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Brigitte Wiech

Brigitte Wiech

Vorsitzende des
DRK Ortsvereins Berkenthin

 

 

 

Seit 20 Jahren ist Brigitte Wiech Vorsitzende des DRK Ortsvereins Berkenthin. Michael Grönheim und Traute Rosche (BB) führten ein Gespräch mit ihr über Anliegen und Aufgaben des DRK.

 

BB: Frau Wiech, seit wann besteht der Ortsverein?

Brigitte Wiech (BW): Der Ortsverein besteht seit dem 5. Oktober 1971. Es war eine Neugründung, aber es gab bereits früher einen Verein. Der löste sich jedoch auf, und wir haben darüber leider keine Unterlagen mehr.

BB: Wie kam es zu der Neugründung?

BW: Der DRK-Kreisverband wandte sich an den damaligen Bürgermeister Richard Meier mit der Anregung, einen neuen Ortsverein zu gründen. Dieser ergriff die Initiative und so entstand der jetzige Ortsverein mit Gustav Dohrendorf als 1. Vorsitzenden. Er wurde einige Jahre später von Margarete Gutthardt abgelöst und seit 20 Jahren habe ich das Amt inne.

Einige der damaligen Gründungsmitglieder sind bis heute dabei, z.B. Anni Pohl, Lotti Schreiter, Margarete Gutthardt und Gustav Dohrendorf .

BB: Wie viele Mitglieder hat der Ortsverein heute?

BW: Wir haben ca. 180 Mitglieder, ein großer Teil ist förderndes Mitglied, aber wir verfügen auch über einen großen Stamm sehr aktiver, einsatzfreudiger Mitarbeiter. Uns angeschlossen sind auch Mitglieder aus den umliegenden Dörfern, die teilweise über keinen eigenen Ortsverein verfügen.

BB: Wie steht es um die Altersstruktur Ihrer Mitglieder?

BW: Leider liegt der Altersdurchschnitt sehr hoch und es mangelt uns an jungen Mitgliedern. Es macht uns schon Sorgen, dass die Bereitschaft der jungen Menschen sehr gering ist, dem DRK beizutreten und gemeinnützige Aufgaben zu übernehmen. Dabei brauchen wir dringend Nachwuchs, denn die Aufgaben steigen mit der Anzahl alter und hilfsbedürftiger Menschen.

BB: Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

BW: Das Hauptanliegen unserer Tätigkeit ist die Seniorenbetreuung. Wir veranstalten einmal im Monat Seniorennachmittage mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Spiele, Geschichten, Gedichte und Gedächtnistraining. Es werden aber auch Ausflüge angeboten zu Theateraufführungen, Modenschauen oder, wie demnächst, eine Schifffahrt auf der Elbe.

BB: Welchen Zweck verfolgen Sie mit diesen Angeboten?

BW: Unser Wunsch ist es, die älteren Mitbürger mobil zu halten, ihnen Anregungen zu verschaffen und ihnen das Gefühl zu geben, dass man sich um sie kümmert. Viele leben alleine und wir wollen so einer Vereinsamung vorbeugen.

BB: Viele ältere Menschen sind nicht in der Lage, die Angebote wahrzunehmen. In welcher Form werden diese betreut?

BW: Wir führen viele Hausbesuche durch, um auch diesen Mitbürgern Anregung und Abwechslung zu bieten und damit auch die Familien etwas zu entlasten. Auch im DRK- Seniorenhaus Berkenthin sind wir in die Betreuung der Heimbewohner eingebunden.

BB: Besteht zu dem DRK-Seniorenhaus eine enge Verbindung?

BW: Organisatorisch sind wir voneinander völlig unabhängig, doch unterstützen wir das Haus bei der Durchführung von Veranstaltungen. Im Gegenzug dürfen wir Räume für unsere Info-Abende und Versammlungen nutzen.

BB: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit im Seniorenhaus?

BW: Wir helfen jeden Montag beim Spielenachmittag. Sehr beliebt ist auch der Donnerstagvormittag, da schallen fröhliche Lieder durchs Seniorenhaus. Angeleitet von Frau Rosemarie Roth aus Kastorf und weiteren Mitgliedern unseres Vereins singen die Bewohner aus dem Gedächtnis Lieder ihrer Jugend.

BB: Viele Ihrer Aufgaben sind mit psychischen Belastungen verbunden. Wie werden Ihre Mitarbeiter darauf vorbereitet?

BW: Es gibt besondere Schulungen, wir treffen uns aber auch mehrmals im Jahr in Arbeitskreisen, in denen in zwangloser Form viele Probleme angesprochen werden können.

BB: Sind Mitarbeiter des DRK-Ortsvereins auch außerhalb Berkenthins tätig?

