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Biogas

 


Wird sich die Landschaft unserer Stecknitz-Region durch Energiemais-Anbau verändern?

 

In unserer Nachbargemeinde Krummesse wird zurzeit ein neues Energiekonzept entwickelt. Nach diesem Konzept soll durch ein BHKW (Blockheizkraftwerk) elektrischer Strom zur Netzeinspeisung und Wärme (thermische Energie) zur Einspeisung in ein Nahwärmenetz erzeugt werden. Das dafür benötigte Gas (Methan) wird in einer Biogasanlage erzeugt. An das Nahwärmenetz sollen in Krummesse öffentliche und private Gebäude angeschlossen werden. Um Heizenergie zu sparen, sollen mindestens 100 private Häuser mit einer Wärmedämmung ausgestattet werden. Krummesse will sich bis 2020 mit Hilfe von erneuerbaren Energien selbst versorgen. Dafür muss Energie eingespart und effizienter genutzt werden. Die Planung und die Umsetzung sind zukunftsweisend und nachhaltig. Planungsentwürfe sehen derzeit vor, dass in Krummesse ein BHKW mit einer elektrischen Leistung von mindestens 1.000 Kilowatt erforderlich ist. Die benötigte Energie soll von Biogasanlagen bezogen werden.

Nach unseren Informationen soll eine Biogasanlage auf dem Gemeindegebiet von Klempau errichtet und betrieben werden. Um dieses Biogasprojekt profitabel betreiben zu können, ist auch bei der Biogasanlage in Klempau ein weiteres BHKW mit 1 000 KW elektrischer Leistung geplant. Dieses BHKW an der Biogasanlage soll die anliegende Großgärtnerei mit Wärmeenergie versorgen und den Strom in das öffentliche Stromversorgungsnetz einspeisen. Das BHKW der Gemeinde Krummesse soll über eine Verbindungsbiogasleitung aus Klempau versorgt. Alternativ planen die Krummesser jetzt eine Biogasanlage auf ihrem Gemeindegebiet.

Aufgrund dieser Planung fürchten manche Bürger in Klempau, dass die zu erzeugende erneuerbare Energie die Natur- und Kulturlandschaft sehr verändert. Als Rohstoff und Energiepflanze zur Erzeugung der Biogasmengen soll Silomais eingesetzt werden. Um 2 Kilowatt elektrische Jahresdauerleistung zu erzeugen, braucht man eine Maisanbaufläche von einem Hektar (100m x 100m). Bei 2.000 Kilowatt elektrischer Leistung der beiden geplanten BHKWs, würde dieses eine Maisanbaufläche von 1.000 Hektar ergeben. Die Gesamtackerfläche, z.B. der Gemeinde Klempau, beträgt nur 700 Hektar.

Von diesen 1.000 ha Maisfeldern müssten innerhalb weniger Tage 50.000 t Frischmasse Mais geerntet und in riesige Silos bei der Biogasanlage eingelagert werden, das bedeutet ca. 5.000 Silomaistransporte. Auch die Gärreste, in etwa 38.000 t erfordern viele zusätzliche Transporte.

Wenn diese großen Anlagen verwirklicht werden, könnte das, was manche Bürger befürchten, zu einer Monokultur und zur Verarmung der Flora und Fauna unserer Naturlandschaft führen. Kritisiert wird auch die durch Biogasanlagen unterstützte Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenerzeugung. Nach einem starken Anstieg Anfang 2007 sind die Getreidepreise heute jedoch wieder stark gefallen. Durch die Förderung der Biogasbetreiber nach dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) sind die Investoren in der Lage bis zu 1.000 Euro Pachtzins pro Hektar Ackerfläche zu bieten, ortsüblich bisher etwa 330 Euro. Das ruft eine weitere extreme Flächenkonkurrenz zu „normalen“ Getreide- und Milchbauern hervor und könnte unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln gefährden. Das Umweltbundesamt beauftragte das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Göttingen die Auswirkungen des großflächigen Anbaus von Energiemais-Monokulturen auf die Umwelt zu untersuchen. Resultat: Es sind negative Veränderungen der Bodenstruktur und der Grundwasserbelastung zu befürchten. Zum gleichen Ergebnis kommt der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Und weitere Fragen ergeben sich: Hat der Betrieb solcher großen Anlagen Auswirkungen auf den Tourismus in unserer Stecknitz-Region? Finden Fahrradtouristen es interessant durch 3 bis 4m hohe „Maiswälder“ zu radeln? Werden nicht unsere Anstrengungen untergraben, die Stecknitz-Region überregional bekannt zu machen?

 

Quelle: Unsere SPD-Zeitung "Berkenthiner Bote", Ausgabe 18, Dezember 2009, S.1

 
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