SPD Heikendorf

Antrag der SPD: Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

Begründung:

Heikendorf ist mit seiner günstigen Lage am Kieler Stadtrand aber auch an der Kieler Förde sowie seiner guten Infrastruktur zu einem bevorzugten Wohnraum sowohl im Großraum Kiel wie auch im Kreis Plön geworden.

Dies hat dazu geführt, dass in den letzten Jahrzehnten insbesondere Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser errichtet wurden und werden.

Gleichzeitig hat sich die demographische Struktur Heikendorfs nachhaltig in Richtung ältere Menschen verändert. Bereits heute sind mehr als 40% der Bevölkerung älter als 60 Jahre. Jeder fünfte Heikendorfer ist 70 Jahre und älter. Dieser Trend wird erkennbar in den nächsten Jahren fortgesetzt.

Parallel dazu hat die hohe Nachfrage nach Wohnraum dazu geführt, dass Wohneigentum in Heikendorf für viele unerschwinglich geworden ist.

Mietwohnungen stehen aber nur in begrenztem Umfang zur Verfügung und stammen überwiegend aus einer Zeit, da altengerechtes Wohnen weitgehend unbeachtet wurde. Demzufolge bieten sich für ältere Heikendorfer, die ihr Hauseigentum aufgeben wollen, um in eine altengerechte Wohnung zu wechseln, kaum Alternativen. Aber auch junge Familien haben kaum eine Chance eine Vier- oder gar Fünfzimmerwohnung zur Miete zu finden. Junge Heikendorfer müssen meist ihre Heimatgemeinde verlassen, wenn sie eine Familie gründen wollen.

Ganz offensichtlich schafft der Markt nur ein Angebot im Bereich von Einfamilienhäusern und hochpreisigen Eigentumswohnungen.

Diese Lücke muss durch Initiative der Kommune geschlossen werden. Da die Gemeinde vor einigen Jahren zu dem Entschluss gekommen ist, nicht mehr als Anbieter von Wohnraum aktiv zu werden, ist es notwendig, durch Nutzung der Planungshoheit die Voraussetzungen für die Errichtung dieser dringend benötigten Wohnraumangebote zu schaffen.

 
Beschlussvorschlag:

Die Gemeinde Heikendorf ergreift folgende Maßnahmen, um ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für junge Familien und für ältere Mitbürger zu schaffen.

    In Abstimmung mit dem Eigentümer werden auf der am Krischansbarg gelegenen ca. 3 ha großen, im F-Plan als Wohngebiet ausgewiesenen Fläche die planerischen Voraussetzungen für die Bebauung vorrangig mit Geschosswohnungsbau geschaffen.
    Ziel ist es, auf dieser Fläche ca. 150 Wohneinheiten mit Zuschnitt vorrangig für ältere Mitbürger  und junge Familien zu errichten.
    Etwa 30% dieser Wohneinheiten sollen den Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus entsprechen.
    Ein weiterer Teil kann durch genossenschaftliche Modelle bebaut werden.

Eigentumswohnungen zur Eigennutzung sollten lediglich in untergeordnetem Umfang entstehen.
Für die Bebauung wird ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt, dessen Teilnehmer Ideen für die Bebauung des gesamten Gebietes oder Teilen davon entwickeln sollen.
Dabei sind Lösungen zu bevorzugen, die
- auch für den frei finanzierten Bereich preiswerte Mieten
- innovative Wohnformen
- Wohnraum für zu betreuende oder ambulant zu pflegende Personen
- innovative Formen der Wärmeversorgung
- innovative Formen der Mobilität (Car sharing)
enthalten.

Der Bürgermeister wird beauftragt, Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer zu führen mit dem Ziel, die Umsetzung dieses Vorhabens zu ermöglichen.

    In der Ortsmitte werden die planerischen Voraussetzungen für die Errichtung von altengerechte Wohnungen auf Fläche der ehemaligen Gärtnerei am Laboer Weg geschaffen.
    Ziel ist es, auf dieser Fläche ca. 60 Wohneinheiten zu errichten, die dauerhaft als Mietwohnungen genutzt werden.
    Für die Bebauung wird ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt, dessen Teilnehmer Ideen für die Bebauung der Fläche entwickeln sollen.
    Dabei sind Lösungen zu bevorzugen, die
    - preiswerte Mieten
    - innovative Wohnformen
    - Wohnraum für zu betreuende oder ambulant zu pflegende Personen
    - innovative Formen der Wärmeversorgung
    - innovative Formen der Mobilität (Car sharing)
    enthalten. Eine Vergabe der Fläche als Erbpachtgrundstück ist möglich.

    Der Bürgermeister wird beauftragt, Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer mit dem Ziel eines Tausches dieser Fläche im Verhältnis eins zu eins mit einer für die Ansiedlung eines Discountmarktes geeigneten Fläche auf dem jetzigen Schulgrundstück zu führen.
     
    Die Verwaltung wird beauftragt, Fördermöglichkeiten für die Umsetzung dieser Maßnahmen zu prüfen.

 

 
Mitmachen!