SPD Kölln-Reisiek

Betreuende Grundschule Kölln-Reisiek

Seit 20 Jahren gibt es in K√∂lln-Reisiek eine Betreuung f√ľr Schulkinder nach und teilweise vor Schulschluss bzw. Schulbeginn sowie f√ľr 6 Wochen Ferien. Berufst√§tige Eltern st√ľnden sonst vor einem gro√üen Problem, wenn ihre Schulkinder, wie in der 1. Klasse, teilweise schon um 11:30 Uhr Schulschluss haben. Wohin dann mit den Kindern, bis ein Elternteil nach Hause kommt? Und was ist, wenn die Urlaubstage nicht f√ľr die kompletten 12 Wochen Schulferien reichen?

Es gibt bisher keinen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Das ist anders als bei Krippen- oder Kindergartenpl√§tzen. Dennoch hat sich durch eine Elterninitiative der Verein gegr√ľndet. Die Gemeinde unterst√ľtzt, indem sie Raum und Energie kostenlos zur Verf√ľgung stellt. Im Jahr 2015 wurde der Raum der Betreuung erweitert, es stehen jetzt circa 100 m¬≤ zur Verf√ľgung.

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen wächst stetig.

Organisiert ist die Betreuung als eingetragener Verein mit einem Vorstand, der aus 3 Personen und einer Beisitzerin besteht. Es engagieren sich ehrenamtlich M√ľtter, deren Kinder die Grundschule besuchen. Der Verein hat mittlerweile 80 Mitglieder. Der Vorstand besteht zurzeit aus Heike Buchholt, 1. Vorsitzende, Christiane Stein, 2. Vorsitzende, Claudia Heinitz, Kassenwartin und Carolin Riediger, Beisitzerin.

Wir m√∂chten an dieser Stelle den Vorstandsmitgliedern Gelegenheit geben von ihrer Arbeit zu berichten und haben ein Interview mit ihnen gef√ľhrt.

- Heike, seit wann hast du dieses Amt inne und wieviel Zeit kostet es dich?

Ich wurde vor 2 Jahren zur Vorsitzenden gew√§hlt, damals hatte ich noch keine Kinder an der Schule. Trotzdem wollte ich mich aktiv einbringen, denn eine Betreuung war und ist f√ľr unsere Familie wichtig, um weiterhin berufst√§tig sein zu k√∂nnen. Zeitlich kann man den Aufwand nicht so genau einsch√§tzen, aber √ľber das Jahr verteilt kommt man schon auf circa 2 Stunden pro Woche, haupts√§chlich abends. Dazu kommen diverse Schul- und Kulturausschusssitzungen.

- Wieviel Mitarbeiter beschäftigt der Verein?

Über die Zeit sind wir zu einem kleinen Unternehmen herangewachsen, was die Mitarbeiterzahl angeht. Wir beschäftigen 7 Personen, 4 Teilzeitkräfte und 3 Minijobber.

- Wieviel Kinder sind zurzeit bei euch und wie hat sich das in den letzten Jahren entwickelt?

Bis vor vier Jahren lag die Betreuungszahl noch bei circa 24 Kindern. Dann explodierte der Bedarf f√∂rmlich, neue Pl√§tze wurden dringend ben√∂tigt und das Konzept musste komplett angepasst werden. Aktuell nutzen 57 Kinder das Betreuungsangebot und f√ľr das n√§chste Schuljahr haben uns 21 Neuanmeldungen erreicht. Damit liegt die Betreuungsquote bei √ľber 50% der Sch√ľler und Sch√ľlerinnen der Grundschule.

- Was geh√∂rt alles zu deinen Aufgaben? Worum k√ľmmerst du dich?

Ich bin quasi das M√§dchen f√ľr alles. Fragen von Eltern, Mitarbeiterinnen und auch von der Schule landen bei mir auf dem Schreibtisch. Dazu kommt die Personalf√ľhrung und zusammen mit Claudia Heinitz k√ľmmere ich mich um die Beantragung von F√∂rdergeldern vom Land Schleswig-Holstein.

- Welche Probleme gibt es? Wor√ľber √§rgerst du dich?

Toi toi toi, zurzeit liegen kaum nennenswerte Probleme vor, nicht zuletzt auch wegen unserer tollen Betreuerinnen, die eine super Arbeit machen. Schlaflose N√§chte hat mir zum Jahreswechsel allerdings die hohe Anzahl an Neuanmeldungen gemacht. Wohin mit den Kindern, wenn die Schule jeden ihr zur Verf√ľgung stehenden Raum selbst nutzen muss? Hier√ľber haben wir auf einigen Vorstandssitzungen und Gemeindesitzungen diskutiert und konnten schlussendlich zusammen mit der Gemeinde und dem Tennisverein eine gute L√∂sung finden. Hier d√ľrfen wir n√§mlich im n√§chsten Schuljahr Gast sein.

- Was w√ľnscht du dir f√ľr die Betreuung in der Zukunft?

