Ute Erdsiek-Rave

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Ute Jensen
05.02.2009
19:37 Uhr
Natürlich soll möglichst jedes Kind heuzutage Abitur machen, um den bestmöglichen Start ins Berufsleben zu erlangen.
Doch wenn ich die Tochter meiner Freundin sehe, könnte ich weinen.
Sie geht auf das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck und hat mit 11 Jahren bereits 34 Wochenstunden Unterricht.
Hobbys sind da de facto gestrichen und die Wochenenden dienen nicht der Regeneration sondern dem Lernen für Arbeiten und dem Erstellen von Hausaufgaben.
Ich frage mich allen Ernstes, ob man die Schüler bereits in der
5. Klasse "verbrennen" will ? Zur Jugend gehört natürlich auch das
Erlernen von Disziplin, aber ist es
wirklich sinnvoll, Kinder und Teenager samt ihrer Familien so
derart zu malträtieren, dass nach 12 Schuljahren ( G8-Jahrgänge )
garantiert jeder Schüler vom Lernen die Nase gestrichen voll hat
und mit geschwächtem Immunsystem und angeschlagener Psyche ins Berufsleben starten muß ???
Was für ein absurdes Schulsystem, von dem aber auch niemand profitiert !!!
Kommentar:
Sehr geehrte Frau Jensen,

im Carl-Burckhardt-Gymnasium werden in der fünften Klasse 32 Wochenstunden Unterricht verpflichtend erteilt. Es gibt zudem eine spezielle „Streicherklasse“, hier sind es 33 Stunden und ein zusätzliches freiwilliges AG Angebot.

Das Schulwesen ist in der Bundesrepublik Deutschland Ländersache. Damit das Abitur auch in allen Bundesländern einheitlich anerkannt wird, haben sich die Länder in der Kultusministerkonferenz auf Mindeststandards geeinigt. Diese Standards sehen unter Anderem vor, dass in der Sekundarstufe I und II insgesamt mindestens 265 Wochenstunden Unterricht erteilt werden müssen. Dies gilt unabhängig davon, auf wie viele Jahre sich diese Stunden verteilen.

Schleswig-Holstein ist eines der letzten Länder, die das Abitur nach zwölf Schuljahren (G8) eingeführt haben. Wir wollten von den Erfahrungen der anderen Bundesländer profitieren und sehen, wie sich diese verkürzte Schulzeit insgesamt bewährt und auf die Schülerinnen und Schüler auswirkt. Darüber hinaus haben wir an einer Reihe von Gymnasien in Schleswig-Holstein G8 erprobt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bei guter Organisation an den Schulen (Mittagspausen) die zusätzliche Bealstung durch mehr Unterricht von den Schülerinnen und Schülern insgesamt gut verkraftet wird. Inzwischen haben wir mit dem neuen Schulgesetz auch in Lübeck Gemeinschaftsschulen, die wie die Gesamtschulen in neun Jahren zum Abitur führen.

