SPD im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Die Weltklimapolitik versagt

Veröffentlicht am 12.11.2013, 18:20 Uhr     Druckversion

Michael Müller ,ehemaliger SPD Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung , jetzt  Vorsitzender des aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Umweltverbandes Naturfreunde Deutschland, hat sich vor dem Hintergrund des aktuellen Klimagipfels und den Ereignissen  auf den Philippinen zu Wort gemeldet

Die Weltklimapolitik versagt zeigt Taifun Haiyan :

Die erste Schlacht gegen den Klimawandel ist bereits verloren Was ist das für eine verlogene Debatte, wenn Berichterstatter der Katastrophe in der philippinischen Hafenstadt Tacloban vor dem Klimawandel warnen. Wo waren denn die Damen und Herren, als das Thema im vergangenen Bundestagswahlkampf überhaupt keine Rolle gespielt hat? Sie thematisieren den Klimawandel nur, wenn er wieder mal in aller Härte in den ärmsten Ländern der Welt zuschlägt. Und der gegenwärtige Stand des Klimawandels ist nicht auf die Entwicklungsländer zurückzuführen. Eckart Kuhlwein, im Bundesvorstand der NaturFreunde für Umweltpolitik zuständig, beklagt: „Auch die Weltklimakonferenz in Polen zeigt wieder einmal: Die Hauptverursacher sind nicht bereit, das Notwendige zu tun.“

Warnungen von UNEP und WMO blieben folgenlos Das Umweltbüro der Vereinten Nationen (UNEP) und die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) warnen bereits seit Mitte der 1980er-Jahre vor dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Wie viel Zeit verloren gegangen ist, zeigt die Verschiebung der Debatte: Ging es damals noch in erster Linie um Vorsorge vor dem Klimawandel, rückte schon Mitte der 1990er-Jahre die Anpassung an den Klimawandel in den Fokus. Dabei haben beispielsweise die Philippinen so viele Inseln und Küstenkilometer, dass gar nicht alle Regionen geschützt werden können. Die dort lebenden Menschen sind den Gewalten der Natur ausgeliefert, die durch die Erwärmung der Meere und der Troposphäre entfesselt werden. Und Taifune, wie jetzt der besonders heftig wütende Haiyan, nehmen durch die Aufheizung der Meere an Heftigkeit zu.

Folgen des Klimawandels heftiger als erwartet Fest steht: Nach einer langen Phase der Stabilität steigt der Meeresspiegel, und er steigt schneller als erwartet. Das korreliert mit dem globalen Temperaturanstieg. Mit ihm nimmt – zudem mit großen regionalen Unterschieden – die Erwärmung der Ozeane zu. Durch die Erwärmung vergrößert sich zum einen das Volumen des Meerwassers. Zum anderen verursacht die verstärkt aufsteigende Feuchtigkeit eine Energiezunahme in der unteren Luftschicht, die sich in warmen Erdregionen in Orkanen, Hurrikanen und Taifunen entlädt. Überhaupt hat der Klimawandel in den Meeressystemen gravierende Folgen. Die Biologie und die Strömungen verschieben sich weitreichend, die Versauerung nimmt zu. Damit wurden Prozesse eingeleitet, deren Folgen wir heute noch gar nicht absehen können. Aber die Menschen machen weiter. Manche mögen es heiß: in Polen wie in China, in den USA wie in Deutschland. Die Unfähigkeit der Verantwortlichen, aus dem Wissen auch Konsequenzen zu ziehen und zum notwendigen Handeln zu kommen, hat zu einer dramatischen Veränderung der Realität geführt. Der Monstertaifun Haiyan hat gezeigt, dass die erste Schlacht gegen den Klimawandel bereits verloren ist.

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