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Schulgesetz: Nicht aufregen, die FDP mit Herrn Klug beim Wort nehmen!

Veröffentlicht am 29.01.2011, 16:49 Uhr     Druckversion

Das Schulgesetz von 2007 heute schon zu verändern war ein grundlegender Fehler. 2013 wäre der erste vollständige Durchgang durch das neue System gelaufen. Dann hätte man eine belastbare Auswertung erstellen sowie verantwortungs- und sinnvolle Nachsteuerungen am System beschließen können. Alles andere bedeutet einen Datensatz aus der schwarz-gelben Glaskugel zu verwenden, aber keinesfalls auf fundierte Erfahrungen und Belege VOR erneuten Reformen zurückzugreifen.

Aus ideologischem Antrieb, Angst vor der 5% Hürde und zur persönlichen Profilierung hat die FDP nun ohne Rücksicht auf Kinder, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer ihr Schulgesetz durchgedrückt. Es ist schon ein Armutszeugnis wert, dass die FDP dies nur hinbekommen hat, indem sie der CDU versprochen hat, dass die Schulen - besonders die Gymnasien - ja gar nichts verändern müssen, sondern nur die Freiheit bekommen. Da sollten wir alle Herrn Klug und die FDP beim Wort nehmen! 90% der Gymnasien, 100% der Gemeinschaftsschulen, die große Mehrheit der Schulträger, der Eltern, der Kinder, der Jugendlichen sowie der Lehrerinnen und Lehrer wollen dieses Gesetz nicht. Sie wollen die Neuerungen des Schulgesetzes von 2007 nun wirken lassen, die Früchte ihrer Arbeit ernten und in Ruhe ihren Weg zu einer guten Bildung für alle Kinder gehen. Was ist das neue Schulgesetz also wert? Nichts!
Das Kernproblem des deutschen Schulwesens besteht darin, dass die Bildungschancen bei uns viel mehr von der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen abhängig sind als in anderen westlichen Demokratien. Das Schulgesetz von 2007 hat darauf reagiert, indem es das längere gemeinsame Lernen insbesondere in der Gemeinschaftsschule auf dem Weg gebracht hat und die Einrichtungen von Ganztagsschulen gefördert hat. Viele Menschen im ganzen Land haben sich damit auf diesen Weg gemacht, den auch die OECD und PISA empfehlen. Durch das 2011er Schulgesetz bekommen nun leider die „Bremsklötze“ neuen Auftrieb, denn es ist ja nun fast alles möglich. „Den Schulen sollen ja nur mehr Freiheiten gegeben werden“, sagt Herr Klug. Aber das ist eine Freiheit ohne Verantwortung für unser Land: Was geschieht denn, wenn ein Kind aus Rendsburg auf eine Gemeinschaftsschule geht und dann in eine Region umzieht, wo sich für einen der anderen Wege entschieden wurde? Was ist, wenn es auf ein G9 Gymnasium in Kiel geht und dann nach Nortorf umzieht und dort die Wahl nur zwischen G8 und G9 auf der Gemeinschaftsschule hat? Von den vielfältigen Möglichkeiten, wenn noch die Regionalschulen dazu kommen ganz zu schweigen! Nun können in den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen auch wieder abschlussbezogene Klassen eingerichtet werden. Was ist das anderes, als eine Rolle rückwärts in das 3-gliederige Schulsystem? Alle anderen Länder und Bundesländer bewegen sich in Richtung auf ein 2-gliedriges System oder (haben) ein integriertes 1-gliedriges Schulsystem. Unsere Kinder und Jugendlichen werden dann also massiv benachteiligt: nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch innerhalb Deutschlands! Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Frage, woher das Geld für die vielen neuen Zweige kommen soll. Wenn ein G8 Gymnasium nun auch noch einen zusätzlichen G9 Gang einrichten will, müssen dafür auch Räume, Material und Lehrkräfte. Woher sollen die kommen? Wo den Gemeinschaftsschulen? Das wäre eine zusätzliche Axt an der Wurzel eines zukunftsfähigen Bildungssystems! Oder einfach alles zurückdrehen von G8 auf G9? Viel Geld, Schweiß und Material wurde bereits invenstiert. Wofür war es dann? Oder nun nochmal das Ganze? Eine Freiheit, bei der sich nur die Schlauen und Reichen bedienen und die Vorteile genießen können, kann nicht im Sinne aller Menschen in Schleswig-Holstein sein. Egal ob arm oder reich oder welches Elternhaus: Jedes Kind hat aus Sicht der SPD ein Recht auf eine optimale Bildung und Ausbildung und niemand darf alleine gelassen werden! Wer es nicht alleine schafft, der muss auch die Hilfe von der Gesellschaft, den Lehrkräften und Mitschülern bekommen und darf nicht einfach aussortiert werden! Wir wollen deshalb ein zukunftsfähiges Schulsystem für alle Kinder in Schleswig-Holstein: Eine starke Gemeinschaftsschule! Dazu müssen wir möglichst schnell zurück zum Schulgesetz vom 2007, damit klare Rahmenbedingungen im ganzen Land bestehen. Dann wäre für SchülerInnen, Eltern, Lehrkräfte und Kommunalpolitiker wieder klar, dass Ihre bisherige Arbeit nicht für die Katz war und unser Schulsystem kann sich in Ruhe, verlässlich und im (inter-)nationalen Rahmen weiter entwickeln. Ab 2013 wird dann eine wissenschaftlich untermauerte Überprüfung dieser Entwicklung beginnen, auf deren Basis dann vernünftige Nachsteuerungen beschlossen werden können! Allen Betroffenen kann man deshalb heute nur raten: Bleiben Sie ruhig, machen Sie nur das Allernötigste und lassen Sie möglichst viel so, wie es gerade erarbeitet und umgesetzt wurde. Dieses Schulgesetz wird nicht lange Bestand haben und von der nächsten Landesregierung umgehend wieder kassiert werden. Ulf Daude stv. Vorsitzender SPD Rendsburg-Eckernförde

Kommentare
RE: Schulgesetz: Nicht aufregen, die FDP mit Herrn Klug be, Ulf Daude, (01.02.2011, 22:09 Uhr)
RE: Schulgesetz: Nicht aufregen, die FDP mit Herrn Klug be, besorgter Vater, (30.01.2011, 18:21 Uhr)
 
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