Letztlich liegt es im Rahmen der Schulwahl im Ermessen der Eltern, welche Schulart für die Bedürfnisse des Kindes die Richtige ist.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Ute Erdsiek-Rave, MdL
Katrin Meinert
29.01.2008
12:00 Uhr
Zentralabitur 2011 - Der vergessene Jahrgang 9 ohne passende RRL
Sehr geehrte Frau Erdsiek_Rave,
ich wende mich im Namen aller betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer der derzeitigen Neuntklässler mit der Bitte um Wahrnehmung der Dringlichkeit an Sie. Bitte unterstützen Sie unser Anliegen schnellstmöglich !
Herr Wulff schreibt bezüglich der bildungspolitischen Problematik der neunten Gymnasial-klassen (Zitat):
" Es trifft nicht zu, dass sie dazu "im nächsten Jahr einiges aufholen" müssten. Richtig ist nämlich, dass diese Schüler bereits seit dem 6. Schuljahr mehr Unterrichtsstunden haben als die Schüler des jetzigen 10. Schuljahres, und dass z.T. schon mit bestimmten Fächern und Lehrinhalten früher begonnen wurde (...). Sie haben also den Unterrichtsstoff bereits vorgezogen und müssen nun keineswegs den Stoff von drei Jahren Oberstufe in nur zwei lernen."
Die Realität sieht gravierend anders aus. Die Schüler wurden bislang nach den Rahmenrichtlinien für 13 Schuljahre unterrichtet und müssen jetzt! schneller lernen!
Das machen folgende öffentliche Schreiben an Herrn Wulff auch deutlich:
http://www.direktzu.de/wulff/messages/15559
http://www.direktzu.de/wulff/messages/15293
NUR BEWUSSTHEIT KANN VERBESSERUNGEN SCHAFFEN.
Das Problem der inhaltlichen Komprimierung im Mathematikunterricht ist am Gymnasium meiner Tochter beispielsweise, dass das Lernfeld Parabeln und quadratische Gleichungen in zusammen fünf Wochen abgehandelt (statt in zwölf) und mit einer! Klassenarbeit beendet wurde. Üblicherweise fanden bislang nach je sechs Wochen je eine Klassenarbeit zu einem Thema statt.
Um die komprimierten Inhalte zeitlich bewältigen zu können, sieht der Ablauf im Mathematik-Unterricht beispielsweise wie folgt aus:
a) Die Hausaufgaben werden so gegeben, dass die Kinder sie mit dem Unterrichtswissen nicht lösen können.
b) Diese werden am nächsten Tag kurz ! als neues Thema mündlich vom Lehrer erklärt … die Lösungsschritte werden nicht an der Tafel festgehalten.
c) Ein neuer Schwerpunkt wird im Unterricht kurz angesprochen, Die neue Hausaufgabe ... ist wieder neu
So können natürlich alle geforderten Inhalte des Lehrplans "abgehakt" werden...
Meine Tochter arbeitete in dieser Unterrichtseinheit alle Aufgaben, die in der Schule „angerissen“ wurden, mit mir gemeinsam nach. Sie hat kaum noch Freizeit und kennt nach 34 Wochenstunden meist täglich 3-5 h Schulaufgaben. Sie kommt durchschnittlich auf eine 54 h-Woche!
Das ist nicht mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz vereinbar !
Sinnvolles Lernen braucht Zeit !
Im folgenden Schulhalbjahr wird meine Tochter 36 Wochenstunden, verteilt auf 5 Tage in der Schule verbringen, in denen die Inhalte eines! Schuljahres aufgeholt werden sollen, damit im nächsten Jahr sowohl die zehnten als auch die elften Klassen einen gemeinsamen Wissensstand haben sollen.
Das erscheint mir aus lernpsychologischer Sicht unrealistisch. Und wann haben die Kinder Zeit ihre Persönlichkeit individuell zu entwickeln, wenn Sie nach 16.00 Uhr noch durchschnittlich 4 Hausaufgaben erledigen und! sich auf das Lernen für Klassenarbeiten vorbereiten ??
Diese Neuntklässler werden in der elften Klasse sofort in die Kurse der Oberstufe einsteigen, und sie gemeinsam mit den dann zwölften Klassen besuchen . Das Zentralabitur nimmt keine Rücksicht auf den unterschiedlichen Wissenstand der Jugendlichen.
Meine Vorschläge zur Lösung der wirklich heftig belastenden Problematik sind:
a) Die jetzigen Neuntklässler machen das Zentralabitur ein halbes Jahr später
b) Dieses halbe Jahr wird in der elften Klasse zur vertiefenden Wiederholung verwendet.
c) Zusätzliche Kurse zur Wiederholung und Vertiefung in Mathematik werden schon ab nächstem Schuljahr angeboten, dafür wird der vierstündige „Profilunterricht“ auf zwei Stunden verkürzt ... um den Schülern auch Zeit ! zum Lernen zu geben.
d) Die Inhalte des Zentralabiturs 2011 für diesen Jahrgang berücksichtigen das fehlende Schuljahr und werden sinnvoll eingegrenzt.
Mit einer zeitnahen, konstruktiven Antwort helfen Sie allen betroffenen Schülerinnen, Schülern, Lehrern und Eltern - und erreichen vielleicht so den von Ihnen angestrebten guten Bildungsstandard in der Bundesrepublik Deutschland.
Mit freundlichen Grüßen,
Katrin Meinert
Kommentar:
Sehr geehrte Frau Meinert,
in Ihrem Eintrag beziehen Sie sich auf die Situation in Niedersachsen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich in die Schulpolitik anderer Bundesländer nicht einmischen kann.
Für das von Ihnen angesprochene Thema - die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium - bestehen hier in Schleswig-Holstein andere Voraussetzungen. Zum nächsten Schuljahr 2008/09 beginnen wir damit flächendeckend, allerdings nicht für alle Jahrgänge gleichzeitig, sondern aufwachsend ab Jahrgang 5. Dabei beziehen wir die Erfahrungen aus anderen Bundesländern mit ein, um Überlastungen von Schülerinnen und Schüler zu vermeiden.
Hinzu kommt, dass es in Schleswig-Holstein als Alternative auch weiterhin den neunjährigen Weg zum Abitur geben wird: Das ermöglicht die neue Schulart Gemeinschaftsschule, die seit diesem Schuljahr eingeführt wird und dabei auf große Resonanz bei den Eltern und Schulträgern gestoßen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Ute Erdsiek-Rave
Bernd Glüsenkamp
15.01.2007
22:54 Uhr
Hallo Frau Erdsiek-Rave!
Ich unterstütze Sie nachhaltig im Hinblick auf eine Prüfung o.ä. für angehende Lehrerinnen und Lehrer bereits vor dem Studium (siehe Finnland). Allzu viele Referendare sind am Ende ihrer zweiten Phase in einem tiefen Loch, wenn sie die Prüfung für das zweite Staatsexamen nicht geschafft haben. Eine rechtzeitige Überprüfung ihrer Eignung würde nicht nur viel Enttäuschung und berufliches Leid ersparen sondern Schülerinnen und Schülern auch ungeeignete Lehrkräfte!
B.Glüsenkamp
Osnabrück
Bernd Georg
18.12.2006
17:25 Uhr
Liebe Frau Ministerin Erdsiek-Rave,

