SPD im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Land gefährdet Weltkulturerbe-Titel in SH

Veröffentlicht am 26.07.2011, 16:13 Uhr     Druckversion

Schwebefähre am Nord-Ostsee-Kanal Seit einiger Zeit bemüht sich die Region Rendsburg unter Federführung des Rendsburger Bürgermeisters, Andreas Breitner (SPD), um die Anerkennung der Osterrönfelder/Rendsburger Schwebefähre am Nord-Ostsee-Kanal als Weltkulturerbe. Was bisher gute Aussicht auf Erfolg hatte, scheint nun durch eine Neuausrichtung des Landes-Denkmalschutzes gefährdet zu werden. Breitner appelliert daher an die schwarz-gelbe Landesregierung, die Welterbetitel im Land nicht aufs Spiel zu setzen.
In Gefahr scheint dabei nicht nur der UNESCO-Titel für die Schwebefähre samt Eisenbahnhochbrücke, sondern auch die Anerkennung der Lübecker Altstadt sowie des Dannewerks als Weltkulturerbe. Pikant ist zudem, dass auch die weiteren Schwebefähren-Bewerbungen als Weltkulturerbe damit gefährdet zu sein scheinen, handelt es sich doch um eine Sammelbewerbung der weltweit sieben Schwebefähren. Betroffen wäre damit auch die zweite deutsche Schwebefähre in der Osterrönfelder Partnergemeinde Osten (Niedersachsen).

Anlass für Breitners Befürchtung ist die Stellungnahme der UNESCO-Welterbebeauftragten der Kultusministerkonferenz, Dr. Birgitta Ringbeck, die die nationalen Interessen Deutschlands beim Weltkulturerbekomitee in Paris vertritt. Diese erklärte aufgrund der geplanten Änderung des Denkmalschutzgesetzes in Schleswig-Holstein, dass der Erhalt bestehender und potentieller Welterbestätten in Bestand und Wertigkeit durch das neue Gesetz nicht mehr gewährleistet sei. Und das trotz eines "Welterbe-Passus" im neuen Denkmalschutzgesetz. Dazu heißt es weiter in einer Pressemitteilung: "Die Aufnahme des Welterbeschutzes in das Gesetz scheint mir vor diesem Hintergrund reine Makulatur zu sein, da entsprechende Regelungen für einen tatsächlich wirksamen Schutz fehlen. Auf dem Verordnungswege wird dieser Mangel kaum zu beheben sein. Die Fachbehörde wird derart geschwächt, dass mit dieser Novellierung in der Tat nicht der in § 5 der Welterbekonvention formulierten Aufforderung Rechnung getragen wird."

Rendsburgs Bürgermeister Breitner schlägt daher Alarm: "Schleswig-Holstein muss aufpassen, dass der Welterbestatus von der Unesco nicht aberkannt bzw. weitere Anträge abgelehnt werden. Das hätte gravierende touristische und damit auch negative wirtschaftliche Folgen für unser Land. Das neue Denkmalschutzgesetz muss noch vor seiner Verabschiedung dringend auf Unesco-Tauglichkeit geprüft werden. Wir sollten nicht den Dresdner Weg gehen und damit riskieren, uns international lächerlich zu machen", fügt Breitner unter Hinweis auf die 2009 ergangene Unesco-Entscheidung, das Dresdner Elbtal wegen des Baus der umstrittenen Waldschlößchenbrücke von der Liste der Weltkulturerbestätten zu streichen.

Geteilt werden die Befürchtungen des Bürgermeisters vom Vorsitzenden der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., Jochen Bölsche (Osten/Oste), der mit Breitner und anderen Kommunalpolitikern aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen dem Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren angehört. Aufgrund der Kieler Pläne drohe ein "schwerer Rückschlag" für die Bemühungen, die Schwebefähre über dem Elbnebenfluss Oste, das Wahrzeichen des Ostelandes, weiter zu einer Touristenattraktion von nationalem und internationalem Rang aufzuwerten.

Weltweit existieren nur noch acht Schwebefähren, die in einem 2003 gegründeten Weltverband unter der Schirmherrschaft des spanischen Königs Juan Carlos I. zusammenarbeiten. Die weltälteste Schwebefähre im spanischen Bilbao wurde 2006 zum Weltkulturerbe erhoben. Der Schwebefähre Osten - Hemmoor verlieh der Verein Deutscher Ingenieure im Herbst 2009 den Titel "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst". Die Schwebefähren über der Oste und dem Nord-Ostsee-Kanal sind die Wahrzeichen der 2004 eröffneten Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel.

Weitere Infos zur Bewerbung der Schwebefähre als Weltkulturerbe können Sie hier nachlesen [mehr]. Die Pressemitteilung von Andreas Breitner lesen Sie hier [mehr].

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Homepage: SPD-Osterrönfeld


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