SPD Kölln-Reisiek

Freies WLAN in K├Âlln-Reisiek oder Freifunk

Dem einen oder anderen in unserer Gemeinde ist es vielleicht schon aufgefallen: Seit einem halben Jahr haben wir an vielen Orten einen freien und kostenlosen WLAN-Zugang. F├╝r uns, Besucher des Gemeindezentrums, f├╝r die Fl├╝chtlinge, die hier leben oder einfach nur f├╝r Durchreisende. Wir haben es im Gemeindezentrum, in der B├╝cherei, in der Grundschule,┬á in der Schlemmerstube und an einigen anderen Stellen im Dorf. ├ťber das WLAN-Signal "pinneberg.freifunk.net" bekommen wir einen einfachen, freien und kostenlosen Zugang zum Internet.

Aber wieso eigentlich Freifunk?

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach. Schlie├člich haben ja viele von uns Smartphones mit UMTS oder gar LTE. Die meisten haben f├╝r den mobilen Zugang keine echten Flatrates, sondern Volumentarife. Ab einem gewissen Verbrauch wird die Geschwindigkeit reduziert. Auch wissen wir alle wie instabil der Empfang ist. Wer einmal im Gemeindezentrum versucht hat, mit dem Handy zu telefonieren, wird wissen, was ich meine. Die eigentliche Idee hinter Freifunk ist aber weder das Sparen am Volumen noch den Empfang zu verbessern. Freifunk ist f├╝r uns alle ein ├Âffentlich und anonym zug├Ąngliches, nicht kommerzielles und unzensiertes Funknetzwerk, das im Besitz von uns B├╝rgern ist und dezentral organisiert wird. Der Zugang ins Internet ist ├╝brigens nur ein kleiner Service. Im Freifunk selber arbeiten wir an zuk├╝nftigen lokalen Diensten.

Diese k├Ânnten z.B. sein:

- kostenloses telefonieren
- Chat Dienste
- Anonymes und sicheres Speichern von Dateien in einer Cloud

Wie kann man bei Freifunk mitmachen und was kostet es?

- Freifunk unterteilt sich in Nutzer, Helfer und Spender.
- Die Nutzer gehen zu einem Freifunk-Zugang in Ihrer N├Ąhe. Wie schon erw├Ąhnt, w├Ąre das z.B. in der Schlemmerstube bei uns im Dorf (nebenbei kann man dort auch noch exzellent und g├╝nstig essen).
- Die Helfer stellen lediglich einen Freifunk-WLAN-Router auf. Wo man diesen bekommt, erf├Ąhrt man am Ende dieses Artikels [1]. Wichtig ist, der Router kostet einmalig zwischen 15,- ┬Ç und 18,- ┬Ç und wird von uns zum Selbstkostenpreis verteilt. An Strom kommen hier lediglich 5,- ┬Ç/Jahr hinzu.
- Zuletzt gibt es noch den Spender. Dieser stellt nicht nur einen Freifunk-Router auf, sondern
schlie├čt diesen noch an seinen normalen Internetanschluss an. Dieser Zugang wird dann zuk├╝nftig als Verbindung ins normale Internet verwendet.

Was ist mit der St├Ârhaftung oder ist Freifunk vielleicht sogar illegal?

Als erstes sei gesagt, Freifunk ist nicht illegal. Wenn es so w├Ąre, w├╝rden wir es nicht verteilen. Schon gar nicht w├╝rde unsere Gemeinde dahinterstehen. Das Gesetz zur St├Ârhaftung, also das Haften f├╝r St├Ârungen (z.B. kriminelle-T├Ątigkeiten) ├╝ber den privaten Internetzugang, gilt nicht nur f├╝r WLAN, sondern auch f├╝r den normalen kabelgebundenen Internetzugang, genauso wie f├╝r UMTS/LTE. Das Gesetz gilt jedoch nur in Deutschland. Wer allerdings ├╝ber Freifunk ins Internet geht, wird sehr schnell erkennen, dass er mit einer Adresse aus den Niederlanden oder der Schweiz im Internet surft. Wir umgehen quasi unser Deutsches Gesetz. Eine R├╝ckverfolgung zu dem Freifunkrouter und dem damit verbundenen Standort ist nicht m├Âglich. Auch wenn sich das Vorgehen merkw├╝rdig anh├Ârt, es ist legal und jeder, der in der IT oder viel ├╝bers Homeoffice arbeitet, wird die Technik kennen. Sie nennt sich "VPN"[2]!

Ist Freifunk sicher?

Um diese Frage zu beantworten, m├╝ssen wir uns drei Punkte anschauen:

1) Die Clientseitige Sicherheit
Unabh├Ąngig davon mit welchem Ger├Ąt sie ins Internet gehen und von welchem Anschluss aus, sie sollten immer einen Virenscanner und eine Firewall verwenden. Das gilt selbstverst├Ąndlich auch wenn sie ├╝ber Freifunk im Internet surfen.

2) Die Netzwerksicherheit
Der Freifunkrouter wird zwar ggfs. an ihrem vorhandenen Internet Router angeschlossen, ist aber trotzdem komplett von Ihrem normalen Netzwerk getrennt. Ihr privates Netz ist aus dem Freifunk-Netzwerk heraus nicht sichtbar oder zug├Ąnglich.

3) Die Verbindungssicherheit
Das Freifunk-WLAN-Signal ist weder durch ein Passwort gesch├╝tzt noch verschl├╝sselt. Theoretisch k├Ânnte jeder, der sich an dem gleichen Freifunk-Router angemeldet hat, jeden dar├╝ber laufenden Internetzugriff mitlesen (das entsprechende Knowhow vorausgesetzt). Daher gilt im Freifunk wie auch bei jedem anderen Internetzugang: Geben sie nur Logindaten auf Webseiten ein die SSL/TLS verschl├╝sselt sind (erkennbar am https).

Ersetzt Freifunk meinen normalen Internetzugang?

Definitiv nein! Aber es ist ein interessantes und n├╝tzliches Add-on zu ihrem normalen Anschluss. Und wenn wir in unserer Gemeinde fl├Ąchendeckend Freifunk h├Ątten, w├╝rde es uns viele neue M├Âglichkeiten er├Âffnen.

Was ist mit der Elektromagnetischen "Strahlung"?

Ich m├Âchte hier gerne drei Zahlen darstellen.

- WLAN (Freifunk): 0,036 Watt
- Smartphones: 2,0 Watt
- Unsere Sonne: 172.000.000.000.000.000,000 Watt

Die Frage die sich jeder selbst stellen sollte, w├Ąre: ┬äWieso habe ich Angst vor einem Ger├Ąt mit einer Antenne, aber nicht vor der Sonne?┬ô

[1] http://www.aventer.biz/freifunk

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network

Andreas Peters

 

 
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