SPD im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Frauen, holt eure roten Taschen aus dem Schrank

Veröffentlicht am 21.03.2013, 17:43 Uhr     Druckversion

Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen schließen – SPD-Frauen unterstützen ‚Equal Pay Day’

80 Tage mussten Frauen in Deutschland über das Jahresende hinaus extra arbeiten, um so viel zu verdienen, wie ihre männlichen Kollegen allein im Vorjahr. Der "Equal Pay Day" markiert am Donnerstag, 21. März diesen Zeitraum und macht auf die unverändert drastischen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam.

Aktuell beträgt die geschlechtsspezifische Gehaltslücke laut Statistischem Bundesamt 22 Prozent. Damit gehört Deutschland europaweit zu den Schlusslichtern. Nur in Österreich, der Tschechischen Republik und Estland ist die Lohnungerechtigkeit nach Angaben der EU-Kommission noch weiter ausgeprägt.

Ein Skandal!

Zum Symbol des Protests gegen diese Lohnungerechtigkeit ist das Tragen roter Taschen am Equal Pay Day geworden. Die roten Taschen stehen für rote Zahlen in den Geldbörsen der Frauen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer. Auch die SPD-Frauen im Europäischen Parlament rufen alle Frauen in Deutschland und Europa auf: „Holt am 21. März Eure roten Handtaschen aus dem Schrank und kämpft mit uns für gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort für Männer und Frauen.“

Frauen haben mehr verdient! SPD: Für Lohngerechtigkeit und gegen überkommene Strukturen

Um endlich den Misstand auszuräumen, dass Frauen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer, hilft es, der Wurzel dieser Ungerechtigkeit auf den Grund zu gehen. Denn es gibt viele Ursachen für die Gehaltslücke, deshalb sind auch verschiedene Gegenmaßnahmen nötig.

Typische Frauenberufe sind schlechter bezahlt

Immer noch konzentrieren sich Frauen häufiger auf Berufe und Branchen mit niedrigem Verdienstniveau. 80 Prozent der Beschäftigten etwa in Gesundheitsberufen sind Frauen. Die Einkommen von Pflegekräften, Krankenschwestern oder Arzthelferinnen rangieren im Vergleich zu anderen gleichwertigen Ausbildungsberufen am unteren Ende der Gehaltsstatistiken. "Viel Dienst – weniger Verdienst" lautet deshalb auch das Motto des Equal Pay Days 2013. Ziel des diesjährigen Themenschwerpunkts – die Lohnsituation in Gesundheitsberufen – ist aber nicht nur die finanzielle, sondern auch die gesellschaftliche Aufwertung von Gesundheitsberufen.

Daher haben sich die Sozial- und Beschäftigungsexperten der SPD-Europaabgeordneten etwa von der Initiative zur frühen Berufsorientierung in Rheinland-Pfalz inspirieren lassen. Die Aktion soll Mädchen für die mathematisch-technischen Berufe speziell fördern und ihr Interesse wecken, und wurde vor einem Jahr auch im europäischen Programm "Jugend in Bewegung" aufgenommen. Die SPD im Europaparlament wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass europäische Programme von guten Beispielen in den Regionen lernen und Mädchen endlich die Förderung erhalten, die sie verdient haben.

Erwerbsunterbrechungen und Karriereknick

Ein weiterer Grund für die Entgeltungleichheit ist, dass Frauen öfter und länger familienbedingt aus dem Erwerbsleben aussteigen als Männer. Einbußen bei der Lohn-, Einkommens- und Karriereentwicklung bis letztendlich hin zur Rente sind die Folgen. Im Laufe eines typischen weiblichen Erwerbslebens steigt die Lohnlücke dann zu einer Rentenlücke von rund 60 Prozent an. Deswegen ist Altersarmut noch immer vor allem auch Frauenarmut.

Wir brauchen daher nicht nur ein neues Rollenverständnis, sondern auch ein neues Verständnis der Geschlechter füreinander, um gleichberechtigte Partnerschaften zu ermöglichen. Mehr Kitaplätze statt Betreuungsgeld, mehr Frauen in den Chefetagen statt am Wickeltisch sind wirksame Mittel, um verkrustete Strukturen aufzubrechen und Eltern überhaupt die Möglichkeit zu geben, Job und Familie miteinander zu verbinden anstatt sich nur für eine Option entscheiden zu müssen.

Frauen fehlen in Entscheidungsgremien

Nicht mal ein Viertel der Führungspositionen in deutschen Privatunternehmen sind mit Frauen besetzt. Im vergangenen Jahr waren nur vier Prozent der Vorstände in den Top-200-Unternehmen weiblich. Kaum besser verhält es sich in Aufsichts- und Verwaltungsräten: Dort lag der Frauenanteil 2012 bei 12,9 Prozent.

Mehr weibliche Führungskräfte sind aber das beste Gegenmittel, um Sexismus auch im Arbeitsleben die Stirn zu bieten. Die frauenpolitischen Expertinnen in der SPD-Delegation setzen sich daher seit langem für eine verbindliche Geschlechterquote in Aufsichtsräten und Vorständen von Unternehmen ein, um die gläserne Decke endlich zu durchbrechen und Gleichberechtigung von Männer und Frauen im Arbeitsleben zu fördern. Völlig rückständig hingegen ist der Versuch der schwarz-gelben Koalition, bereits die von der EU-Kommission weichgespülte Frauenquote durch eine Sperrminorität im Ministerrat komplett verhindern zu wollen. Die SPD-Frauen im Europäischen Parlament werden sich umso mehr für eine verbindliche Quote einsetzen.

Diskriminierung und Ungerechtigkeit beenden

All diese Gründe können aber nur einen Teil des starken Lohngefälles erklären. Bei zwei Drittel der Einkommenslücke besteht schlicht und einfach ein Diskriminierungsverdacht. Denn bereits Berufsanfängerinnen verdienen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. So liegen die Gehälter von Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung durchschnittlich um 18,7 Prozent unter denen der männlichen Kollegen. Mit den Berufsjahren wächst diese Einkommenslücke sogar an. Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Arbeitsleben betrifft die Akademikerin genauso wie die Kassiererin oder Facharbeiterin. Sie alle haben mehr verdient.

Daher fordern die SPD-Europaabgeordneten schon seit langem ‚gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort für Männer und Frauen!’

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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