Ich w√ľnsche mir, dass die Mitarbeiter weiterhin so gut harmonieren wie bisher und ihre gute Laune auf die Kinder √ľbertragen. Hilfsbereite Eltern, die uns in unserer Arbeit unterst√ľtzen ¬Ėzum Beispiel beim Kauf- und Tauschmarkt. Dazu noch ein paar nette Vorstandssitzungen mit meinen Vorstandsm√§dels.

- Christiane, seit wann bist du dabei?

Ich bin seit 1 Jahr im Vorstand.

- Wie teilt ihr untereinander die Arbeit auf?

Haupts√§chlich bin ich f√ľr die Ferienbetreuung verantwortlich. Neben dem Anmeldeverfahren k√ľmmere ich mich um die Kosten- und Personalplanung. Das Ferienprogramm erstellen unsere Betreuerinnen und stimmen es dann mit mir ab.

 

Neben Heike und Claudia ist auch noch Carolin Riediger als Beisitzerin zu erw√§hnen. Sie bereitet jeden Monat die Lohnabrechnung vor, die dann von einem externen Lohnb√ľro ausgef√ľhrt wird.

- Klappt eure Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands?

Dank moderner Medien halten wir vier uns st√§ndig gegenseitig auf dem Laufenden und tauschen uns regelm√§√üig √ľber alle Themen aus. So hat jede ihr Spezialgebiet, ist aber immer informiert. Alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Die Zusammenarbeit klappt wirklich super und wir haben auch immer viel Spa√ü bei unseren Treffen.

- Claudia, was hast du als Kassenwartin f√ľr Aufgaben?

Seit drei Jahren k√ľmmere ich mich um das Vereinsverm√∂gen. Dies beinhaltet den Einzug der Beitr√§ge und die laufende Bezahlung von Rechnungen, die Vorbereitung der Steuererkl√§rung und alle weiteren Belange der Eltern, die das Thema Beitr√§ge beinhalten. Dabei habe ich immer die Liquidit√§t im Blick.

- Wieviel kostet die Betreuung?

Die Betreuung kostet derzeit 140,- € pro Monat, in der Schulzeit täglich von 07:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Geschwister bekommen einen Rabatt von 20,- € pro Monat. Dazu kommt einmalig ein Vereinsbeitrag von 20,- €. Die Ferienbetreuung ist separat zu buchen und kostet derzeit 80,- € pro Ferienwoche. Zusätzlich kann ein warmes Mittagessen gebucht werden.

- Ihr habt vor einiger Zeit das System umgestellt, kannst du kurz erkl√§ren, wie es jetzt l√§uft und warum ihr euch f√ľr dieses Modell entschieden habt? (Flatrate)

Bis vor zwei Jahren konnten unsere Mitglieder die ben√∂tigen Betreuungsstunden noch flexibel buchen. Die Preise waren gestaffelt nach angemeldeten Stunden und wurden lange Zeit nicht an die tats√§chlichen Kosten angepasst. Der organisatorische Aufwand war mit der stark gestiegenen Mitgliederanzahl nicht mehr zu h√§ndeln und eine vorausschauende wirtschaftliche Planung vor Beginn eines Schuljahres war nicht m√∂glich. Der Flatrate-Gedanke kam uns, als wir Beitragsmodelle von anderen Schulen gesichtet haben. Ein Beitrag f√ľr alle vereinfacht unsere Arbeit enorm und ist auch von einem ehrenamtlichen Vorstand zu schaffen. Die Kosten sind gedeckt und √úbersch√ľsse wandeln wir zum Schuljahresende in beitragsfreie Monate um.

- Gibt es Probleme? Wird rechtzeitig gezahlt oder musst du mahnen?

Die Beitragszahlung läuft derzeit problemlos.

- Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Schule und der Gemeinde?

Die Zusammenarbeit mit beiden hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Wir unterst√ľtzen uns gegenseitig und sind laufend im Gespr√§ch. Die Gemeinde, insbesondere die B√ľrgermeisterin, hat stets ein offenes Ohr f√ľr unsere Belange. In Planungen f√ľr die Zukunft werden wir fr√ľhzeitig angeh√∂rt und mit eingebunden.

- Ich danke euch f√ľr das Gespr√§ch.

An dieser Stelle m√∂chte ich die Gelegenheit nutzen, die Arbeit der Betreuenden Grundschule, des Vorstands und auch der Mitarbeiter zu w√ľrdigen und euch zu danken.

Ihr leistet im Vorstand ehrenamtlich unentgeltlich eine tolle Arbeit, die sicher oft nicht einfach ist.

Ihr seid im vergangenen Jahr mehrfach auf mich zugekommen und habt berichtet, dass es Raumprobleme gibt, dass die Nachfrage nach Betreuungspl√§tzen steigt. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Betreuung empfinde ich als sehr positiv und konstruktiv. Daf√ľr m√∂chte ich euch danken.

Kerstin Frings-Kippenberg
B√ľrgermeisterin

 

 
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