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Werner Steinke

                                                                                                       

Werner Steinke

Friseurmeister in Berkenthin
 

 

Werner Steinke ist ein Handwerksmeister aus Leidenschaft. Seit 1967 betreibt er seinen Friseursalon in Berkenthin. Werner Rosche und Michael Grönheim wollten von ihm wissen, was sich in den vergangenen vier Jahrzehnten „im Dorf“ so getan hat, was sich verändert hat und was vielleicht gleich geblieben ist.

Berkenthiner Bote BB: Herr Steinke, seit über 40 Jahren sind Sie nun selbständiger Friseurmeister hier bei uns in Berkenthin. War es damals leichter, sich selbständig zu machen?

Werner Steinke WS: Die Selbständigkeit war wohl so vorgegeben. Ich bin – wie viele aus meiner Generation – mit 14 Jahren in die Lehre gegangen und war mit 17 Jahren Geselle. Geboren bin ich 1939 in Sierksrade. Ich fing 1954 beim damaligen Friseurmeister Rudolf Frank hier in Berkenthin an. Anfangs hatte dieser noch seinen Friseursalon in der Straße Im Winkel gegenüber der jetzigen Schule. Aber bereits Ende des 1. Lehrjahrs zog Meister Frank an den Kanal um in einen Laden, der zum Gasthof Meier gehörte, wo sich die alte Ferienwohnung befindet.

Als Geselle bin ich dann zuerst zwei Jahre nach Lübeck gegangen und kam danach wieder nach Berkenthin zurück. Ich arbeitete sieben Jahre bei Heinz Burmeister, der seinen Salon in der Kirchenstraße hatte. Danach wechselte ich noch einmal für gut zwei Jahre nach Lübeck in die Mühlenstraße. Anfang 1967 besuchte ich dann eine private Meisterschule in Hamfelde zur Vorbereitung auf die Prüfung, die ich im April des Jahres bestand.

Am 23. August 1967 habe ich meinen eigenen Friseursalon hier in Berkenthin eröffnet. Es war der alte Salon meines Lehrmeisters Frank in Meiers Gasthof. Bereits ein Jahr später ergab es sich, dass der jetzige Laden in der Oldesloer Straße frei wurde, den ich damals von Maurermeister Schwarz anmieten konnte. Vorher war hier das Textilwarengeschäft von Albert Hinze. Nach dem Tod von Heinrich Schwarz kaufte ich dann 1978 das Haus.

BB: Wie viele Angestellte beschäftigen Sie?

WS: Wir sind ein Damen- und Herrensalon. Ich schneide den Herren die Haare. Bei den Damen beschäftige ich drei Angestellte, zwei als Teilzeit- und eine als Vollzeitkraft. Die Damen schneiden auch die Haare der Kinder. Viele unserer Kunden kommen aus Berkenthin und Umgebung. Einige alte Stammkunden kommen aber auch aus Lübeck zu uns. Die Zahl der Kunden hat sich erhöht, da sich die Einwohnerzahl Berkenthins in den vergangenen 40 Jahren mehr als verdoppelt hat. Als ich 1967 anfing, hatte der Ort ca. 1.000 Einwohner, heute sind es rd. 2.100 Einwohner. Dementsprechend nahm der Straßenverkehr vor meiner Haustür deutlich zu. Die Entwicklung wurde durch die Grenzöffnung verstärkt. Früher war einfach weniger Verkehr!

BB: Alte Handwerksbetriebe und Geschäfte in Berkenthin. An welche erinnern Sie sich noch?

WS: Ich erinnere mich noch gut an drei Schuhmacher hier in Berkenthin. Da gab es Kahns in der Meisterstraße und in dem jetzigen Haus von Adamsky Ecke Lübecker / Ratzeburger Str. hatte Prüßmann sein Geschäft. Der letzte Schuhmacher – Höppner – hat vor gut 15 Jahren seinen Laden geschlossen. Dann gab es mit Wiech, Peters und Herdting drei Bäcker, wobei die Bäckerei Herdting durch Bäcker Berg mit seiner Berkenthiner Backstube fortgeführt wird. In der Berliner Straße hatte Henry Ehlers seinen Betrieb. Er war Sattler und Tapezierer. Dann hatte Berkenthin noch drei Lebensmittelhändler. Thorn unten am Schart gegenüber vom Gasthof Meier, Schulz und später Schröder in der Ratzeburger Str. neben Gustav Dohrendorf sowie die Fa. Köhler neben dem Landhaus, dort wo jetzt das Fitness-Studio ist.

BB: Denken Sie bereits daran, Ihr Geschäft zu übergeben?

WS: Der Gedanke ist natürlich vorhanden, zumal ich im kommenden Jahr meinen 70. Geburtstag feiern kann. Noch fühle ich mich körperlich fit. Das kann aber auch plötzlich anders kommen. Denn die Arbeitsbelastungen, vor allem durch das Stehen, sind doch hoch. Es gibt schon Überlegungen von mir, den Betrieb zu übergeben, doch ist das noch nicht konkret. Mein Sohn hat einen anderen Beruf erlernt, entsprechend werde ich den Salon „extern“ übergeben müssen. Es wird sich bestimmt eine Regelung finden.

BB: Herr Steinke, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch!

 

 


 

 
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