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Eckart Kuhlwein: Immer noch schneller, höher und weiter?

Veröffentlicht am 05.01.2011, 13:01 Uhr     Druckversion

Nachhaltigkeit statt Wachstum

Die Orientierung auf Wachstum ist eine jahrhundertealte kulturelle Erbschaft der europäischen Moderne. Das war die Idee des Fortschritts. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit gelang es, mehr Wachstum mit dem Ausbau des Sozialstaates zu verbinden. Heute stößt die Menschheit jedoch an ökologische, soziale und ökonomische Grenzen, die respektiert werden müssen. Seit den siebziger Jahren werden diese Grenzen verdrängt: 1972 der Bericht des „Club of Rome“, 1975 die sozialen Grenzen und Ende der siebziger Jahre die sinkenden Wachstumsraten in den Industriestaaten. Statt zu einem sozialökologischen Umbau zu kommen, wurden die Weichen für den Finanzkapitalismus gestellt. Dadurch wurde viel Zeit verloren.
Ganz gleich, ob wir es wahr haben wollen oder nicht: Ökologisch sind die Grenzen des herkömmlichen Wachstums erreicht, ökonomisch ist es immer weniger machbar und damit geraten auch die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik an Grenzen, solange sie von hohen Wachstumsraten abhängig bleiben. In der bisherigen Form ist Wachstum ein Substanzverzehr zu Lasten der Zukunft.

Die Signale sind nicht mehr zu übersehen: Der Gipfel der Ölexploration (Peak Oil) ist überschritten. Die Rohstoffe für die technischen Innovationen des 21. Jahrhunderts werden knapp. Die Chinesen sichern sich bereits landwirtschaftliche Flächen in Afrika, um ihre Milliardenbevölkerung dauerhaft ernähren zu können. Und der Klimawandel durch eine immer stärker belastete Atmosphäre führt immer wieder zu extremen Wetterereignissen.

Unsere Zeit braucht ein gezieltes Wachsen und ein gezieltes Herunterfahren. Die Nachhaltigkeit muss wachsen, während natur- und sozialschädliche Formen von Produktion, Dienstleistungen und Konsum schnell schrumpfen müssen. Unser Land braucht einen Nationalen Wohlfahrtsindex, der Klarheit schafft.
Die drei ökologischen Ziele des Umbaus heißen Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Bei der Effizienz geht es um eine absolute Senkung des Energie- und Rohstoffverbrauchs, bei der Konsistenz um den Umbau in eine Solar- und Kreislaufwirtschaft, bei der Suffizienz um Genügsamkeit und immaterielle Lebensqualität. Nur so können der ökologische Fußabdruck und der ökologische Rucksack, die viel zu groß sind, verringert werden.

Die Alternative zum Wachstumszwang heißt Nachhaltigkeit. Nur sie ist in der Lage, den Anforderungen einer „überbevölkerten, ungleichen, verschmutzten und störanfälligen Welt" (Brundtland-Bericht) gerecht zu werden. Ihr Ausgangspunkt ist eine andere zeitliche Verantwortung in den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Nachhaltigkeit ist neuer Fortschritt. Es geht nicht um einen grünen Anstrich des Bisherigen, sondern um den sozialökologischen Umbau. Die Debatte über die Grenzen des Wachstums muss ohne Scheuklappen geführt werden. Sie braucht einen offenen, lernfähigen und umfassenden Diskurs über die Zukunft. Von daher geht es um mehr Demokratie, Mitbestimmung und Teilhabe.
Die Debatte darüber verlässt heute die wissenschaftlichen Zirkel und rückt ins Zentrum von Politik und Gesellschaft. Als Alternative zeichnet sich ab: Entweder kommt es zu erbitterten Verteilungskämpfen, einschließlich der Gefahr von Ressourcenkämpfen, oder zu einer nachhaltigen Entwicklung. Wir haben nicht mehr sehr viel Zeit dafür.

Das UmWeltforum der SPD will für unseren Landesverband den Anstoß zur Debatte geben. Wir werden daher Anfang Februar zu einer Tagung in Malente einladen.

Homepage: SPD-Umweltforum


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