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A. Papalia und T. Peterson


Andre Papalia,
Wehrführer der 
FFW Berkenthin 

und Thomas Peterson, Jugendwart der Jugendfeuerwehr 

 

 

 v.l.n.r.: Michael Grönheim, Andre Papalia,
Thomas Peterson und Werner Rosche


Bei ihrem Treffen im Mai sammelten die Mitglieder des SPD Ortsvereins Berkenthin spontan 200 Euro für das bevorstehende Jubiläum 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Berkenthin. Die Spende wurde an André Papalia und Thomas Peterson durch Michael Grönheim und Werner Rosche übergeben

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Berkenthin – ein Ereignis, dass seit gut zwei Jahren durch den Vorstand vorbereitet wurde und im Juni 2009 groß gefeiert wird. Michael Grönheim (BB), selbst Fördermitglied, nahm dieses Ereignis zum Anlass und stellte Fragen an den Wehrführer, André Papalia sowie an Thomas Peterson, den Jugendwart der Jugendfeuerwehr.
 

BB: André – die Berkenthiner Wehr feiert in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen. Habt ihr augen-blicklich mit Personalmangel zu kämpfen?

André Papalia (AP): Nein – wir sind eine sehr rege Wehr mit derzeit 50 aktiven Feuerwehrmännern und –frauen. Auch brauchen wir uns um den Nachwuchs aktuell wohl keine allzu großen Sorgen machen!

Thomas Peterson (TP): Ja – seit zwei Jahren hat die Freiwillige Feuerwehr Berkenthin eine eigene Jugendfeuerwehr. Dort sind zurzeit 32 Jungen und Mädchen aktiv. Die Zahl ist kontinuierlich gewachsen und es macht richtig Spaß mit den „Kiddies“ jede Woche zu üben. Die Kinder sind sehr wissbegierig und lernen schnell.

BB: Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr – wie habe ich mir das vorzustellen?

AP: Zunächst ist der aktive Dienst eine freiwillige Angelegenheit, allerdings geht man eine Verpflichtung ein. Wir brauchen den zuverlässigen Kameraden, der seinen Dienst ernst nimmt. Er muss sich auf die anderen im Einsatz verlassen, so wie sich die anderen auf ihn verlassen müssen. Deshalb ist Üben das A und O. Die Übungsabende an den Geräten und auch in der Theorie sind deshalb „Pflicht“. Um andere im Ernstfall retten zu können, muss ich wissen, wie ich retten muss. Im Wechsel üben wir deshalb einmal im Monat die Handhabung und den Umgang mit den Geräten wie Spreiz- und Schneidscheren, an den Atemschutzgeräten, an der Motorsäge. Der zweite Termin im Monat ist im Winter der Theorie vorbehalten.

TP: Jeder Kamerad kann sich zu gesonderten Lehrgängen melden. Zuerst kommt der Funklehrgang, danach der Atemschutz. Nicht jeder ist jedoch von seiner Konstitution dafür geeignet. Eine komplette Atemschutzausrüstung kann im Einsatz bis zu 30 kg Mehrgewicht bringen. Grundsätzlich werden bei uns Frauen gleichbehandelt; sie stoßen dann aber an ihre körperlichen Grenzen. Unsere Frauen machen deshalb gerne ihre Zusatzausbildung für den Sanitätsbereich. Im Einsatz sind sie dann in der Regel für die Betreuung der beteiligten Personen zuständig.

BB: Wie lange dauert der aktive Dienst?

AP: Mitmachen kann jeder ab 16 Jahren, wenn er keinen körperlichen Beschränkungen unterliegt. Mit 60 Jahren scheidet er dann aus dem aktiven Dienst aus. Die Kameraden stehen dann noch weiterhin als Ehrenmitglieder zur Verfügung. Unsere Ehrenabteilung umfasst derzeit 24 Mitglieder zwischen 60 und 84 Jahren. Nicht zu vergessen sind unsere 20 Kameraden des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehren Berkenthin / Krummesse.

TP: Wichtig sind für uns auch die Fördermitglieder. Sie sind nicht aktiv, unterstützen aber unsere Arbeit hier vor Ort. Derzeit haben wir 149 Fördermitglieder, wir würden uns aber über mehr Unterstützer aus dem Ort sehr freuen. Und nicht zu vergessen sind natürlich unsere 32 Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Alter zwischen 10 und 16 Jahren. In diesem Jahr haben wir bereits zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr übernommen.

BB: Mich hat auf der Jahreshauptversammlung die Aufzählung eurer Aktivitäten bei der Jugend-feuerwehr beeindruckt!

TP: Ja – im vergangenen Jahr haben wir für die Jugendfeuerwehr an 95 Tagen Dienst geleistet. Neben den wöchentlichen Übungsnachmittagen ab 17.30 Uhr am Montag waren wir auf verschiedenen Leistungswettbewerben und Leistungswettkämpfen der Jugendfeuerwehren. Auch haben wir für die Kinder zwei Zeltlager organisiert und unternahmen mit ihnen kleine Ausflüge, z.B. nach Hamburg oder zum Schwimmen.

BB: Ein weiterer Schwerpunkt ist das neue Amtsfeuerwehrkonzept. Was ist darunter zu verstehen?

AP: Grundsätzlich ist die Freiwillige Feuerwehr eine Aufgabe der Gemeinde. In Zeiten der knappen Kassen haben wir uns auf der Amtsebene Berkenthin zusammengeschlossen, um hauptsächlich die gemeinsame Fahrzeugbeschaffung zu koordinieren. Hier haben wir auf Landesebene eine Vorreiterrolle übernommen. Das Konzept sieht auch die so genannte Pärchenbildung vor. Dabei bilden räumlich nahe liegende Wehren jeweils ein Paar und unterstützen sich gegenseitig. Auch werden diesen Paaren Schwerpunkte zugewiesen, wie z.B. Löschen, Licht, Atemschutz, Gefahrengutbergung. Das klappt bei uns prima und wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir dieses Konzept als erste hinbekommen haben.

BB: Welche Vorschläge oder Wünsche hat die Feuerwehr an die Gemeinde für die Zukunft?

AP: Mit unseren 50 aktiven Kameraden stoßen wir an die räumlichen Grenzen in unserem Feuerwehrgerätehaus. Es gibt leider keinen eigenständigen Umkleideraum. Gefordert sind auch Duschen und Sanitäranlagen. Wir erhalten — aufgrund auch unseres Amtsfeuerwehrkonzepts — spätestens im Jahr 2012 als Ersatz für unser LF8 und unseren RW1 ein HLF 16/20, das größer und schwerer ist als das alte Fahrzeug.

TP: Damit kann auch der Mindestabstand, der von der Landesfeuerwehrkasse gefordert wird, nicht eingehalten werden. Wir müssen dann das Fahrzeug aus der Halle fahren und draußen erst einsteigen. Hinzu kommt der Unfallschwerpunkt direkt in der Ausfahrt hier am Amt.

AP: Unsere Überlegungen zu einem neuen Feuerwehrgerätehaus stehen. Wir müssen uns mit der Gemeinde zusammensetzen und die Machbarkeit ausloten. Dieses Konzept werden wir dann der Gemeindevertretung vorstellen. Für die weitere Verwendung unserer jetzigen Räume haben wir uns auch bereits Pläne überlegt.

BB: Ich bedanke mich für das interessante Gespräch und wünsche Euch jederzeit eine gute Rückkehr von Euren Einsätzen.

 


 

 
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