Torsten Albig und die Hansens aus Elmshorn

Ministerpräsident Torsten Albig berichtete in der Gaststätte „Im Winkel“ über die „Rot-Grün-Blaue Weichenstellung für Schleswig-Holsteins Zukunft“. Moderiert von der SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies scheuten sich die Besucher nicht, Fragen an den Ministerpräsidenten zu stellen.

 Er war der Stargast der Elmshorner SPD während der Woche der Genossen, in der es in der Krückaustadt um sozialdemokratische Politik ging: Ministerpräsident Torsten Albig erklärte vor 50 Gästen, die sich in der Elmshorner Gaststätte „Im Winkel“ eingefunden hatten, unter anderem, was genau es mit der fiktiven Familie Hansen aus Elmshorn auf sich hat. Jene Hansen hatte er in einer seiner Regierungserklärungen herangezogen, um die politische Weichenstellung für Schleswig-Holsteins Zukunft zu skizzieren - auch in der Gaststätte ein Anstoß zu einer Diskussion darüber, was die Gesellschaft in Schleswig-Holstein bewegt.
„Anhand der Hansens will ich zeigen, dass die Familie stärker in den Mittelpunkt unserer politischen Planungen rücken. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie die Realität für eine normale Familie ist, die eigentlich nur von wenigen Maßnahmen profitieren“, sagte Albig. Also habe man gehandelt: „Familien wie die Elmshorner Hansens - er im Einzelhandel tätig, sie ist Teilzeitkraft bei einer Versicherung, die beiden Kinder sind zehn und drei Jahre alt - profitieren ohne Wenn und Aber von einem 100-Euro-Gutschein für Krippen. Das geht direkt aufs Bankkonto“, so der Ministerpräsident.
Dieses Beispiel zeige auch, dass sich die Koalition bei der Stoßrichtung der Politik immer wieder gefragt habe, was die Erwartungen einer Familie aus der Mitte Schleswig-Holstein seien. „Eines unserer Ziele ist es, Jahr für Jahr voranzukommen, bis der Kita-Besuch für alle Familien kostenfrei ist“, so Albig.
Weiterhin würden die Hansens ebenfalls von den 2,6 Millionen Fördergeld für die Sanierung der Elmshorner Schulen und von den mehr als 51 Millionen Euro Bundes- und Landeszuschüssen für die Kita-Betriebskosten „direkt etwas haben“, betonte Albig.
Wie Familie Hansen mit den Flüchtlingen umgehen solle, auch dafür hatte Albig ein Rezept: Er forderte dazu auf, die Flüchtlinge freundlich aufzunehmen, ihnen zu helfen und sie als Chance für eine positive Entwicklung zu begreifen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien eine Million deutsche Vertriebene und Flüchtlinge allein nach Schleswig-Holstein gekommen und hätten das Land vorangebracht. Die meisten Flüchtlinge kämen aus nacktem Überlebenswillen und würden nicht, wie manche meinten, durch Sozialleistungen wie
Hartz IV ′gelockt′“, so Albig, der damit auf eine Äußerung aus Oppositionsreihen anspielte.
Albig verurteilte außerdem Fremdenhass und Gewalt wie im Februar in Escheburg im Kreis Herzogtum Lauenburg. „Solche Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte sind in Tat wie Form nichts anderes als bösartiger Terrorismus.“ Wenn jetzt als Kontrapunkt zur Willkommenskultur auch eine freundliche Verabschiedungskultur propagiert werde, stocke ihm der Atem angesichts solchen Zynismus, so der Ministerpräsident.
Was Elmshorner Hansens sonst noch interessiert, erfuhr Albig während der anschließenden Fragestunde. Da galt es, auch unangenehme Themen anzupacken. Wie etwa die äußerst angespannte Lage der HSH Nordbank. „Ja, da werden wir eine Last haben, aber Schleswig-Holstein wird damit umgehen“, so der Landeschef.
Seestermühes Bürgermeister Thorsten Rockel fragte nach, wie es denn mit der Breitbandversorgung im ländlichen Raum aussehe. Albig: „Sicher, da brauchen wir eine Strategie. Die Frage, wo die Lebensqualität am besten ist, hängt auch von einem guten Datennetz ab.“
Erst spät in der Nacht machte sich Torsten Albig wieder auf den Weg nach Hause. Dass nun kein Vertreter der angeschriebenen Familien Hansen gekommen war, fand keiner der Gäste wirklich schlimm. „Toll, dass sich der Ministerpräsident so viel Zeit für uns genommen hat“, so ein Besucher beeindruckt. Das hätten sicherlich auch die Hansens gesagt.

 

Heute 29.03.17

SPD-Pinneberg
19:00 Uhr, "Bezahlbarer Wohnraum" mit Innenminister Stefan St...

Morgen 30.03.17

SPD-Pinneberg
"Industriepolitik 4.0 - Chance für Beschäftigung...

SPD-Pinneberg
19:00 Uhr, Kreisvorstandssitzung...

Facebook

Raudies´ App

Links
QR-Code