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Mehr Natur in die Stadt und in alle Gemeinden

Veröffentlicht am 13.03.2013, 20:15 Uhr     Druckversion

Am 2. März hatte das umWeltforum der schleswig-holsteinischen SPD zu einem Workshop zum Bündnis ‘Kommmunen für biologische Vielfalt’ eingeladen. 25 Teilnehmer waren der Einladung nach Neumünster gefolgt und konnten von Sandra Redmann, der umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Stefan Bolln, dem umweltpolitischen Sprecher des Landesvorstands begrüßt werden.

Als Referenten hatte das UFO -- Dr. Christian Fischer, Biologe aus Kiel, zum Thema "Schicksal de Biodiversität in Schleswig-Holstein " -- Eckart Kuhlwein, NaturFreunde, zum Thema " kommunale Biodiversitätsstrategie " -- Michael Packschies, Eckernförde, zum Thema : Eckernförde ein gutes Beispiel für Schleswig-Holstein gewinnen können.

Christian Fischer wies im Eingangsreferat auf die dramatischen Verluste an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde hin. Das betreffe sowohl die Arten, als auch die Genome und die Ökosysteme. Die Erhaltung der globalen Biodiversität müsse politisch unbedingt Vorrang haben. Fischer beschrieb die Vielfalt der Organismen. So gebe es von den * Schwämmen 9.000 Arten * Rippenquallen 100 Arten * Quallen 9.000 Arten * Fadenwürmer 12.000 Arten * Mollusken 50.000 Arten * Gliederfüßler 1 Mio. Arten * Libellen 68 Arten in SH * Wildbienen 250 Arten in SH Die Amphibien seien zurzeit am meisten gefährdet. Die globale "Massenaussterben" schreite 1.000 bis 10.000mal so schnell fort als im natürlichen Prozess früherer Jahrmillionen. 17.500 Arten verschwänden im Jahr. 1,4 Mio. Arten seien zurzeit bekannt, fünf bis 30 Mio. Arten sind wahrscheinlich. Das letzte große Aussterben habe es vor 65 Mio. Jahren gegeben, das vorletzte zum Ende des Perm vor 250 Mio. Jahren. Für eine Erholung der Biodiversität seien fünf (!) Mio. Jahre erforderlich. Fischer warnte davor, bei uns Pflanzen aus anderen Weltregionen anzupflanzen, weil sie auch bei gleichen Arten unterschiedliche Genome enthielten, die zu einer Durchmischung bzw. Verdrängung heimischer Arten führen würden. In der Diskussion ging es vor allem um die Frage, ob man die Natur sich selbst überlassen, oder ob mit der Schaffung von Biotopen, Ansiedlung von Arten, eingegriffen werden sollte. Bei einheimischen Baumschulen könne man sicher sein, "hiesiges Material" zu erhalten. Gibt aber keine Kennzeichnungspflicht. Landwirte hielten sich nicht unbedingt an die Regeln. Gegenbeispiel für Gestaltung: Die offene Weidelandschaft im FFH-Gebiet Höltigbaum bei Ahrensburg/Hamburg, wo die Verbuschung verhindert wird. Eckart Kuhlwein erläuterte die Entstehung des Bündnisses "Kommunen für Biodiversität" und brachte praktische Beispiele aus der Arbeit in den Mitgliedskommunen bzw. den Deklarationskommunen. Er schlug einen Musterbeschluss für die Ratsversammlungen vor. Nähere Informationen unter www.kommunen-fuer-biologische-vielfalt.de Michael Packschies erinnerte zunächst an Defizite bei den Vorschriften für die Erschließung von Baugebieten in den Kommunen: Früher habe es zunächst Grünordnungspläne und Landschaftspläne gegeben, bevor Bebauungspläne erstellt wurden. Heute laufe es eher umgekehrt: Erst die Baugebiete und später eine Kompensation. Eckernförde habe schon 1984 ein umweltschonendes Vorgehen bei der Entwicklung beschlossen. Erster Schritt sei eine Kartierung gewesen. Dann sei ein Achsenkonzept entwickelt worden. Im dicht bebauten Norden der Stadt sei eine weitere Bebauung gestoppt worden. Vor einem F-Plan sei zu-nächst ein Landschaftsplan erarbeitet worden. Bei der Bebauung sollte "Landschaft wiederhergestellt" werden:

* Verdunstungsteiche für Regenwasser, * Aushub durfte zu kleinen Hügeln aufgetragen werden, * Teiche wurden dort ausgebaggert, wo sie früher bestanden hatten. Durch Versickerung wurden die Kosten für die Regenwasserkanalisation gesenkt. Unerwünschte "Einwanderer" wurden umgesiedelt. Trittstein-Entfernungen für Arten wurden durchgeführt, "Tobeflächen" statt geordneter Spielplätze für Kinder angelegt. Hinzu kamen Gründächer für Gewerbebetriebe, die Wiederherstellung alter Brunnen und die Anlage eines Heckenlabyrinths. Zu einem Kunstprojekt wurde die Begrünung von Wartehäuschen. Packschies hielt ein Plädoyer für eigenständigen Umweltausschuss, weil Umweltthemen in Bauaus-schuss leicht untergehen. Sein Rat: Auch Argumente der Gegner reflektieren und ggf. Kompromisse suchen. In der Diskussion ging es um verbesserte Strukturen der Entscheidungsfindung. Beklagt wurde, dass auch SPD-Vertreter sich in den Kommunen zu wenig um Natur in der Stadt kümmerten. Naturschutz sei vor allem durch die Klima- und Energiepolitik als Thema verdrängt worden. Die Versammlung beschloss eine Initiative zum Landesparteitag zum Beitritt Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt". Das umWeltforum wird dazu einen Antrag stellen. Weiterhin soll eine Initiative zum Landesnaturschutzgesetz über die Landtagsfraktion angestoßen werden, um Grünordnungspläne und Landschaftspläne als Voraussetzung für F-Pläne und B-Pläne zu verankern.

Homepage: SPD-Umweltforum


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