das Thema "Bildungsnotstand in Deutschland" wird seit den PISA-Untersuchungen heiß diskutiert. Inzwischen hat sich auch herauskristallisiert, wer die wahren Schuldigen an dem Bildungsnotstand sind. Man braucht nur Tag für die Tag die Tageszeitung aufzuschlagen. Die Lehrer sind es. Auch Ihr in unserer Tageszeitung veröffentlichtes Zitat schlägt in diese Kerbe.

Der vollständige Artikel lautet:
"Nur so lässt sich herausfinden, ob sie über die nötige starke Persönlichkeit und natürliche Autorität verfügen."
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave (SPD), ist dafür, angehende Lehrer künftig vor Beginn ihres Studiums auf ihre Eignung zu testen. (Erläuternder Untertitel)

Was wollen Sie nun mit dem Zitat ausdrücken? Ich gebe Ihnen meine Antwort.
Die heutigen Lehrer sind weder starke Persönlichkeiten, noch besitzen sie eine natürliche Autorität.
Natürlich wäre es wünschenswert, dass alle Menschen mit diesen Tugenden ausgestattet sind. Aber nicht jeder ist so stark. Muss man überhaupt in der Schule so stark sein? Sollte es nicht vielmehr so sein, dass auch weichere Gemüter den Lehrerberuf ergreifen dürfen. Eigentlich müssten Sie anprangern, dass viele deutsche Schülerinnen und Schüler viel zu wenig Anstand mitbringen, keinen Lernwillen haben, keinen Respekt zeigen. Ich glaube, dass es in Deutschland wieder selbstverständlich werden muss, dass Schüler die genannten Tugenden mitbringen.

