Standort: → ThemenArchivKinderarmut
Navigation
Mitglied werden

QR-Code

Kinderarmut

 

 

Kinderarmut im Kreis Herzogtum Lauenburg

Im Gasthof Meier fand im Juni 2008 eine Veranstaltung zur Kinderarmut mit MdB Gabriele Hiller-Ohm und Franz Albracht vom Deutschen Kinderschutzbund (1. Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes im Herzogtum Lauenburg) statt.

In Deutschland sind rund zwei Millionen Kinder arm oder armutsgefährdet, im Kreis Herzogtum Lauenburg gelten mehr als 4.000 Kinder als arm oder armutsgefährdet. Auch wenn diese Angaben nichts über die individuellen Lagen der Kinder aussagen, so hat ein Aufwachsen in Armut in der Regel gravierende Folgen: Kindern aus armen Familien fehlt es oft an ausreichender und ausgewogener Ernährung. Sie werden häufig sozial ausgegrenzt und haben zumeist geringere Bildungschancen und  damit auch geringe Aufstiegsmöglichkeiten. Die Armut der Eltern wird weitergegeben, sie prägt den Lebensweg der Kinder. Kinderarmut darf daher nicht isoliert betrachtet werden. Maßnahmen zur Bekämpfung müssen nicht nur auf die Kinder, sondern auf die Familien insgesamt zielen. Dazu gehört der Ausbau der Ganztagsschulen und Kindertagesstätten ebenso wie die Verbesserung der finanziellen Situation der Familien, um diese vor dem Fallen in den Bezug von Arbeitslosengeld II zu schützen. Das sind Aufgaben, bei denen der Bund, die Bundesländer, die Kommunen und auch Organisationen vor Ort gefordert sind. Ein großes Problem ist die Arbeitslosigkeit. Davon sind Alleinerziehende vermehrt betroffen. Auch Niedriglöhne sind Ursache von Armut.

Gabriele Hiller-Ohm stellte das 10-Punkte-Programm der SPD Bundestagsfraktion zur Kinderarmut vor. In dem Programm sind die Maßnahmen aufgeführt, die im Bund, in den Ländern und in den Gemeinden umgesetzt werden sollen. Kindern kann besser geholfen werden, wenn Gemeinden es schaffen, so genannte Vernetzungsstrukturen zwischen den wichtigsten Bereichen, die für frühe Hilfen und frühe Bildung zuständig sind, zu organisieren. Dieses sind z.B. Einrichtungen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens, die Schulen, die Wohlfahrtsverbände, Sportvereine, Kirchen sowie die Polizei und die Justiz. Dafür muss natürlich auch mehr Personal, z.B. in den Jugendämtern, eingestellt werden.

Alle Kinder sollen ein gesundes Mittagessen bekommen. Dafür soll die Infrastruktur (Küchen usw.) geschaffen werden, z.B. möglich in Verbindung mit den Ganztagsschulen und den Gemeinschaftsschulen. Kommunen müssen vor Ort entscheiden, wie sie von Armut betroffene Kinder von der Eigenbeteiligung beim Mittagessen schrittweise befreien. Kindertagesstätten sollen zu Eltern-Kind-Zentren ausgebaut werden. Es werden nicht nur die Kinder gefördert, sondern auch die Eltern miteinbezogen. In den Ländern fordert die Bundes-SPD u.a. die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erziehern an den Kindertagesstätten. Wichtig ist auch die Einstellung von mehr Personal in den Kindertagesstätten, also die Bildung von kleineren Gruppen, um Kinder individuell zu fördern.

Franz Albracht berichtete, dass die ehrenamtlich tätigen Vereine mit ihrem Einsatz die Armut verdecken. Ausführlich schilderte er Beispiele im Kreis Herzogtum Lauenburg von Patenschaften für Schulen, für Schulkinderfrühstück und von Elternkursen zur Konfliktberatung.

In der sich anschließenden Diskussion wurde deutlich. dass es unverständliche Regelungen im Bereich von Hartz IV-Empfängern gibt, die ihre Kinder in einen Kindergarten schicken. Einige Teilnehmerinnen aus Geesthacht und Lauenburg berichteten von Spenden und Sponsoren für Schultüten, Schulranzen, Kleiderspenden, Zuschüssen zum Kindertagesstättenbeitrag und zu den Eintrittsgeldern für Schulausflüge.

 

 

 

Foto: SPD Berkenthin

 
ÖPNV Streckenplan Berkenthin

  Steckenplan ÖPNV Hsg. SPD Berkenthin

Wetter in Berkenthin
Gabi Hiller-Ohm, MdB

Kathrin Wagner-Bockey