Das WIR entscheidet - Peer Steinbrück in Kiel

Ob er Kanzler kann, das wollten mehr als 1000 Besucher während der Wahlkampfveranstaltung von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf dem Europaplatz in Kiel herausfinden. Auch 20 Genossen aus dem Kreis Pinneberg hatten sich per Bus in die Landeshauptstadt aufgemacht. Mit Abgeordnetenkollegen vor Ort war auch die Elmshorner Landtagsabgeordnete Beate Raudies.

Vom Publikum konnten Fragen an Steinbrück gestellt werden. Und da stehen Fragen der sozialen Gerechtigkeit im Arbeitsleben ganz oben. „Ich weiß, es gibt Betriebe, die bezahlen ihre Leiharbeiter nicht nur schlechter, die kleiden sie auch anders als die Stammbelegschaft ein. Ich will so ein Land nicht.“, sagt Steinbrück.
Eine klare Meinung hat er auch zum Betreuungsgeld. „Das muss weg, es konterkariert unter anderem die massiven Investitionen in die Bildung“, sagt er.
Und Humor hat er ebenfalls, wenn er Pointen inzwischen vorsichtshalber der Presse erklärt. „Das Problem mit der Datenausspähung durch amerikanische Sicherheitsbehörden können wir leicht angehen. Wir laden die acht besten deutschen Hacker ein und lassen uns von denen mal erzählen, was wir gegen die NSA unternehmen können.“ - und dann an die übrigens in hoher Zahl erschienenen Reporter gewandt: „Das war ein Scherz.“
Weniger lustig findet Steinbrück die so genannte Bankenkrise. „Da wird Gewinn kapitalisiert und Verluste werden sozialisiert, wenn die sich mal verzockt haben. Diese Schieflage müssen wir beheben.“
Wer künftig den Makler für die Wohnungssuche zahlt? „Der, der ihn bestellt“, betont Steinbrück. Er will Kanzler werden, um die soziale Schieflage im Land wieder gerade zu rücken. Nicht nur die anwesenden Sozialdemokraten erreicht er mit diesen Worten, auch diejenigen, die ihn in Kiel kennen lernen wollten, applaudieren.

„Gehen Sie zur Wahl“, fordert Steinbrück zum Ende seiner Rede die Besucher auf - woraufhin die Pinneberger SPDler begeistert ihre mitgebrachten Schilder mit dem Aufdruck „Ich wähle Peer Steinbrück“ schwenken.