Saatkrähen - Gesprächsrunde gegen tierische Invasion

Elmshorns große Saatkrähenpopulation war Thema des jüngsten SPD-Stadtgesprächs, zu dem Elmshorns SPD-Stadtfraktion gemeinsam mit der SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies in den Kollegiensaal des Rathauses eingeladen hatte. Zu Gast war außerdem Raudies‘ Abgeordnetenkollegin Sandra Redmann, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Mit auf dem Podium waren Elmshorns Fraktionsvorsitzender Ulrich Lenk, NABU-Vertreter Hans Helmut Dürnberg und Verwaltungsmitarbeiter Jörg Schmidt-Hilger.
50 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit PolitikerInnen und Fachleuten, machten ihrem Ärger über die vielen Krähen im Stadtgebiet ordentlich Luft. Kot und Lärm seien nicht mehr zu ertragen, so die Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger. Da sich einige Saatkrähennester in der Nähe von Schulen und Kindergärten befinden, befürchten einige Besucher ein Hygieneproblem. „Da würde ich mein Kind nicht im Sandkasten spielen lassen“, so ein Elmshorner. Es gab auch Stimmen aus dem Publikum, die den Abschuss der schwarzen Vögel forderten. „Selbst Vergrämungsmaßnahmen nützen nichts, da die Krähen so intelligent sind und sich drauf einstellen“, sagte ein Besucher. „Der Abschuss ist laut EU-Vogelschutzrichtlinie verboten und ich rate jedem ab, die Tiere zu töten oder mit Lasergeräten zu quälen“, sagte dazu MdL Sandra Redmann.

Einen nachvollziehbaren Grund für Abschüsse kann NABU-Experte  Dürnberg nicht erkennen. „Eine Überpopulation gibt es in Deutschland und somit auch in Elmshorn nicht.“ Dies belegt auch das Monitoring des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten: Die Bestände der Raben- und Nebelkrähen sind demzufolge bundesweit seit zwei Jahrzehnten konstant, mit nur geringen regionalen Schwankungen. Die Statistik zeigt zugleich, dass Abschüsse in anderen Bundesländern nicht wie beabsichtigt die Vorkommen verringern. „Bei den verbliebenen Vögeln führt das nur zu verstärkter Bruttätigkeit, so dass der Bestand schnell wieder aufgefüllt ist“, so Dürnberg.
Er vermutet, dass das „Krähenproblem“ in Elmshorn quasi hausgemacht sei: „Viele vergessen, dass sich die Kulturlandschaft in den vergangenen Jahren verändert hat.“ Zum einen gebe es keine Ackerflächen mehr in der Stadt. Zum anderen würden viele Landwirte aus dem Umland ihre Felder zunehmend durch Gülle mit Nährstoffen anreichern - was wiederum Schnecken und Würmer anzieht. Daher versorgten sich die Krähen in der Nachbarschaft mit Nahrung und kehren dann auf ihre sicheren Nester in der Stadt zurück. Hier haben sie wenig natürlichen Feinde. „Außerdem sind sie so intelligent, dass sie schnell durchblicken, wie Vergrämungsaktionen funktionieren“, so der NABU-Experte. Eine mögliche Maßnahme sei es deshalb, für genügend Grünflächen rings um Elmshorn zu sorgen, „damit ein Stück Natur wieder ins Lot gerät“, so ein Besucher.
Sandra Redmann, Beate Raudies und Ulrich Lenk plädierten dafür, eine Gesprächsrunde, bestehend aus Fachleuten, Politikern und Verwaltungsvertretern einzurichten, um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren - eines sei dabei aber klar: „Eine schnelle Lösung wird es nicht geben.“

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