BW: Ja, wir helfen immer bei den Kreisjugendfreizeiten und im letzten Jahr haben wir mit sechs Frauen an drei Tagen bei den Vorbereitungen und der Ausgabe der Verpflegung für die Kinder geholfen. Für den Abwasch waren wir auch zuständig, eine Arbeit, die mit viel Fröhlichkeit erledigt wurde. Außerdem gibt es eine im Kreis Herzogtum Lauenburg bestehende Arbeitsgruppe für die Krebsnachsorge, in der ich stark engagiert bin. Auch dieses ist ein stetig wachsender Bereich, vor allem, weil Erkrankte zunehmend den Mut finden, Hilfe zu suchen. Sie werden von uns zu Nachbehandlungen begleitet, erhalten Unterstützung beim Umgang mit Behörden und erfahren Ermunterung und Zuwendung in schwerer Zeit. Oft bedeutet es auch, einen Menschen bis zu seinem Tod zu begleiten.

BB: Diese Aufgabe erfordert sicher eine besondere Qualifikation.

BW: Ich habe eine gesonderte umfassende Ausbildung erfahren und nehme bis heute jährlich an etwa 10 – 12 Fortbildungen teil. Zudem haben wir im Arbeitskreis ständigen Erfahrungsaustausch, was sehr hilfreich ist.

BB: Über die bisher genannten Aufgaben hinaus profitiert ja die Gemeinde Berkenthin in vielfältiger Weise von den Aktivitäten des DRK-Ortsvereins.

BW: Ich sagte bereits, dass unser Ortsverein über eine große Zahl sehr motivierter und engagierter Mitglieder verfügt und entsprechend vielfältig sind unsere Angebote. Wir beteiligen uns an der Ausgestaltung vieler gemeindlicher Feste, der Senioren-Weihnachtsfeier, dem Kanalfest und dem Kinderfest. Zudem wird Wassergymnastik und Bodengymnastik angeboten. Viermal im Jahr führen wir die Blutspendeaktionen durch. Aber auch hier müssen wir feststellen, dass es an jungen Spendern mangelt. Diejenigen, die kommen, wurden in der Regel von ihren Eltern herangeführt. Wir sehen, wie wichtig das Vorbild ist.

BB: Bei vielen Gelegenheiten erfreut uns auch der Tanzkreis des DRK.

BW: Der Tanzkreis besteht schon sehr lange und wird seit vielen Jahren von Heidrun Baumann-Gutthardt geleitet. Er gibt unseren Mitgliedern die Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen, auch noch in etwas fortgeschrittenem Alter. Die Auftritte bei der Senioren-Weihnachtsfeier und bei der Errichtung des Maibaums werden mit Freude wahrgenommen.

BB: Wie wir aus der Presse erfuhren, erfüllen Mitglieder des DRK-Ortsvereins im Moment einen besonderen Dienst der Nachbarschaftshilfe für junge Familien.

BW: Im vergangenen Jahr wurden einer Familie in Berkenthin Drillinge geboren und es haben sich spontan fünf Damen des DRK bereit erklärt, Hilfe bei der täglichen Versorgung zu leisten. Ich denke, es ist für die Eltern eine große Erleichterung, nicht jeden Handgriff selber leisten zu müssen.

BB: Welche Aufgaben sehen Sie in der Zukunft verstärkt auf sich zukommen?

BW: Mit der Steigerung der Lebenserwartung werden auch die Anforderungen an die Seniorenbetreuung steigen, auch, da mit verstärkter Berufstätigkeit der Frauen weniger Zeit für Pflegeaufgaben in der Familie bleibt.

Es gab auch schon Anregungen für die Einrichtung einer Tafel, wir sehen augenblicklich aber noch keine Möglichkeiten für eine Umsetzung.

BB: In welcher Form könnte die Gemeinde Berkenthin Ihre Arbeit unterstützen?

BW: Früher konnten wir für unsere Versammlungen den Sitzungssaal im Amtsgebäude nutzen. Das ist seit einigen Jahren nicht mehr möglich, deshalb treffen wir uns im Sportzentrum. Es wäre aber schön, wenn uns die Gemeinde wieder einen Raum zur Verfügung stellen könnte, in dem wir auch Schränke haben, um unser Material unterzubringen. Vielleicht ergibt sich ja in absehbarer Zeit die Möglichkeit dazu.

BB: Und ein Wunsch an die Mitbürger?

BW: Wir wünschen uns eine wachsende Bereitschaft, sich ehrenamtlich sozial zu engagieren und auch einmal über den eigenen Vorteil hinaus zu denken. Dann können wir sicher auch wieder mehr junge Mitglieder gewinnen.


 

 
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