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Rolf Hackauf

Rolf Hackauf
Künstler aus Göldenitz

Den Spaziergängern fällt auf dem Weg entlang des Kanals in Höhe des Amtes die mit Ziegelsteinen gemauerte Wand auf, auf denen unterschiedliche Motive eingeritzt sind. Die Idee zu dieser Mauer hatte der in Göldenitz lebende Künstler Rolf Hackauf anlässlich des Kanaljubiläums im Jahr 2000. Petra Rehse, Mitglied im Kulturausschuss und Michael Grönheim besuchten ihn.

BB: Was ist der Schwerpunkt Ihrer künstlerischen Arbeit?

Mein Schwerpunkt ist in erster Linie die Malerei, Tuschezeichnungen zum Beispiel. Ich lasse mir große Folianten blanko als Bücher binden und male dann Seite für Seite mit Tusche aus. Eine andere Idee sind meine „Mausbilder“, gezeichnet in einem PC-Malprogramm und mit der Computermaus, hauptsächlich alle Formen von Gesichtern. Die Idee mit den Gesichtern habe ich auch auf große, bis zu vier Meter lange Bahnen übertragen, auf denen ich über 100 verschiedene Gesichtausdrücke reflektiere, zum Teil in Farbe, zum Teil mit Tusche. Eine andere Idee sind Holzschnitte mit sehr unterschiedlichen Motiven, die mich umgeben, von denen ich aber nur einen Abzug mache. Die Schnitte selber sind wiederum so von mir bearbeitet worden, dass sie auch einzeln bzw. in der Gruppe als Objekte Verwendung finden können.

BB: Wie sind Sie auf die Idee mit der Ziegelmauer gekommen?

Die grundsätzliche Idee zum Bearbeiten von Ziegeln ist mir bei einem Urlaub auf Zypern gekommen. In einem Museum sind mir uralte Gebrauchskeramiken begegnet, die durch vielfältige Formen, verschiedenartige Motive mit Ritzungen von der Geschichte dieser Insel erzählen.

An Ziegeln fasziniert mich auf der einen Seite das Beständige. Auch nach langer Zeit erzählen diese von Menschenhand hergestellten oder bearbeiteten Steine noch kleine Geschichten. Zum anderen können wir Ziegel heute im rohen Zustand selber formen und durch Wörter, Zeichen und kleine Zeichnungen so gestalten, dass wir auch noch Jahre später unsere Spuren „sehen“ können.

BB: Diese Grundidee setzten Sie für ihr Brückendenkmal ein.

Ja, im Sommer 1999 fand im Rahmen der Schleswig-Holstein Kulturtage an der alten Kirchsteigbrücke eine Kinderkunst-Aktion statt. Zu Anfang hatten wir doch die eine oder andere Akzeptanz einzufordern. Es machte dann aber richtig Spaß, mit anzusehen, wie unsere frischen, noch nicht gebrannten Ziegelsteine „reißenden“ Absatz fanden und mancher vorher skeptisch blickender Erwachsene auch klammheimlich einen Stein nahm, um ihn individuell zu bearbeiten und abzugeben. Dabei sind viele Einzelenergien zusammen geführt worden, um etwas Ganzes entstehen zu lassen. Nach dem Brennen wurde dann im Jahr 2000 für das Kanaljubiläum aus den Ziegeln die Mauer errichtet. Das Resultat ist heute noch für jeden sichtbar am Kanal zu sehen, fordert weiterhin zum Nachdenken auf und hat auch noch für die nächsten Jahre bestand.

BB: Öffentliche Gelder werden auch weiterhin für künstlerische Projekte bereitgestellt. Dafür müssen im Vorwege die Ideen skizziert und beschrieben werden, um diese Gelder zu erhalten. Beteiligen Sie sich daran?

Das Jagen nach Projektgelder ist überhaupt nicht meine Sache. Mir geht es um die künstlerische Arbeit als solche. Zum Beispiel kann ich mir gut vorstellen, dass sich in Berkenthin ein Kunstverein gründet, der zusammen mit anderen Gemeinden der Umgebung oder auch mit Orten entlang des Kanals Künstler fördert. Sei es, dass dieser Verein jedes Jahr für eine bestimmte Summe Objekte von verschiedenen Künstlern „bestellt“, um sie dann dauerhaft entlang des Kanals auszustellen. Dies wäre sicherlich ein touristischer Anziehungspunkt. Oder es findet jährlich ein Wettbewerb statt, zu dem Künstler aufgefordert werden, ihre Arbeiten einzureichen und sie vor Ort als Leihgabe, z.B. für zwei bis drei Monate auszustellen, um dann möglicherweise prämiert zu werden. Die Aktion „Salzfisch“ im vergangenen Jahr war richtig, aber nur eine Momentaufnahme, die für eine bestimmte Zeit viel Öffentlichkeit hergestellt hat. Leider war das viel zu schnell vergänglich, zu flüchtig, als das daraus etwas dauerhaftes entstand. Es war für mich mehr ein kurzfristiges „Event“. Für einen kurzen Augenblick macht es Spaß, aber dann bleibt wenig übrig.

BB: Haben Sie weitere Ideen?

Eine weitere Idee für Berkenthin wäre, den Park am Kanal um einen Skulpturen- und Objektgarten zu erweitern. Das Angebot dort sollte auf jeden Fall breiter gestaltet werden, durch verschiedene Künstler aus den unterschiedlichsten Regionen, z.B. kann ein Künstleraustausch mit einer anderen Kanalregion stattfinden.

BB: Wie machen Sie als Künstler auf sich aufmerksam?

Meine Werbung ist die Teilnahme an regionalen und überregionalen Ausstellungen, unter anderem in der Vergangenheit im Burgkloster in Lübeck. Dadurch macht man seine Arbeit bekannt, stellt sie zur Diskussion und erhält durch Mundpropaganda neue Kunden und Auftraggeber. Auch habe ich hier in Göldenitz schon das ein oder andere Mal zu mir in mein Atelier eingeladen, um meine Werke zu zeigen. So bleibt man über einen längeren Zeitraum im Gedächtnis. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.

 
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