SPD Schacht-Audorf

SPD-Ortsverein zwischen 1933 und 1945

Der SPD-Ortsverein Schacht-Audorf von 1933 bis 1945



Am 22.06.1933 wurde die SPD von den Nazis verboten und alle Mandate f√ľr die Partei f√ľr nichtig erkl√§rt. Damit verloren die Sozialdemokraten auch ihre Sitze in der Schacht-Audorfer Gemeindevertretung. Noch kurz zuvor hatte sich der Genosse Ludwig Onken in einer Gemeinderatssitzung dar√ľber beschwert, da√ü der hiesige SA- F√ľhrer die SPD- Parteifahne beschlagnahmt hatte. Nach Herausgabe der Fahne versteckten die Genossen sie zun√§chst. Um aber ganz sicher zu gehen, da√ü die Fahne nicht in fremde H√§nde kommen konnte, wurde sie von den Parteimitgliedern verbrannt.

Innerhalb der Schacht-Audorfer Sozialdemokratie gab es nach 1933 nur geringen aktiven politischen Widerstand, von einer geordneten illegalen Parteiarbeit gibt es keine Zeugnisse. Der langj√§hrige 1. Vorsitzende des Ortsvereins L. Onken wurde zweimal in "Schutzhaft" genommen und in ein KZ-Lager eingewiesen. In der N√§he von Bremen traf er in einem Lager den ehemaligen Vorsitzenden der KPD von Schacht-Audorf, Friedrich Streich. Gemeinsam haben sie dort K√∂rbe geflochten. W√§hrend L. Onken das "tausendj√§hrige Reich" √ľberlebte, ist F. Streich im KZ Buchenwald ums Leben gekommen. Das zweite Opfer war Friedrich Plagmann. Er geh√∂rte dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an und hatte Flugbl√§tter verteilt sowie an heimlichen Zusammenk√ľnften teilgenommen. Zwei Tage nach seiner Verhaftung erhielt die Familie die Mitteilung, da√ü er sich selbst in seiner Zelle erh√§ngt habe. Nach der √úberf√ľhrung wurde dann festgestellt, wie sehr er offenbar gequ√§lt worden war; der K√∂rper wies viele gr√ľne und blaue Flecken auf und das Gesicht war wegen der starken Schwellungen ganz entstellt.

Als dann 1945 das Nazi-Regime zusammenbrach und das englische Milit√§r in unser Dorf einr√ľckte, leistete niemand Widerstand. "Wie wird es jetzt weitergehen?", das war die brennende Frage.

© Ortsverein der SPD Schacht-Audorf, Dr. Harald Wiese.

Unser besonderer Dank gilt Heinz Föllscher und Heinz Baumann.
Anregungen und Ergänzungen bitte an: Eckard Reese (E-mail: info@spd-schacht-audorf.de)


 

 
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