Bei Ihrer Erfahrung, die Sie auf Ihrer Homepage so deutlich herausstellen, sollte es Ihnen eigentlich nicht entgangen sein, dass man nicht nur bei den Lehrern anfangen muss, um unser Schulsystem wieder wettbewerbsfähig zu machen. Aber es bringt natürlich viel mehr Wählerstimmen, wenn man die Lehrer beschimpft. Da werden Sie viele Stammtischdiskutierer auf Ihrer Seite haben. Erst recht die Eltern der ach so marginalen Schüler.

Ich habe eine Schülerin in meiner Klasse, die aus Usbekistan stammt (Aussiedlerin). Während eines Klassengesprächs über die Themen "Leistung", "Disziplin" usw. meldete sie sich und erzählte von ihrern Erfahrungen aus der alten Heimat. Sie brachte zum Ausdruck, dass sie z.B. in Mathematik überhaupt keine Anpassungsprobleme hat. "Der Stoff, den wir jetzt gerade in der 9. Klasse besprechen (Wurzeln), wird in Usbekistan schon zwei Jahre früher behandelt." Zum Thema Disziplin an deutschen Schulen brachte sie deutlich zum Ausdruck, wie wenig Respekt die deutschen Schüler zeigen und welche Defizite sich aus ihrer Sicht daraus ergeben. Von ähnlichen Erfahrungen berichten Schüler und Schülerinnen, die als Austauschschüler in Frankreich und /oder Russland (Kaliningrad) waren.

Bildungsmisere = Wir brauchen bessere Lehrer, dann ist das Problem gelöst!!


Diese Gleichung geht nicht auf! Sie kann nicht aufgehen, weil sie sämtliche gesellschaftlichen Änderungen, die auch als Parameter in die Gleichung eingehen müssten, unberücksichtigt lässt. Und dies wissen Sie ganz genau.

(Ich will an dieser Stelle gar nicht näher darauf eingehen, dass die heutigen Lehrer auch als "faule Säcke" bezeichnet werden (der ehemalige Bundeskanzler Herr Schröder soll dies einmal in einer Versammlung geäußert machen; er wird sehr viel Beifall bekommen haben. Bravo!!).


Ich lade Sie, liebe Frau Ministerin, ganz herzlich ein, inkognito an einer Schule irgendwo in Deutschland für ein ganzes Jahr zu unterrichten. Sie als Lehrerin mit Lehrerfahrungen in Deutschland und Schweden, werden diesen Vorschlag als unnötig abweisen. Trotzdem sollten Sie sich auf den aktuellen Stand bringen. Das Gleiche rate ich auch dem Herrn PISA-Koordinator und, und, und .... Erst wer in der aktuellen Situation die Schule als Insider erlebt, kann richtig urteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Georg


PS: Ich bin Lehrer seit 35 Jahren und denke, dass ich weiß, wovon ich rede.


