SPD im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Die Altenpflege muss zukunftsgerecht werden

Veröffentlicht am 09.09.2011, 17:44 Uhr     Druckversion

Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat Birte Pauls, Landtagsabgeordnete und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, am Montagabend, 22.08.2011, in Flintbek über die Pflegesituation sowie die zukünftig zu erwartenden Veränderungen und die Möglichkeiten zur Verbesserung und Anpassung bestehender Regelungen referiert. Auch Serpil Midyatli, ebenfalls SPD-MdL und die im Wahlkreis auch Flintbek betreut, war zu dem wichtigen Thema erschienen.

Heute sind 800.000 Menschen, davon 85 % Frauen, in der Pflege beschäftig. Zukünftig werden viel mehr gebraucht. Die demografische Entwicklung beeinflusst die Altenpflege dramatisch. Während es heute 2,3 Mio. Pflegebedürftige gibt (davon 80.000 in Schleswig-Holstein) wird sich die Zahl bis 2050 nahezu auf 4,4 Mio. verdoppeln. Das bedeutet, dass bereits im Jahr 2020 rund 300.000 zusätzliche Kräfte benötigt werden.

Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, geringer Bezahlung und teurer Ausbildung gibt es schon heute immer weniger Bewerbungen für die Altenpflege. Die Förderung des Landes ist gerade einmal um bescheidene 1,7 % angehoben worden. Die Bezahlung liegt im Niedriglohnbereich, erst seit kurzem gilt ein Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Der SPD-Antrag auf Reduzierung der übertriebenen Dokumentationspflicht, die Pflegezeit kostet, wurde von der schwarz-gelben Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag gerade abgelehnt. Auch der Spagat zwischen den Bedürfnissen der zu Pflegenden und der vom Träger geforderten Wirtschaftlichkeit führt dazu, dass im europäischen Vergleich in Deutschland die meisten Pflegefachkräfte innerhalb von zehn Jahren ihren Beruf verlassen. Also "ein ständiger Spagat zwischen Menschlichkeit und Geld" so Pauls.

Sie forderte deshalb eine kostenfreie und verbesserte Ausbildung wie auch in fast allen anderen Bereichen sowie eine Berufsordnung für Pflegeberufe. Dies auch deshalb, um die Abwanderung von hier dringend gebrauchten Pflegekräften ins benachbarte Ausland zu verhindern. Leider hat Schwarz-Gelb jüngst diese Berufsordnung abgelehnt. Außerdem seien bessere Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Pflege, verlässliche Arbeitszeiten, Anhebung des Personalbemessungsschlüssels und eine Veränderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes - also weg von der Minutenpflege hin zur Patientenorientierten Pflege - erforderlich. Aber die Pflege braucht auch die ihr zustehende Anerkennung, also mehr Ansehen in der Gesellschaft.

Den Vorstellungen von Pauls stimmten die rund zwanzig Teilnehmer/innen in reger Diskussion zu, für die Friederike Rupprecht von der AsF, die den Abend gut vorbereitet hatte, die vielen Wortmeldungen zu bewältigen hatte. Abschließend brachte Birte Pauls die Situation in der Pflege wie folgt auf den Punkt: " Stell′ dir vor, du brauchst Hilfe und keiner kommt!"

Homepage: SPD-Flintbek


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