Bedarf bei der Versorgung pflege­bedürftiger Menschen, auf die die Infrastruktur bislang noch nicht einge­stellt ist. Stegner: „Gute Pflege wird von Menschen gemacht. Darum brauchen wir dringend mehr Pflegekräfte. Und wir müssen sie besser bezahlen!“ Im Moment sei dieses Berufsfeld nicht sehr attraktiv: Die Arbeit ist körper­lich anstrengend, es gibt zu wenig Pflegekräfte auf zu viele Pflege­bedürftige und dann wird die Arbeit auch noch schlecht bezahlt. Deshalb habe die SPD in den Koalitionsvertrag im Bund reinverhandelt, in einem ersten Sofortprogramm 8.000 neue Stellen für Fach­kräfte zu schaffen. Das sei ein erster wichtiger Schritt. Und die sozialen Berufe würden aufgewertet. Bessere Bezahlung der Pflegekräfte, mehr Personal, besser geschult und besser ausgebildet, mehr Zeit für die Pflegebedürftigen, darum gehe es!

Durch den Spagat zwischen Arbeit und der Familie werden Vereinbarkeits­nöte immer massiver. Nicht selten kommt es zu Konflikten. Außerdem, so Stegner, müssten Arbeit und Leben besser vereinbar sein, und die sozialen Sicherungssysteme müssten fit gemacht werden für die Zukunft. „Wir werden die Gesund­heits- und Pflegeversicherung, die Alterssicherung und die Unterstützung bei Arbeitslosigkeit weiter verbessern“, erklärte der Landesvorsitzende. Zudem will die SPD sich darum kümmern, dass es ein Rückkehrrecht aus Teilzeitarbeit in Vollzeit gibt.

Weitere Redner beim Arbeitnehmerempfang waren der AfA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen)-Kreisvorsitzende und frischgebackene Betriebsrat Jürgen Heesch sowie die Nordmark-Betriebsrätin Heike McGrath, bevor bei Frikadellen und Bier angeregt geplaudert wurde. Für den musikalischen Rahmen sorgte Time for Folk.

 

Homepage: Thomas Hoelck, MdL


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