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Finanzen der Gemeinde K├Âlln-Reisiek

Ja, ich war immer sehr stolz, wenn ich beim Neujahrsempfang oder anderen Gelegenheiten als Bürgermeisterin sagen konnte: „Wir haben keine Schulden! Wir geben nur das aus, was wir in der Kasse haben!“

Das ist leider vorbei, schade. Aber warum ist das so? Wirft die Gemeinde jetzt pl├Âtzlich die Steuergelder zum Fenster hinaus? In der Zeitung steht doch, dass┬á auf jeden K├Âlln-Reisieker B├╝rger zur Zeit 140,- ┬Ç Schulden kommen.

In anderen Artikeln der Dorfnotizen k├Ânnen Sie lesen wie und wof├╝r das Geld investiert wurde. Zusammenfassend kann man sagen: Wir haben in die Zukunft investiert. Fast alle gemeindlichen Geb├Ąude wurden energetisch saniert, f├╝r Betreuung und Schule wurde an- und umgebaut und der Zukunftskindergarten wurde gebaut. F├╝r viele Ma├čnahmen haben wir hohe Zusch├╝sse erhalten, aber trotzdem musste die Gemeinde selbst viel investieren. Einen Teil des Geldes mussten wir finanzieren.

F├╝r den Bau des Zukunftskindergarten haben wir 2013 einen Kredit ├╝ber 500.000,- ┬Ç aufgenommen, er l├Ąuft ├╝ber 10 Jahre. 2023 wird dieser Kredit, und nur den hat die Gemeinde, getilgt sein. Die Restschuld am 31.12.2016 betr├Ągt 406.244,- ┬Ç, das w├Ąren ca. 127,- ┬Ç je Einwohner. Jeder, der selbst gebaut hat, kann diesen Vorgang nachvollziehen. Auch in K├Âlln-Reisiek wird es kaum B├╝rger geben, die ihr Grundst├╝ck und ihr Haus bar bezahlt haben.

Nat├╝rlich w├Ąre es sch├Ân, wenn die Gemeinde noch viele W├╝nsche erf├╝llen k├Ânnte, deren Realisierung f├╝r die B├╝rger erstrebenswert erscheint.

Die in politischer Verantwortung stehende SPD hat sich daf├╝r entschieden, alle gemeindlichen Geb├Ąude zu sanieren, m├Âglichst energiesparend zu arbeiten, Kinderg├Ąrten und Schule so gut wie m├Âglich herzurichten und auszustatten.

Einem gro├čen Teil dieser Projekte hat die CDU nicht zugestimmt, sondern andere Priorit├Ąten gesetzt. Sofort und jetzt soll eine Umgehungsstra├če gebaut werden. Ein Finanzierungsvorschlag f├╝r dieses Projekt wurde aber bisher nicht vorgelegt. Sch├Ątzungen ergeben, dass der Bau der Umgehungsstra├če (Grunderwerb, Honorar, Vermessung, Baukosten) sicher 3 Millionen ┬Ç kosten wird.

Zur Zeit ist weder vom Land noch vom Kreis mit Zusch├╝ssen zu rechnen. Eine Teilsumme k├Ânnte vermutlich aus Erschlie├čungsbeitr├Ągen f├╝r ein m├Âgliches Gewerbegebiet erwirtschaftet werden. Aber der Rest? Auch der Hinweis, dass ein Investor Kosten f├╝r eine Umgehungsstra├če zu ├╝bernehmen habe, ist eine Spekulation, die auf Unkenntnis der Fakten beruht.

Die SPD-Fraktion ist nicht bereit diese hohe Verschuldung einzugehen, um ein Projekt zu finanzieren, dessen Sinn noch nicht ganz klar ist. Steht doch in dem Verkehrsgutachten, das die Gemeinde 2015 in Auftrag gab, auch der Hinweis, dass die angedachte Verbindungsstra├če in erster Linie die Wittenberger Stra├če entlasten w├╝rde. Das hei├čt f├╝r mich: Bei Stau auf der Wittenberger Stra├če f├Ąhrt man ├╝ber die K├Âllner-Chaussee und dann ├╝ber die neue Stra├če, um schneller zur Autobahn zu kommen.

Karin R├Âder

 
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