B-Plan 20 in Kölln-Reisiek

Am 26.01.2017 fand eine Informationsveranstaltung statt über die Ausweisung eines Mischgebiets für das örtliche Kleingewerbe.

Die Gemeinde wurde von mehreren Gewerbetreibenden aus Kölln-Reisiek angesprochen, dass Bedarf an Flächen innerhalb der Gemeinde besteht (für kleine ortsansässige Firmen). Zeitgleich beschwerten sich mehrfach Bürger bei der Gemeinde darüber, dass sie in ihren Wohngebieten von Gewerbe ausführenden Firmen gestört werden, besonders durch zusätzlichen Verkehr für Anlieferungen und Abholungen oder durch Firmen- und Mitarbeiterfahrzeuge in den frühen Morgen- und Abendstunden.

In mehreren Sitzungen sowohl im Bauausschuss als auch im Gemeinderat hat man sich mit dieser Thematik beschäftigt und einstimmig beschlossen, Flächen für diesen Zweck auszuweisen.

Zwar liegt die Planungshoheit zur Ausweisung von Flächen für eine Bebauung bei jeder Gemeinde selber, allerdings werden von der Landesbehörde nur Planungen genehmigt, die mit den Nachbargemeinden abgestimmt wurden.

Diese Abstimmungsrunden finden innerhalb der SUK (Stadt-Umland-Kooperation) statt. Die SUK besteht aus dem Mittelzentrum Elmshorn und weiteren 10 Umlandgemeinden. Die Entwicklungs- und Planungs-Wünsche aller Gemeinden, ob für Wohnbebauung oder für Gewerbe, werden für 5 Jahres-Zeiträume in die SUK Runde eingebracht und werden mit den Vorgaben der Landesplanung abgeglichen. Daraus erhält dann jede Gemeinde ihre Entwicklungspotenziale geordnet nach Wohnbebauung oder Gewerbebebauung und nach zeitlicher Priorität. Das Besondere an dieser Runde ist, dass alle Beschlüsse einstimmig gefasst werden müssen. Elmshorn mit über 50.000 Einwohnern hat in dieser Runde genau wie Seeth-Ekholt mit unter 1.000 Einwohnern nur 1 Stimme. Da jede Gemeinde  anders gelagerte Interessen hat, sind diese Abstimmungsrunden sehr schwierig und verlangen große Disziplin und Toleranz.

Abgestimmt sind die Entwicklungen der Gemeinden für den Zeitraum 2015-2020. Für Kölln-Reisiek sind festgeschrieben der B 19 (Stabeltwiete) mit einer Fläche von 5,8 ha für Wohnbebauung und die Restfläche B 13 am grauen Esel für Gewerbe.

Möchte man sich zwischenzeitlich anders entwickeln, ist dies von der SUK Runde zu genehmigen. Ist der Wunsch nach zusätzlichen Gewerbeflächen gegeben, wie jetzt bei uns, dann muss an anderer Stelle eine Gemeinde aus dem Kreis der SUK auf Gewerbeflächen verzichten. Das ist nicht so einfach, wie man sich wohl denken kann.

Als Beispiel: Kölln-Reisiek verzichtet auf Wohnbauflächen der zweiten Priorität (2020-2025)zu Gunsten der Gemeinde A und bekommt dafür Gewerbefläche von der Gemeinde A, die diese nicht mehr braucht. Jetzt bemüht sich Kölln-Reisiek darum die Fläche aus der Priorität 2 in eine Priorität 1-Fläche (2015-2020) zu wandeln, um die Flächen zeitnah zu entwickeln - und bei diesem Vorgehen müssen alle zustimmen.

Dies ist leider noch nicht alles, um eine Bebaubarkeit zu erreichen. Weitere Schritte sind notwendig!

Ein geeignetes Grundstück muss zur Verfügung stehen. Da die Gemeinde nicht selber entwickeln will und kann, ist sie eine Partnerschaft mit der Landgesellschaft eingegangen. Diese nimmt Verhandlungen mit den jetzigen Flächenbesitzern auf und versucht die ausgesuchten Flächen zu kaufen. Dies scheint auf einer größeren Fläche direkt an der Köllner Chaussee (zwischen dem Wiesengrund und der Baumschule Schrader) gelungen zu sein.

Für die Landgesellschaft ist es natürlich absolut wichtig, wie groß die tatsächliche Nachfrage ist, um nicht ein leeres Gebiet über Jahre zu finanzieren.

Im Januar 2017 wurden alle Gewerbetreibenden aus Kölln-Reisiek zu einem Infoabend im Gemeindezentrum eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht, zwischenzeitlich haben mehrere Firmen ihre Wünsche konkretisiert und ihren Flächenbedarf aufgegeben. Zur Zeit wartet die Gemeinde noch auf die Genehmigung aus der SUK Runde, um dann möglichst bald mit der Umsetzung zu beginnen.

Birger Paulsen
Vorsitzender Bau- Planungsausschuss

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