SPD Kölln-Reisiek

Unsere erste Praktikantin in der KiTa

Christina, 44 Jahre alt, hat sich nach der Geburt ihres jetzt 5 jährigen Sohnes dazu entschieden eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Vor der Zeit als Mutter arbeitete sie als Grafikdesignerin. Ihr Sohn ist ein Kindergartenkind in Elmshorn und so durfte Christina beide Seiten, die als Mutter und die als Erzieherin kennenlernen.

Da ich es sehr spannend fand, zu erfahren wie wir als Einrichtung auf jemanden wirken, der komplett von Au√üen dazu st√∂√üt, habe ich mit ihr ein Interview gef√ľhrt:

Kita: Christina, warum wolltest du dein Praktikum bei uns im Zukunftskindergarten machen?

Christina: Ich habe beim Vorbeifahren den Bau verfolgt, und mich sprach das Geb√§ude von vornherein an. Nach der Er√∂ffnung habe ich mich dann auf der Internetseite der Kita informiert und den Film vom NDR gesehen. Die Pr√§sentation und die Inhalte des Konzeptes, Natur, Nachhaltigkeit und die Erziehung, die bei den Wurzeln, der Bodenst√§ndigkeit greift, war das Ansprechende f√ľr mich. Die M√∂glichkeiten mit den Kooperationspartnern sind etwas ganz Besonderes. Auch die Tatsache, dass nur 65 Kinder die Einrichtung besuchen, war ausschlaggebend. Zusammenfassend entsprach das Gesamtpaket meinen Vorstellungen und eigenen Vorlieben.

Kita: Wie war dein erster Eindruck?

Christina: Bei meinen ersten drei Hospitationstagen herrschte aus Krankheitsgr√ľnden der personelle Notstand, und trotzdem wurde ich herzlich und freundlich empfangen. Mich beeindruckte die Tatsache, dass die Kolleginnen, die so unter Druck standen, trotzdem die Bed√ľrfnisse der einzelnen Kinder wahrnahmen und mit Ruhe und Geduld auf die Kinder eingingen. Der Fokus war trotz aller Widrigkeiten stets auf den Kindern. Nun, nach mehreren Wochen des Praktikums kann ich sagen: Alle Kinder machen einen sehr zufriedenen und entspannten Eindruck. Der respektvolle und freundliche Umgang, den die Erzieherinnen vorleben, verselbst√§ndigt sich und wird von den Kindern aufgenommen und umgesetzt. Man traut den Kindern etwas zu, hat Vertrauen in sie, was sie mutig und selbstbewusst macht. Zu sehen, wie ein einj√§hriger voller Stolz selber mit einem L√∂ffel sein Mittagessen zu sich nimmt, ist eine Freude.

Kita: Was hast du f√ľr dich in den letzten Wochen mitgenommen?

Christina: Dadurch, dass ich die Erzieherausbildung derzeit durchlaufe, wurde mir erst bewusst, welch gro√üe und anspruchsvolle Aufgabe die Erzieher haben. Wir schaffen hier, Familien erg√§nzend, die Basis f√ľr eine Lebensentwicklung. Den Einblick in die vielf√§ltigen Aufgaben der P√§dagogen zu bekommen und einen √úberblick davon zu erhaschen, was alles dazu geh√∂rt, beeindruckt mich sehr. Als Mutter habe ich mich auch h√§ufig gefragt: Warum machen sie das so? Warum hat mein Kind nicht die Regenhose an? Aber wenn man dann auf der anderen Seite steht, sieht man das mit anderen Augen. Deutlich ist: Mein Blick und mein Denken hat sich ge√§ndert, er ist offener geworden in Hinsicht auf die Arbeit mit Kindern. Ich habe gesehen, wie wichtig es ist, Kindern etwas zuzutrauen und ihnen damit Vertrauen in sich zu geben. Mir wurde noch mal ganz deutlich gemacht, wie wichtig der respektvolle, ehrliche Umgang mit den Kindern ist und dass eine reizarme Umgebung Platz und Raum f√ľr Fantasie und eigene Wege und L√∂sung gibt.

F√ľr mich wird das Offene Konzept in der Einrichtung gelebt und wie Maria Montessouri es schon sagte: ¬ĄHilf mir, es selbst zu tun.¬ď Das kann ich deutlich sp√ľren.

Thekla Meier
Leiterin des Zukunftskindergartens

 
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