SPD Kölln-Reisiek

K├Âlln-Reisiek trauert um Erich Schulz

Nach fast 50 Jahren als Bürgermeister und Ehrenbürgermeister unserer
Gemeinde Kölln-Reisiek verstarb Erich Schulz am 17. November 2014.


Wir sind ihm dankbar für das, was er für Kölln-Reisiek geleistet hat. Mit ihm haben wir einen Menschen verloren, der in aller Bescheidenheit Großes geleistet hat. Viele von uns haben einen Freund verloren.

Wir alle wissen, dass Erich Schulz 32 Jahre unser Bürgermeister war und anschließend 17 Jahre unser Ehrenbürgermeister. Bis zum letzten Lebenstag hat er Anteil genommen am Geschehen in seiner Gemeinde, hat die Dorfnotizen gelesen, sich über den neuen Zukunftskindergarten gefreut und war interessiert an der Arbeit aller Vereine und Verbände, denen er fast allen als Mitglied verbunden war.

Als überzeugter Sozialdemokrat übernahm er 1965 die Verantwortung für die politische Gemeinde Kölln-Reisiek als sein Vorgänger Walter Wilkens plötzlich verstarb.

Erich wirkte aber nicht nur innerhalb seiner Gemeinde sondern übernahm auch Verantwortung auf anderen Gebieten. So war er viele Jahre Schiedsmann, war Schulverbandsvorsteher, Amtsvorsteher und Mitglied des Kirchenvorstandes der Lutherkirche.

Er genoss große Anerkennung auch über die Gemeindegrenzen hinweg und erhielt viele Auszeichnungen für sein Engagement. Hier die wichtigsten:

  • die Verdienstmedaille
  • das Bundesverdienstkreuz am Bande
  • die Feuerwehrehrenmedaille
  • die Freiherr vom Stein Medaille
  • und zuletzt 2013 die Willy Brandt Medaille

Erich hat Spuren hinterlassen. Fast alle gemeindlichen Gebäude sind während seiner Zeit als Bürgermeister entstanden, gleichzeitig wurde auch ein großer Teil der Privathäuser erstellt. All dies entstand geplant und unter der Prämisse: Wir können nur das Geld ausgeben, was wir haben. Schulden werden nicht gemacht.

Früh erkannte Erich die Bedeutung der Schmutzwasserentsorgung. Durch ihn gehörte Kölln-Reisiek sehr früh zu den Dörfern, die über eine Kanalisation verfügten. Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle wurden getrennt voneinander verlegt, was sehr weitsichtig war.

Früher wurden neue Häuser entlang der bestehenden Straßen und Wege gebaut. Erich änderte das in Kölln-Reisiek, Bebauungspläne wurden entwickelt. Es wurde also planerisch festgehalten, wie und wo sich die Gemeinde entwickeln sollte. Die Bebauungspläne 1 bis 13 wurden während seiner Zeit als Bürgermeister entwickelt und umgesetzt. Die Baugebiete der folgenden Jahre beruhen auch auf seinen Planungen, wir nennen das Gebiet ‚Kölln-Reisiek Ost‘, also vom Ortskern aus östlich bis zur Schule.

Erich kannte sein Gemeindegebiet bestens – jeden Graben, jeden Baum und eigentlich auch den Besitzer. All sein Wissen, seine Ideen hielt er präzise schriftlich fest.

Ich erinnere mich an viele, viele Karteikarten, klein und eng beschrieben. An Karten, in die er seine Ideen einzeichnete um sie zu veranschaulichen, an Schränke voller Ordner, in denen systematisch alles festgehalten wurde.

Äußerst wichtig waren für Erich die Haushalte, also die Finanzplanungen für das nächste Jahr. Auch hier konnte geplant und berechnet werden. Erich hatte stets alles in seiner Hand. Anschließend konnte die Planung mit dem Ergebnis verglichen werden und meist passte alles. Hier arbeitete er eng mit den Mitarbeitern des Amtes zusammen. Auch in seiner Zeit als Ehrenbürgermeister legte er noch sehr großen Wert darauf Einblick in die Haushaltspläne zu nehmen.

1997 trat Erich von seinem Amt als Bürgermeister zurück und ich durfte seine Nachfolge antreten.

Für mich und uns alle war Erich ein guter Lehrmeister. Sein unermüdlicher persönlicher Einsatz war bewundernswert. Ebenso sein stets offenes Ohr für die Nöte und Belange der Bürgerinnen und Bürger. Sein fachliches Wissen, sein Weitblick und in schwierigen Situationen die Fähigkeit und den Willen Kompromisse zu entwickeln.

Erich wusste stets, was er wollte. Seine Ziele waren klar und zum Wohle der Gemeinde. Erich war immer ein aufrichtiger und verlässlicher Partner.

Dafür danken wir.

Karin Röder
Bürgermeisterin

Wegbegleiter
Wir haben einige seiner langjährigen Wegbegleiter gefragt: „Was war Erich für dich?“

Anneliese Arendt:
Erichs unermüdlicher Einsatz für die Gemeinde und seine Kompetenz in so vielen Bereichen haben mich stets beeindruckt. Kaum jemand kannte die Gemeinde so gut wie er.

Birger Paulsen:
Für mich war Erich ein Freund, den ich über 30 Jahre politisch begleiten durfte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat stand er mir als Ratgeber bis zuletzt zur Verfügung.

Elke Kruse:
Erich war ein sehr guter „Lehrmeister“. Ich habe viel von ihm gelernt, besonders beeindruckend fand ich seine Beziehung zu den Vereinen und Verbänden der Gemeinde.

Jürgen Wemmel:
Erich war für mich „Kölln-Reisiek“. Er war immer ansprechbar und half mit seinem Wissen und seiner politischen und menschlichen Erfahrung Probleme zu überwinden. Er war ein Mentor – ich habe viel von ihm gelernt.

Karin Röder:
Erich war für mich ein großes Vorbild. Sein Einsatz und seine Zuverlässigkeit fand ich bewundernswert.

Peter Lindemann:
Meine Erinnerungen an Erich werden immer mit den Begriffen Fleiß, Kompetenz und Bodenständigkeit verbunden sein. Ich bin ihm für seine Verdienste in unserer Gemeinde sehr dankbar.

 

 

 
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