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SPD-Umweltpolitiker fordern Moratorium für Glyphosat

Veröffentlicht am 27.02.2016, 11:39 Uhr     Druckversion

Wegen der kurzfristig anstehenden Entscheidung der EU-Kommission über die weitere Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat für 15 Jahre, haben die Umweltpolitiker der schleswig-holsteinischen SPD die Bundesregierung und die SPD-Mitglieder im Europäischen Parlament aufgefordert, sich für ein umfassendes Moratorium für Glyphosat einzusetzen.

Wie Wolfgang Vogel als Sprecher des umweltforums der SPD erklärte, gelte dies für die Privatanwendung ebenso wie für den Einsatz in der Landwirtschaft. In einem zweiten Schritt müsse die Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungsmitteln in der Landwirtschaft ohnehin erheblich reduziert werden.
Die SPD unterstütze einen entsprechenden Aufruf von "Foodwatch", in dem die Einhaltung des in der EU uneingeschränkt geltenden Vorsorgeprinzips angemahnt wird. Vogel: "Die Politik muss alles tun, um die Bevölkerung vor den Gefahren vor der Anwendung von Glyphosat zu schützen."
Vogel wies darauf hin, dass Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend gilt, wie die IARC, die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), im März 2015 festgestellt habe. Die WHO bediene sich für ihre Gefahreneinschätzung ausschließlich öffentlich zugänglicher Studien verschiedener unabhängiger Forschungsinstitute. Nach der EU-Pestizid-Verordnung sei die Einstufung einer Substanz als "krebserregend" ein absoluter Verbotsgrund.
Die Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) hingegen greife auch auf geheime Studien von Herstellerfirmen zurück, wobei sie sich vor allem auf das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) stütze, das Mitte November zu einem "zweifelhaften Freispruch" für Glyphosat gekommen sei.
Das Herbizid schädige darüber hinaus das Bodenleben, fördere krankheitserregende Pilze und vergifte Insekten, Amphibien und Fische. In Deutschland würden 87,2 Prozent (%) der Rapsflächen, 72,1 % der Körnerleguminosen und 65,9 % der Wintergersteflächen bis zu zweimal pro Jahr mit Glyphosat behandelt. Das Gift werde auch kurz vor der Ernte ausgebracht, um die Abreifung von zum Beispiel Weizen oder Raps zu beschleunigen.
Darüber hinaus komme Glyphosat auch im Obstbau, im Hausgarten, in der Forstwirtschaft, auf industriell genutzten Flächen und auf Bahngleisen zum Einsatz. Nach den Angaben Wolfgang Vogels lässt sich Glyphosat inzwischen nicht nur in einer Vielzahl von Lebensmitteln nachweisen, sondern auch im Blut von Städtern - sieben von zehn getesteten Berlinern hätten nach Stichproben Glyphosat im Urin. Nach einer ersten Untersuchung finde sich Glyphosat auch in der Muttermilch. Und das Münchner Umweltinstitut habe auch erhebliche Rückstände in vielen Biersorten gefunden.
Ein Anwendungsverbot verlange auch die eigene EU-Gesetzgebung. Gemäß dem EU-Vorsorgeprinzip müssen die Behörden selbst dann schon aktiv werden, wenn der letzte Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit eines Stoffes noch nicht vorliegt. Um also Schäden von Mensch, Tier und Umwelt fernzuhalten, darf Glyphosat keine Zulassung mehr erhalten. Die Gefährdung von Natur und Umwelt gilt mit großer Wahrscheinlichkeit auch für andere Herbizide und Insektizide.
Nach Veröffentlichungen des NABU gibt es bereits heute in Deutschland ein dramatisches Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen. Allein in Nordrhein-Westfalen sei in den vergangenen 15 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Ähnlich alarmierende Entwicklungen werden auch in weiteren Regionen Deutschlands befürchtet.
Der Rückgang von bis zu 80 Prozent betrifft unter anderem Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen. Vieles deutet darauf hin, dass es um eine weit reichende Vergiftung der Insekten in unserer Umwelt geht. Besonders Neonicotinoide, die seit Mitte der 1990er Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt werden, stehen im Verdacht.

Homepage: SPD-Umweltforum


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