Kommentar:
Sehr geehrter Herr Georg,

zu Recht beklagen Sie, dass Lehrkräfte nicht selten in der öffentlichen Diskussion mit einem negativen Image zu kämpfen haben. Als Lehrer sind sie davon sicher besonders betroffen. Ich verwahre mich aber gegen ihre Kritik, ich wüsste nicht, wie die Situation in den Schulen aussieht und würde pauschal den Lehrkräften die Schuld für die PISA-Ergebnisse geben. Ich weiß sehr wohl wie viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer täglich mit vollem Einsatz und Freude ihrem Beruf nachgehen. Dies erfahre ich immer wieder bei meinen Schulbesuchen und in Gesprächen mit Lehrkräften, Schülern und Eltern. Die Anforderungen der vergangenen Jahre sind deutlich gestiegen und alle – nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer – müssen ihren Beitrag leisten, damit das Bildungswesen erfolgreich weiterentwickelt werden kann.
Mein Vorschlag frühzeitig Eignungsuntersuchungen für angehende Lehrkräfte zu prüfen soll aber keineswegs das von Ihnen angeführte falsche Klischee der ungeeigneten Lehrkräfte bedienen. Mir geht es vielmehr darum, dass sich junge Menschen, die sich für den Lehrerberuf interessieren, frühzeitig damit auseinandersetzen, ob sie sich für diesen Beruf geeignet fühlen und ob es für sie das richtige Arbeitsumfeld ist. Grundlage für meinen Vorschlag ist im Übrigen die so genannte „Saarschmidt-Studie“ zur Lehrerbelastung und der darin enthaltene Aspekt der frühzeitigen Eignungsfeststellung.
Disziplin und Respekt vor den Lehrkräften sollten Schülerinnen und Schüler haben. Leider ist dies nicht bei allen vorhanden. Hier sind die Eltern und das gesamte soziale Umfeld junger Menschen gefordert, darauf zu achten und hinzuwirken. Pauschale Urteile gelten aber weder bei Schülern noch bei Lehrkräften.
Mir geht es darum, dass unsere Lehrkräfte nicht erst nach wenigen Jahren Beruf zu der Erkenntnis gelangen, aus persönlichen oder auch aus fachlichen Gründen, ungeeignet zu sein. Auch an dieser Stelle haben wir eine Verantwortung. Mit ihrer langjährigen Erfahrung wissen Sie, wie herausfordernd und komplex der Lehrerberuf heute ist und wie viele junge Nachwuchskräfte bereits nach wenigen Jahren wieder aussteigen. Ich habe niemals behauptet, dass Prüfungen bzw. Praktika vor dem Lehramtsstudium allein ausreichen und zielführend sind, um den Herausforderungen zu begegnen.
Klaus Irle
12.09.2006
22:51 Uhr
Sehr geehrte Frau Erdsiek-Rave,

auf der ZDF Homepage habe ich heute in dem Artikel "OECD-Studie: Deutschland verliert Anschluss" von Ihnen folgendes gelesen: Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave, nahm die Studie als Beweis, "dass sich unsere Bildungspolitik in die richtige Richtung entwickelt".
Dieses Statement als Kommentar zu der OEDC-Feststellung, dass Deutschland mit einem Hochschulabsolventenanteil von 20,6 % gegenüber dem OECD-Schnitt von 34,8 % deutlich zurückhängt, kann ich einfach nicht verstehen. - Vor allem nicht von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Deutschlands. Einem Land, in dem sich Studiengebühren gerade wie eine Pest ausbreiten.
Als Sohn einer Beamtenfamilie, in der 3 Kinder studiert haben, habe ich es sehr zu schätzen gewusst, dass wir keine Studiengebühren zahlen mussten und dass es sogar staatliche Stipendien gab...
Jetzt, wo ich dem Studium meiner eigenen Kinder entgegensehe, habe ich den Eindruck, es wird alles immer nur noch schlechter. Das Stichwort Chancengleichheit ist auch nur noch selten zu hören.

