Gerechtigkeit Schritt für Schritt vorantreiben

Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Pinneberg im Gespräch mit Frauenministerin Kristin Alheit und Abgeordneten von Bund und Land

Landesfrauenministerin Kristin Alheit (3. v. l.) mit MdB Ernst Dieter Rossmann, Kreis Pinneberger Frauenbeauftragten Tinka Frahm (6. v. l.) und MdL Beate Raudies (1. v. r.)

„Das Lohngleichheitsgesetz, das die Lücke zwischen Männern und Frauen in der Bezahlung schließen soll, kann ein wichtiger Zwischenschritt zur Lohngerechtigkeit werden, auf den keineswegs verzichtet werden darf“. So wurde das Ergebnis einer intensiven Aussprache von Schleswig-Holsteins Frauenministerin Kristin Alheit in Begleitung des Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann und der Landtagsabgeordneten Beate Raudies mit den Gleichstellungsbeauftragten und Mitarbeiterinnen von Beratungseinrichtungen für Frauen im Kreis Pinneberg zusammengefasst.
Tinka Frahm, die neue Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Pinneberg, konnte zu der intensiven Gesprächsrunde nicht nur Kolleginnen aus Städten und Gemeinden begrüßen, sondern machte zugleich ein erweitertes Spektrum an Fragestellungen auf. So geht es den Gleichstellungsbeauftragten auch nicht nur um das Lohngleichheitsgesetz, sondern in gleicher Weise um das Rückkehrrecht aus einer Teilzeittätigkeit in eine Vollzeitbeschäftigung. Auch die erleichterte Ausgestaltung der Fördermaßnahmen von Frauen und Männern zur gleichen Verantwortung in der Familie über das Elterngeld beziehungsweise das neue Elterngeld Plus ist wichtig.
Ernst Dieter Rossmann, Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneter, hofft jetzt darauf, dass das Lohngleichheitsgesetz, nachdem es monatelang durch das Kanzleramt blockiert worden war, jetzt doch noch Ende März zu einer Verabschiedung im Parlament geführt werden kann. Rossmann: „In diesem ersten Schritt zur weiteren Lohngerechtigkeit soll es für 14 Millionen Beschäftigte die Möglichkeit geben, sich in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern über die Bezahlung einer vergleichbaren Gruppe des anderen Geschlechtes zu informieren. Damit können die diskriminierten Beschäftigten dann bei Gehaltsverhandlungen informierter und selbstbewusster auftreten, weil das diskriminierende Tabu der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern im Betrieb durchbrochen wird“. Diese neuen Möglichkeiten werden insbesondere dort als wichtig angesehen, wo es keine Tarifbindung und auch keine klaren gewerkschaftlichen Strukturen gibt beziehungsweise Betriebsräte in den Betrieben nicht für Gleichberechtigung bei der Lohngestaltung eintreten können.
Schleswig-Holstein Frauenministerin Kristin Alheit machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass auch die unterschiedliche Erwerbsbiografie von Frauen und Männern zu einer Entgeltlücke führt.
Umso wichtiger sei es, dass die Bundesfrauenministerin jetzt einen Gesetzesvorstoß machen will, um ein Rück-kehrrecht aus der Teilzeit auf eine Vollzeitstelle zu garantieren. Kristin Alheit: Ich bin voll für das Gesetz und es wird aus Schleswig-Holstein die uneingeschränkte Unterstützung bekommen“.
Für die konkrete Umsetzung in den mittleren und größeren Betrieben müssten dann geeignete Modelle gefunden werden, wofür es aber bereits Vorbilder auch in anderen Staaten gibt, die den Gleichberechtigungsanspruch schon deutlich stärker umgesetzt haben. Die Landtagsabgeordnete Beate Raudies hierzu: „Wir dürfen dort auch nicht lockerlassen, immerhin wollen in ganz Deutschland 750.000 Teilzeitbeschäftigte länger arbeiten, von denen 80 % Frauen sind.