Beate Raudies zu Gast bei der Pflegeschule der RegioKliniken

Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies besuchte die Pflegeschule der RegioKliniken. Dort haben Krankenschwestern mit Migrationshintergrund ihre Anerkennungsprüfung bestanden.

Sie kommen aus Polen, Russland, aus der Ukraine und aus Kuba. Und sie sind glücklich und stolz: Acht Krankenschwestern, die ihre Ausbildung im Ausland gemacht hatten, haben sich im Rahmen eines Kurses im Bildungszentrum der RegioKliniken in Uetersen erfolgreich um ihr Anerkennungszertifikat bemüht. Nachdem alle dazu erforderlichen Prüfungen absolviert wurden, gab es kürzlich eine kleine Feier in der Pflegeschule an der Bleekerstraße.

Mit dabei war die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies, die sich über den Kursus und über die Berufsperspektiven der Frauen mit Migrationshintergrund informieren wollte. Die Teilnehmerinnen kamen aus allen Teilen Schleswig-Holsteins zum Seminar nach Uetersen angereist. Denn das Bildungszentrum ist landesweit die einzige Einrichtung, die einen derartigen Kursus für Pflegekräfte mit Migrationshintergrund anbietet.

„Das war die beste Entscheidung meines Lebens“, sagte die gebürtige Polin Anna Miszkiewicz mit Tränen in den Augen, und alle Teilnehmerinnen stimmten ihr zu. Denn jetzt, mit dem Diplom in den Händen, können sich die Frauen um qualifizierte Berufe im Gesundheitswesen bewerben. Bislang arbeiteten die ausgebildeten Kräfte als Pflegehelferinnen oder Putzfrauen. Eine der Frauen war ein Jahr als Praktikantin in einem Krankenhaus tätig. „Es ging für mich nicht mehr so weiter. Ich bin ja gelernte Krankenschwester. Ich will eine bessere Zukunft für mich und meinen Sohn. Das geht eben nur, wenn ich meine Ausbildung hier anerkennen lasse“, sagte Larysa Otto, die vor einigen Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam.

In der Tat haben alle Absolventinnen Angebote oder sogar schon Arbeitsverträge als Fachkraft in der Tasche – für Iris Gebh, Leiterin des Bildungszentrums, kein Wunder. „Nach Informationen der Arbeitsagentur gibt es derzeit im Bereich Gesundheits- und Pflegeberufe 6.100 offene Stellen allein in Schleswig-Holstein. Unsere Kursusteilnehmerinnen haben also reichlich Auswahl. Man wird auf die Fachkräfte aus dem Ausland nicht mehr verzichten können.“ Das liege nicht nur an der Fachkompetenz, sondern auch an deren Sprachkenntnissen. „Während meines Praktikums musste ich zwischen einem Patienten, einem älteren Mann aus Polen und Ärzten dolmetschen“, berichtete Anna Miszkiewicz. „Es ist sehr wichtig, dass Patienten, die sich auf Deutsch nicht richtig ausdrücken können, gerade in einer Notsituation im Krankenhaus korrekt verstanden werden. Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies.

Das Arbeitspensum, das die Frauen während des Anerkennungsseminars absolvieren müssen, ist anspruchsvoll. In nur wenigen Wochen müssen sie ihre Pflegekenntnisse auffrischen. Nach einem Theorieteil folgt ein acht Wochen umfassendes Praktikum in einer Pflegeeinrichtung. Dann stehen Prüfungen an, Examina mit dem gleichen Lernstoff, den Krankenschwestern hierzulande während ihrer dreijährigen Ausbildung gebüffelt haben. „Das war nichts Neues für mich. Ich hatte aber Bedenken, ob meine Sprachkenntnisse ausreichen, um die Prüfung zu bestehen“, so Damarys Pol-Diaz, gebürtige Kubanerin. Die anderen Frauen nicken. Außerdem mussten die Arbeitgeber überzeugt und die Kinderbetreuungsfrage geklärt werden. Einige Frauen hatten einen langen Anfahrtsweg nach Uetersen. Beate Raudies: „Ich bin beeindruckt, dass sich die Teilnehmerinnen von all den Schwierigkeiten nicht von ihrem Ziel haben abbringen lassen. Das ist mutig und vorbildlich.“

Dazu Michael Behrmann, Weiterbildungsberater von der Arbeitsagentur: „Da musste in dem einen oder anderen Fall Ermutigungsarbeit geleistet werden.“ Er wünscht sich, dass sich noch sehr viel mehr Pflegefachkräfte mit Migrationshintergrund zu den Kursen anmelden. Das Problem: „Zum einen ist diese Möglichkeit, sich hier mittels Prüfung die Qualifikation anerkennen zu lassen, viel zu wenig bekannt“, so Behrmann. Zum anderen seien die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen nicht darüber informiert, wie viele Fachkräfte sich unter den Migrantinnen tatsächlich befinden. „Da gibt es bestimmt viele ‚Rohdiamanten‘ und wir wissen es nicht. Da sind wir auf Mundpropaganda und Infos der Arbeitgeber angewiesen.“

Dann gebe es noch bürokratische Probleme. „Es wäre praktisch, wenn auf den entsprechenden Anerkennungsformularen von Behörden explizit vermerkt werden würde, dass es genau diese Möglichkeit gibt“, sagte Beate Raudies. „Wir könnten vielleicht auch unsere Flyer mit Infos zum Seminar beilegen“, schlug Iris Gebh vor.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies sagte zu, diese Überlegungen im Sozialministerium vorzutragen. „Wir brauchen dringend gut ausgebildete Fachkräfte für Gesundheits- und Pflegeberufe. Der Zugang zu Anerkennungskursen muss deshalb sehr viel leichter gemacht werden“, so Raudies. Es sei außerdem wünschenswert, dass landesweit weitere Kurse angeboten werden würden.

Elmshorn, den 04. Dezember 2012

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