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Sparkasse Kirchbarkau

Förde Sparkasse setzt auf mobile Filiale

Ein Bericht von Ulrich Metschies in den KN vom 06.02.2013 schockiert die Bürger im Barkauer Land: Die zweitgrößte Sparkasse des Landes will ab 2014 eine rollende Filiale auf den Weg bringen, um sich von teuren stationären Zweigstellen zu verabschieden. Zunächst betroffen: Groß Wittensee, Kirchbarkau und Probsteierhagen. Schon im April des nächsten Jahres soll die Zweigstelle Kirchbarkau geschlossen sein! Statt dessen wird ein Sparkassentruck von 14 m
Länge, 2,5 m Breite und 14 Tonnen zweimal für einen halben Tag in der Woche (montags und donnerstags in Kirchbarkau) als mobile Filiale in die Dörfer rollen. Ist das wirklich zukunftsorientiert? Eigentlich müsste man sagen „rückwärtsgewandt“, denn das gab es früher schon! Heute will doch die Sparkasse sieben Versprechen einlösen – zumindest ist das auf ihrer Homepage großspurig zu lesen:

Klartext - Unsere Sprache ist norddeutsch und klar.
Wir sprechen mit Ihnen kein Finanzchinesisch, sondern wir drücken uns auch in Bankangelegenheiten norddeutsch und klar aus. Denn uns liegt daran, dass Sie jederzeit nachvollziehen können, was mit Ihren Finanzen geschieht.


Verbindlichkeit - Bei uns betreut Sie ein fester Ansprechpartner.
Gerade in finanziellen Dingen ist ein vertrautes Gesicht wichtig. Wir achten deshalb darauf, dass sich ein fester Ansprechpartner um all Ihre Fragen und Belange kümmert. Für bestimmte Fachgebiete zieht er in Einzelfällen Spezialisten hinzu, doch er – oder sie - ist und bleibt Ihre verbindliche Adresse bei uns.

Verantwortung - Wir beraten Sie verantwortungsbewusst und respektvoll.
Wenn wir Empfehlungen für Sie ausarbeiten, sind wir uns unserer Verantwortung für Ihre Finanzen voll bewusst und beraten Sie nach bestem Wissen und Gewissen. Unser Ziel ist es, dass Sie aufgrund unserer Beratung am Ende eigenständig entscheiden können, was das Beste für Sie ist. Und diese Entscheidung respektieren wir voll und ganz.

Zeit - Wir nehmen uns Zeit für Sie.
Vereinbaren Sie montags bis freitags zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends Ihren Wunschtermin mit Ihrem Berater. Wenn Sie dann bei uns sind, gehört Ihnen unsere volle Aufmerksamkeit – denn gute Beratung beginnt mit intensivem Zuhören.

Nähe - Wir sind ganz in Ihrer Nähe für Sie da.
In unserer Region bieten wir Ihnen mehr Filialen als irgendein anderes Institut – und mehr Geldautomaten. Und darauf können Sie sich auch in Zukunft hundertprozentig verlassen.


Bargeldservice - Wir versorgen Sie bundesweit kostenlos mit Bargeld.
An deutschlandweit über 25.000 Geldautomaten der Sparkassen erhalten Sie von uns gebührenfrei Bargeld. Unsere Profis sorgen dafür, dass unsere Geräte immer zuverlässig funktionieren. Sollte es doch einmal zu einer Störung kommen, erstatten wir Ihnen selbstverständlich dadurch entstandene Kosten.

Gute Nachbarschaft - Wir engagieren uns aktiv für die Menschen vor Ort.
Was in unserer Nähe passiert, geht uns auch menschlich nahe. Deshalb fördern wir mit persönlichem Einsatz und finanzieller Unterstützung eine Vielzahl von gemeinnützigen Aktivitäten, die den Menschen in der Region direkt zugute kommen. Mit unseren Beiträgen bereichern wir das Zusammenleben in unserer Nachbarschaft – jetzt und in der Zukunft.


Das liest sich ja gut! Aber werden solche Sprüche mit einer rollenden Filiale eingelöst? Im Gespräch mit unsere Filialleiterin Frau Eggers wird deutlich, dass an diesem großspurig „innovativ und nachhaltig“ benannten Filialkonzept nicht mehr zu rütteln ist. Sie selbst und ihre Kollegin werden weiterhin einmal vormittags und einmal nachmittags ihre Kunden im Barkauer Land betreuen und sonst in Preetz erreichbar sein. Ob zumindest ein Geldautomat erhalten bleibt?
Die Hoffnung besteht, aber der Standort ist noch unklar. Eine Nähe zum MarktTreff wäre wünschenswert und ideal!

Werden auch Rollstuhlfahrer diese „Filiale“ besteigen können? Das bestätigt zumindest Herr Petersen von der Kieler Sparkassenzentrale, der Zugang zum Fahrzeug soll behindertengerecht sein. Wo wird eine geeignete Haltestelle sein? Dieser „Monster-Truck“ von 14 Tonnen Masse, 14 Meter Länge und 2,5 Meter Breite findet ja kaum ein geeignetes Straßenprofil in Kirchbarkau und entlang der Buslinie? Wo soll da ein geeigneter Parkraum mit sicherem Zugang (alten- und
behindertengerecht!) für die Kunden gefunden werden? Für unsere älteren Mitbürger ist diese Entwicklung bitter, sie sind noch nicht mit Internet und „solch neumod′schem Kram“ vertraut, sie haben schon mit den vielen Automaten der letzten Jahre ihre Schwierigkeiten! Und die jüngeren? Ich sehe sie schon ihre Konten bei der FördeSparkasse kündigen und bei einer großen Internetbank neu eröffnen. Wenn schon innovatives Internetbanking, dann ganz!

Im Übrigen zeichnet sich hier eine ganz bedenkliche Entwicklung ab. Die Fläche wird immer mehr ausgedünnt: Gestern die Postfilialen, heute die Sparkassenzweigstellen und morgen die Polizeistationen. Wir werden es erleben! Aber wollen wir es auch einfach so hinnehmen? Sollten wir nicht zumindest unseren Unmut artikulieren? Lassen Sie Ihrer Meinung freien Lauf, wenden Sie sich an Ihre politischen Vertreterinnen oder Vertreter auf Kreis- und Landesebene! Für die SPD sind es zurzeit:

Helga Hohnheit, stellvertr. Fraktionsvorsitzende im Plöner Kreistag, helga.hohnheit@t-online.de

Regina Poersch, Landtagsabgeordnete des 18. schlesw.-holst. Landtags in Kiel, regina-poersch.de, poersch.mdl@t-online.de

H.J.

 
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