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100 Tage Kerstin - Fragen an die B├╝rgermeisterin

Kerstin Frings-Kippenberg ist seit dem 28. Januar diesen Jahres die B├╝rgermeisterin der Gemeinde K├Âlln-Reisiek. Sie ist damit meine Nachfolgerin und ich bin neugierig wie sie sich damit f├╝hlt. Hier lesen Sie ihre Antworten auf meine Fragen.

Kerstin, du bist jetzt nicht nur 100 Tage im Amt, sondern schon fast 3oo Tage. Wie geht es dir mit der neuen Aufgabe als B├╝rgermeisterin der Gemeinde K├Âlln-Reisiek?

Mir geht es gut damit! Ich empfinde es als spannend, weil die Aufgaben so abwechslungsreich sind. Es gibt immer neue Themen, in die ich mich einarbeiten muss. Ich will alles wissen und lerne fast t├Ąglich Neues dazu.

Ich habe inzwischen ┬áeinen anderen Blick auf die Gemeindepolitik bekommen, ein runderes Bild, k├Ânnte man sagen, weil ich so viele Informationen erhalte, zu denen ich vorher kaum Zugang hatte.

Aber das klingt auch nach viel Arbeit.

Das stimmt, so umfangreich h├Ątte ich mir die Aufgabe nicht vorgestellt. Es bringt mir Spa├č mit vielen Menschen zusammen zu arbeiten. Ich freue mich dar├╝ber, dass ich Neues erfahre, dass ich lenken kann und die M├Âglichkeit habe Entscheidungen zu treffen.

Wie war f├╝r dich der Einstieg in dieses Amt?

Ich war nat├╝rlich f├╝rchterlich aufgeregt. Ich bin es nicht gewohnt vor gro├čen Menschengruppen zu sprechen und dann kamen nach meiner Wahl gleich deine gro├če Verabschiedung mit vielen wichtigen G├Ąsten, die erste Gemeinderatssitzung, die ich leiten durfte und die Einwohnerversammlung. Das war aufregend f├╝r mich. Aber es hat ja geklappt. Langsam gew├Âhne ich mich daran, es wird einfacher.

Womit besch├Ąftigst du dich zur Zeit besonders?

Ich versuche m├Âglichst viele Menschen kennenzulernen mit denen ich im weiteren Sinne zusammen arbeite. Mitarbeiter der Gemeinde, der Schule, der Kinderg├Ąrten, Ehrenamtliche der Vereine und der Verb├Ąnde und nat├╝rlich Mitarbeiter des Amtes Elmshorn-Land. Hier bekomme ich eine hervorragende Unterst├╝tzung, die Zusammenarbeit ist sehr positiv.

Au├čerdem setze ich mir Schwerpunkte. Ich wei├č z.B., dass viele nicht mit der Schulreinigung zufrieden sind. Da versuche ich Ursachenforschung zu betreiben. Ich gucke in die Vertr├Ąge, versuche herauszufinden ob sie eingehalten werden, spreche mit Betroffenen und bem├╝he mich um eine L├Âsung. Diese sollte m├Âglichst auch im Sinne des Steuerzahlers sein.

Das Neubaugebiet am Friedhof ist nat├╝rlich eine gro├če Herausforderung. Viele Menschen k├Ânnen kaum erwarten, dort Grundst├╝cke zu kaufen, ihnen kann es nicht schnell genug gehen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Widerstand einiger Anwohner und viele gesetzlich vorgeschriebene Schritte in der Bauleitplanung, die eine Gemeinde einhalten muss. So etwas kann nicht ├╝bers Knie gebrochen werden, sondern muss gut abgewogen werden. Wobei die Planungen daf├╝r ja nun schon sehr lange bestehen und von allen Mitgliedern im Gemeinderat seinerzeit gutgehei├čen wurden. Da ist es eine Herausforderung die gegens├Ątzlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Suchen die B├╝rger Kontakt zu dir?

Ja, die Sprechstunden werden meist gut besucht. Nat├╝rlich kann ich nicht alle Fragen sofort beantworten, aber ich erkundige mich dann bei den entsprechenden Stellen und informiere die B├╝rger anschlie├čend. Sehr h├Ąufig wenden sich die Einwohner aber auch mit Fragen, Anmerkungen oder auch Kritik per Email an mich.

Gibt es auch Dinge, die dir nicht so gefallen?

Ich habe einige Ideen, wie man z.B. Abl├Ąufe einfacher gestalten kann. Schwierig ist es dann, dass ich oft auf althergebrachte Strukturen treffe, die nicht so leicht zu ├Ąndern sind. Das finde ich dann mitunter z├Ąh. Aber ich werde nicht locker lassen, um Ver├Ąnderungen zu bewirken.

Wie siehst du ├╝berhaupt die Zukunft des Gemeinderates?

Der Gemeinderat besteht aus 17 Mitgliedern, davon geh├Âren 11 Vertreter meiner Fraktion an. Viele von ihnen arbeiten schon 20 Jahre und l├Ąnger im Gemeinderat und denken daran sich in den Ruhestand zu begeben. Wir brauchen also dringend Menschen, die Lust haben, sich mit uns zusammen um die Belange unserer Gemeinde zu k├╝mmern.

Das kann jeder tun, der mindestens 18 Jahre alt ist und in K├Âlln-Reisiek wohnt. Ein paar neue Leute in der Gemeindepolitik w├Ąren schon toll.

Wenn wir unsere Eigenst├Ąndigkeit aufgeben, weil wir uns nicht f├╝r unsere unmittelbare Umgebung engagieren, werden wir auf jeden Fall etwas verlieren.

Danke f├╝r das Gespr├Ąch, Kerstin.

Karin R├Âder

 
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