Mit freundlichem Gruß, Klaus Irle
Kommentar:
Sehr geehrte Herr Irle,

mir ist bewusst, dass der Anteil von 20,6% an Hochschulabsolventen eines Jahrganges zu gering ist. Dennoch sollten wir das Problem im Gesamtzusammenhang sehen. Genauso, wie die Quote der Hochschulabsolventen müssen wir auch die Quote der Abiturienten eines Jahrganges im Auge behalten. Hier stellt die Studie eine Verbesserung fest, was ich als Bestätigung unserer Bemühungen sehe. Allerdings sind weitere Anstrengungen notwendig, darin sind wir uns einig.
Bei der schwierigen Finanzlage der Länder, müssen wir ein tragfähiges und langfristiges Konzept der Bildungsfinanzierung finden. In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen nur zustimmen, dass die Einführung von Studiengebühren nicht die Lösung der Probleme ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Ute Erdsiek-Rave
Christian Schlüter
31.08.2006
11:48 Uhr
Sehr geehrte Frau Erdsiek-Rave,
ich beginne nächsten Monat an der Fachhochschule Flensburg mein Erststudium. Und obwohl ich nicht einmal angefangen habe ist mir die Lust schon gründlich vergangen. Grund dafür ist die Tatsache, dass ich wegen der Bearbeitungszeit erst in ein paar Monaten Bafög ausgezahlt bekomme. Im schlimmsten Fall bekomme ich erst Neujahr eine Nachzahlung. Damit kann ich auch leben, doch was mich wirklich ärgert ist die Tatsache, dass ich zwar (wie jeder Mensch) Geld für meinen Lebensunterhalt benötige, sich aber kein Amt wirklich dafür zuständig fühlt!
Ich war heute mit meinem Sachverhalt bei der Arbeitsgemeinschaft (das neue Sozialamt!?) und bekam lediglich die Antwort, mein Anspruch müsse geprüft werden (oder ich solle doch meine Verwandtschaft fragen…). Diese Aussage ist überhaupt nicht nachzuvollziehen (und teilweise unverschämt) da ich die letzten beiden Monate Alg II bezogen habe und deshalb auch meine Lebensumstände absolut klar sein müssten. Zudem wäre es schließlich nur Überbrückungsgeld, welches bei der Nachzahlung Bafög zurück erstattet würde. Aber scheinbar sind junge Menschen mit dem Ziel einen höheren Abschluss zu erreichen bis zur Bafögzahlung auf sich gestellt, da es kein Überbrückungsgeld mehr gibt. Dabei wäre es so einfach für z.B. das Bafögamt (oder andere Ämter) vorerst einen Pauschalbetrag zu zahlen der dann an die Verhältnisse angepasst wird. So werde ich wohl den Rest des Jahres ohne Einkommen da stehen. Unter solchen Umständen brauchen wir uns nicht mehr zu wundern, dass viele den Schritt der Weiterbildung scheuen!

