Beate Raudies beim Kreisbauernverband

Um sich ein Bild von der Lebenssituation der Bauern im Kreis Pinneberg zu machen, haben sich die beiden neuen SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies und Kai Vogel die Vorstandsmitglieder des Kreisbauernverbands Lars Kuhlmann, Peer Jensen Nissen und Hans Jürgen Hass zu einem Gespräch im Almthof in Appen getroffen. Dort wurde einen Tag zuvor ein großes Erntefest mit mehr als 2000 Besuchern gefeiert. Für Beate Raudies ist klar: "Die bunten Umzüge an Erntedank sollen über eines nicht hinwegtäuschen: Das täglich Brot ist alles andere als alltäglich, sondern muss hart von den Bauern auf den Äckern erwirtschaftet werden.»

Auch auf dem Almthof, mit dem sich Eigentümer Hauke Pein mit seiner Familie zusätzlich zur Milchwirtschaft touristische Felder erobert hat. Seit einigen Jahren begeistern Hofcafé und Infoveranstaltungen rund um das Thema Landwirtschaft Jung und Alt. Tourismus auf dem Bauernhof, das sei sogar noch ausbaubar, so Hauke Pein. «Das scheitert allerdings an bürokratischen Hürden. Wenn wir uns vergrößern wollen, also eine Umnutzung beantragen müssten, würde uns das viel Geld kosten.» Denn Planungsrecht müsse geändert werden. Raudies und Vogel sagten zu, sich über Förderungsmöglichkeiten, etwa Finanzen aus dem Aktivregionprogramm, zu informieren.

Außerdem wollten die beiden Politiker erfahren, wie es um das Thema Maisanbau für Biogasanlagen bestellt ist. «Wird zu viel Mais im Kreis angebaut», fragte Raudies die Vertreter des Kreisbauernverbands. Dazu Lars Kuhlmann: «Diese Problematik ist im Kreis Pinneberg nicht vorhanden.» Ohnehin sei der Trend beendet, im Norden des Landes gebe es sogar schon Biogasanlagenbetreiber, die pleite seien.

Doch nach wie vor sei Mais eine beliebte Anbaupflanze, da er vermehrt für die Ernährung von Rindern genutzt werde. Auch das sei ein Grund, weshalb kaum noch landwirtschaftliche Flächen brach liegen würden.

Flächenverbrauch und Verdichtung durch Autobahnbau und Erschließung von neuen Wohngebieten ist indes auch ein wichtiges Thema für die Landwirte. «Man geht davon aus, dass für einen Kilometer Autobahnbau 25 Hektar Ackerfläche verschwinden. Wenn dann auch noch für Ausgleichsflächen kostbare Felder dran glauben sollen, wird es für viele Bauer prekär», so Kuhlmann. Er schlug stattdessen vor, extensiv bewirtschaftete Flächen durch Ausgleichspflanzungen aufzuwerten. Die beiden Abgeordneten wollen diese Anregungen in entsprechenden politischen Gremien diskutieren.

Weiteres wichtiges Thema in der Runde: die schwierige Ausbildungssituation von in der Landwirtschaft tätigen Lehrlingen. «Zum einen verdienen Azubis mit Fachhochschulabschluss etwa 2500 bis 3000 Euro brutto. Für eine 60-Stunden-Woche kein attraktiver Verdienst», so Kuhlmann. Zum anderem müssten Azubis oftmals lange Wege zu den Berufsschulen in Kauf nehmen. So auch die Lehrlinge vom Almthof, die zur Berufsschule nach Itzehoe fahren und etwa anderthalb Stunden mit Bus und Bahn unterwegs sind. «Wir werden uns um dieses Thema kümmern, damit es in einigen Jahren nicht zum Fachkräftemangel kommt», betonten Beate Raudies und Kai Vogel.

Ebenfalls Thema in der Runde: ökologischer Landbau. «Einige konventionelle Betriebsleiter sehen die Ökobetriebe in einem kritischen Licht. Wir sind uns aber einig darüber, dass Ökobauern hohe Produktionskosten haben und trotz gutem Image kämpfen müssen», so Kuhlmann. Dem stimmten die beiden SPD - Abgeordneten zu.

Weiterhin präsentierte Nissen den beiden Politikern eine kleine Erntebilanz für den Kreis Pinneberg: « Die Maisernte steht in den Startlöchern und wird leicht überdurchschnittlich ausfallen. Bei der Wintergerste wurden gute Erträge erbracht, wobei der Winterweizen aufgrund des kalten Frühjahrs eher durchschnittlich ausfiel, ebenso, wie der Roggen.

Raudies und Vogel sowie die Vertreter des Kreisbauernverbands freuten sich über die positive Gesprächsatmosphäre und wollen sich bald wieder zu einer Themenrunde treffen.

Elmshorn, den 25.09.2012

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