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Elbe-Lübeck-Kanal

Der Elbe-Lübeck-Kanal stellt in nord-südlicher Richtung den Anschluss der Untertrave an das bundesdeutsche Binnenwasserstraßennetz dar. Seine Länge beträgt 65,5 km. Die Kilometrierung beginnt in Lübeck und endet in Lauenburg. Bergfahrt ist die Fahrt in Richtung Elbe. Im Ortsbereich der Hansestadt Lübeck ist der Kanal 5,6 km im Travelauf entlang geführt. Er ist außerdem in der Stadt selbst zu einem Hafen von 80 m Sohlenbreite und 3,5 m Wassertiefe ausgebaut. Die Abmessungen des Kanals entsprechen dem für Schiffe von ca. 1.000 t Tragfähigkeit.

Historischer Rückblick auf die Güterbeförderung

Zu Zeiten der Hanse entschloss man sich zum Ausbau einer Wasserstraße zwischen den Flüssen Delvenau und Stecknitz. Der Stecknitzkanal (alte Bezeichnung: Stecknitzfahrt) wurde in den Jahren 1392 bis 1398 zwischen Lübeck und Lauenburg gebaut. Er war der erste Wasserscheidenkanal in Europa.

Der Grund für diese Baumaßnahmen waren die 30.000 t Salz, die in Lüneburg produziert und in Nord- und Osteuropa als Gewürz sowie als Konservierungsmittel benötigt wurden. Zwar konnten die Lastkähne nur 7,5 bis 12,5 t laden, so dass der Transport von Lüneburg nach Lübeck bis zu fünf Wochen dauerte, aber dennoch war diese Möglichkeit die schnellste und sicherste.

Anfang des 16. Jhs. wurden jährlich 1.200 Schiffsladungen von jeweils 12,5 t verzeichnet. Mitte des 19. Jhs getätigte Baumaßnahmen führten zu einer Verkürzung der Fahrtzeit von drei bis fünf Wochen auf neun Tage.

Schon kurz nach der Einweihung des Elbe-Trave-Kanals am 16. Juni 1900 hatte mit einem mit Braunkohle beladenen Elbkahn die Frachtschifffahrt begonnen. Lübeck führte nun über den Kanal hauptsächlich Nahrungs- und Düngemittel ein, ausgeführt wurden Hölzer mit unterschiedlichem Verwendungszweck, nach der Gründung des Hochofenwerkes 1907 auch Roh- und Brucheisen. Die Verkehrsentwicklung auf dem Kanal verlief bis zum 1. Weltkrieg entsprechend den damaligen Erwartungen.

In der Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg sorgte der Transport von Kies aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg auf dem Kanal für ein Rekordaufkommen.

Die Situation auf dem ELK heute

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und der Öffnung der Grenzen nach Osten ist das Transportvolumen nach seinem historischen Tiefpunkt auf dem Elbe- Lübeck- Kanal wieder deutlich auf knapp 1,5 Mio. t im Jahr 1995 angestiegen. Nach einem erneuten Rückgang in den beiden folgenden Jahren auf rund 1,1 Mio. t ist seitdem wieder eine Steigerung um jährlich 3-4 % zu verzeichnen.

Hauptsächlich werden Güter wie Sand, Steine, Erze, Getreide- und Ölsaaten, Stahlerzeugnisse, feste Brennstoffe und Forstprodukte gefahren, aber auch Maschinen, Fahrzeuge oder Halb- und Fertigerzeugnisse. Das Binnenschiff eignet sich auch für die Beförderung von Mineralöl, Gas und anderen Gefahrgütern. Aufgrund der Brückendurchfahrtshöhen von 4,40 – 4,57 m im Kanalgebiet rechnet sich die Containerfahrt kaum.

Hier setzen die Inititativen der Politik seit nunmehr fast 50 Jahren an. Seit Anfang der 1960er Jahre wird ein Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals hauptsächlich von Lübecker Politikern gefordert. Die Argumente pro haben sich dabei kaum geändert! Und in regelmäßiger stoischer Gelessenheit wendet der Adressat - das Bundesverkehrsministerium - als “Eigentümer” und Betreiber des Kanals der Bundeswasserstrasse die Forderung ab. Es zeigt sich immer wieder, dass die wichtige Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan in letzter Sekunde nicht stattfindet. Danach beginnen die allgemeinen Schuldzuweisungen zwischen Bund, Land Schleswig-Holstein und zum Teil auf den Kreis Herzogtum Lauenburg. Dabei spielt hauptsächlich der Bund auf Zeit, denn es sind seine Mittel, die verplant werden.

Was haben wir in Berkenthin davon? Außer, dass wir am Elbe-Lübeck-Kanal liegen wird sich bei einem Ausbau dieser Bundeswasserstrasse für uns nicht viel ergeben. Der Schiffsverkehr wird zunehmen, aber kaum ein Schiff wird in Berkenthin vor Ort halt machen. Arbeitsplätze werden in Lübeck entstehen, nicht hier.

Im folgenden Google-Notizbuch haben wir Presseveröffentlichungen und -mitteilungen zum Thema Elbe-Lübeck-Kanal zusammengestellt. Diese reichen bis ins Jahr 1962 und werden bei Bedarf aktualisiert.

 
ÖPNV Streckenplan Berkenthin

  Steckenplan ÖPNV Hsg. SPD Berkenthin

Wetter in Berkenthin
Gabi Hiller-Ohm, MdB

Kathrin Wagner-Bockey