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Schlüter, Flensburg
Gabriele Ernst
19.07.2006
16:26 Uhr
Sehr geehrte Frau Erdsiek-Rave!
Ein begrüßenswerter und ein hoffentlich durchzusetzender Vorschlag!
Das so etwas funktionieren kann, sieht man ja in europäischen Nachbarländer.
In Schweden werden leistungsschwache Jugendliche z.B. an Gymnasien individuell gefördert, zudem
besteht die Möglichkeit neben allgemeiner theoretischer Lernstoffvermittlung, dass sich praktisch begabte Schüler mit einem Handwerk zunächst planerisch beschäftigen um diesen dann umzusetzen.
Aber auch in Hessen (ARS-Marbug) gibt es berufliche Gymnasien, die ermöglichen neben dem Abitur parallel eine Ausbildung zu machen.
Es gibt nicht wenige Jugendliche die gerade in der Pubertät lernunwillig sind, eine Art Mentor
der ganz allgemein Hilfestellung anbietet wäre wichtig, denn die Rolle der Eltern verändert sich in dieser Phase auch sehr. Dies gilt auch besonders für Hauptschüler, die in der Regel um die 15 Jahre alt sind und oft Unterstützung in ihrer schwierigen Situtation der Ausbildungssuche bräuchten.
In Bayern, das mit 52000 „Sitzenbleiber“ bundesweit Spitzenreiter ist (s. SZ om 17.09), ist es für
betroffene Schüler der Mittelstufe eines Gymnasium oft nicht möglich auf eine Realschule zu wechseln, da diese überfüllt sind (Klassengrößen 30-35 Schüler).
Ich wünsche Ihnen bei der Planung und Umsetzung Ihres Konzepts viel Erfolg und würde mir
Wünschen im schulreformwütigen Bayern würde die individuelle Förderung auch mehr Priorität
bekommen als dieser ewige Blick auf die Pisa-Studie.
Mit feundlichem Gruß
Gabriele Ernst, Buchloe
Marianne Schrader
06.06.2006
21:28 Uhr
Liebe Frau Erdsiek-Rave! Ist das den klug, so kurz vor den Zeugnissen die "Sitzenbleiber" als die Looser zu stigmatisieren, die ein Jahr ihres Lebens vertrödeln, da sie das Klassenziel nicht erreicht haben? Nein, Frau Erdsiek-Rave, das ist es nicht! Sicher ist es nicht schön, wenn man nacharbeiten muss, was man ein Jahr lang nicht verstanden hat, aber schaffen Sie doch bitte zuerst die Bedingungen dafür, dass es keine Wiederholer geben muss, bevor sie mit diesem Thema so reißerisch an die Öffentlichkeit gehen. Bedauerlicherweise sind wir aber von der Idealform des positiven Lernens nach wie vor meilenweit entfernt. Sie haben es doch in der Hand ( oder nicht?), die verkrusteten Strukturen unseres Schulsystems aufzubrechen. Wie ich ihrer Biographie entnehmen kann, haben Sie in Schweden unterrichtet. Sie kennen also das Skandinavische Schulsystem. Schauen Sie sich in unserem Land um. Auch hier gibt es hervorragende Modelle! Aber bitte, verunsichern Sie nicht Schüler, Eltern und Lehrer, indem Sie schlagzeilenträchtige Parolen propagieren und doch nichts ändern können.( oder wollen?) Es gibt so viel zu tun! Handeln Sie bitte! MfG M.Schrader
Kommentar:
Sehr geehrte Frau Schrader,
ich gebe Ihnen recht - es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, das Sitzenbleiben einfach "abzuschaffen". Mein Ziel ist es aber, das Sitzenbleiben überflüssig zu machen! Denn ich halte es in der Tat für eine Vergeudung der Lebenszeit junger Menschen, wenn sie ein ganzes Jahr wiederholen müssen, weil sie in einigen Fächern Schwierigkeiten oder Lücken haben. Es geht darum, in den Schulen die Förderung zu verstärken und so erfolgreiches Lehren und Lernen zu ermöglichen. Skandinavien kann uns dabei ebenso als Vorbild dienen wie viele andere Länder, die ohne Klassenwiederholungen auskommen und deren Schülerinnen und Schülern dennoch (oder grade deshalb!) sehr gute Lernergebnisse bescheinigt werden. In diese Richtung haben wir in den letzten Jahren einiges auf den Weg gebracht, das wir mit dem neuen Schulgesetz auch fest in den Schulen verankern werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ute Erdsiek-Rave
Carola Schütz, 22885 Barsbüttel
09.05.2005
21:37 Uhr
Liebe Frau Erdsiek-Rave,
nichts ist so unpersönlich wie die Ansprache via e-mail, aber es kommt doch spontaner - so ganz aus dem Bauch heraus. Deshalb : Ein wenig unpersönlich, aber ganz herzlich "ALLE GUTEN WÜNSCHE ZUM NEUEN AMT, SIE KRIEGEN DAS SCHON HIN".

Ein Gruß aus dem Hamburger Speckgürtel
Ihre Carola und Wolfram Schütz
Johann Eggert
30.01.2005
21:01 Uhr
Wenn du weiter so couragiert für deine Positionen und die der SPD in Schlesig-Holstein einstehst wie am vergangenen Donnerstag beim Handel-und Gewerbeverein bei uns in Molfsee, dann werden auch die Wählerinnen und Wähler am 20. 2. überzeugt, sein und ihr Kreuz an der "richtigen" Stelle machen -
Viel Glück für den Endspurt !
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