SPD Kölln-Reisiek

450 Jahre Kölln-Reisiek und der Hamburger Dom

Kennen Sie den Hamburger Dom? Und wissen Sie, was dieser mit K√∂lln-Reisiek zu tun hat? Welche Frage, jeder kennt das gro√üe Volksfest. Aber eine Beziehung zu K√∂lln-Reisiek ? Holen wir etwas aus. In Hamburg gab es bis zum Abriss im Jahre 1806 einen ¬Ąrichtigen¬ď Dom, ein riesige mittelalterliche Kirche, genannt Mariendom. Der Dom aber nahm schon seit dem Mittelalter eine isolierte Sonderrolle unter den Hamburger Kirchen ein und wurde sp√§testen seit der Reformation als Fremdk√∂rper in der Stadt empfunden. Verwaltet wurde der Dom vom Domkapitel, eine zum Dom geh√∂rige Kirchengemeinde gab es nicht. Das Domkapitel war stets in Geldnot. Zwar verf√ľgte das Domkapitel zur Unterst√ľtzung des Domes und seiner Geistlichkeit √ľber zahlreiche Eink√ľnfte aus D√∂rfern im Hamburger Umland . Auch aus unserem Ort, der damals nur aus drei H√∂fen in ¬ĄCollingen¬ď bestand, bezog das Domkapitel Naturalleistungen. Wenn eine gro√üe Geldsumme ben√∂tigt wurde, konnten solche j√§hrlich wiederkehrenden Eink√ľnfte auch verkauft werden. Dies geschah 1564. In diesem Jahr verkaufte das Domkapitel seine Anspr√ľche an den D√∂rfern Barmstedt und Rellingen sowie Kornrentenanspr√ľche in 24 weiteren Orten der damaligen Grafschaft Pinneberg, die sich geografisch wesentlich mit dem heutigen Kreis Pinneberg deckte. K√§ufer war der Landesherr der Grafschaft Holstein-Pinneberg, Graf Otto V von Holstein und Schauenburg. In der Verkaufsurkunde vom 30.11.1564 ist unser Dorf K√∂lln-Reisiek erstmals urkundlich erw√§hnt, und zwar als Collingen. In Collingen waren drei Bauern zu Kornlieferungen an das Domkapitel verpflichtet gewesen, und zwar hatten Tewes Szommer, Heinrich Lowe und Herman zu Collingen jeweils einen Scheffel Roggen zu leisten. Der Scheffel war ein Hohlma√ü, in Gewicht ausgedr√ľckt waren wohl etwa 100 Kilo pro Bauernstelle zu leisten, angesichts der damaligen geringen Ertr√§ge eine hohe Abgabe. Diese fiel ab 1564 dem Grafen zu.

Vermutlich gab es 1564 im Ort nur diese drei H√∂fe, die wir als Keimzelle unseres Dorfes betrachten k√∂nnen. Die Hofstellen sind noch heute ¬Ė nat√ľrlich in baulich ver√§nderter Form- dort zu finden, wo sie auch zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erw√§hnung lagen: am unteren Ende der Dorfstrasse (H√∂fe Adomat, Cords-Kleinwort, Rostock)

Doch was hat das Volksfest ¬ĄHamburger Dom¬ď mit all dem zu tun? Das kann man bei wikipedia erfahren. Dort steht: Der Alte Mariendom ist namensgebend f√ľr das gleichnamige Volksfest Hamburger Dom. Im 11.¬†Jahrhundert suchten H√§ndler und Handwerker, die auf dem benachbarten Markt ihre St√§nde hatten, bei ¬ĄHamburger Schietwetter¬ď Schutz im Dom. Nach Abriss der Kirche verteilten sich die H√§ndler und Schausteller auf die Marktpl√§tze der Stadt: den G√§nsemarkt, den Pferdemarkt, den Zeughausmarkt und schlie√ülich den Gro√üneumarkt. Erst 1893 wurde ihnen das Heiligengeistfeld als neuer Standort zugewiesen, wo das bekannte Volksfest noch heute stattfindet.

Quellenangabe:
¬ĄHamburg.Domkirche.1800¬ď von P.Stuhr - Lithographie von P.Stuhr nach einer Zeichnung von C.Stuhr, Digital restauriert und optimiert von Rainer Scheppelmann (http://www.historic-maps.de). Lizenziert unter Gemeinfrei √ľber Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hamburg.Domkirche.1800.jpg#/media/File:Hamburg.Domkirche.1800.jpg

 
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