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Hans-J. Speth

Hans-Joachim Speth

Bürgermeister von Berkenthin

 

Michael Grönheim und Werner Rosche (im folgenden BB) führten

ein Gespräch mit Bürgermeister Hans-Joachim Speth (im folgenden HS).

BB: Hans-Joachim: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister eigentlich?

HS: Der Bürgermeister ist der Vorsitzende der Gemeindevertretung. Er soll die Gemeinde nach außen vertreten und die Beschlüsse der Gemeindevertretung umsetzen.

BB: Wenn Du jetzt einmal zurück blickst, welche großen Projekte hat die Gemeinde Berkenthin in den letzten fünf Jahren auf den Weg gebracht?

HS: In erster Linie die Rad- und Wanderwege, nicht nur den Radweg von Berkenthin nach Klempau, sondern auch den Weg nach Kastorf und zusätzlich die Planung für den Weg nach Ratzeburg. Für diese Wege mussten und müssen Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden, die die Gemeinde in den letzten Jahren erworben hat. Ein weiteres Projekt war das Klärwerk. Es wurde 2004 fertig gestellt. Dieses Klärwerk hat das Amt Berkenthin übernommen, es wird heute von der Abwasser GmbH Berkenthin (ABeG) betrieben, deren Vorsitzender ich bin. Ein Wartungsvertrag wurde mit der Schleswag abgeschlossen. In Störfällen greift also die Schleswag ein. Früher musste ich als Bürgermeister eingreifen.

Auch der Teich in Kählstorf gehört in den Bereich der Abwasser GmbH. Er soll als ein Sammelbecken für Regen- und Oberflächenwasser dienen. Dieses läuft häufig über, weil auch das Regenwasser von der Straße, die nach Disnack führt, in den Teich fließt. Zur Entlastung wird jetzt ein größeres Rohr verlegt, das das Wasser in den tiefer liegenden Kanalnebengraben leitet.

BB: Werden auch die Wassergräben in der Gemeinde von der Abwasser GmbH betreut?

HS: Nein, diese Gräben liegen in der Betreuung des Gewässerunterhaltungsverbandes. Für die Einleitung muss die Gemeinde zahlen. Diese Summe wird je nach Grundstücksgröße auf die Eigentümer der Grundstücke umgelegt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Vermarktung der Bauplätze für Eigenheime im Gebiet des B-Plans 14 (Neubaugebiet in Richtung Bad Oldesloe). Bis auf ein Grundstück sind alle verkauft.

Für das angrenzende Gewerbegebiet überlegen wir, für die Vermarktung der restlichen Grundstücke einen Makler einzuschalten. Die Gemeindevertretung müsste diesem Vertrag zustimmen.

BB: Welche Unternehmen haben sich im Gewerbegebiet angesiedelt.

HS: Einmal ist es der Altmetallhandel Schröder, die Firma Stegemann, die Tischlerei Sager und die Physiotherapie Torbek.

Während der vergangenen fünf Jahre haben wir uns noch mit drei weiteren B-Plänen beschäftigt, den B-Plan 15 für das Gebiet östlich des Kanals, der Schart gehört auch dazu. Hier geht es um die Wahrung des Ortsbildes. Der B-Plan 12 umfasst das kleine Neubaugebiet an der Rondeshagener Strasse, der B-Plan 17 das angrenzende Gebiet der alten Gärtnerei.

BB: Auf welche Ereignisse kann die Gemeinde zurückblicken?

Im Jahr 2004 hat die Gemeinde den Titel "Umweltfreundliche Gemeinde" errungen. Es gab in diesem Wettbewerb vier Sieger. Die Verleihung fand damals im Sportzentrum Berkenthin statt, an der auch der damalige Landes-Umweltminister Klaus Müller teilnahm (BB berichtet in der Ausgabe 8 vom Dezember 2004 darüber; Anm. der Red.).

Die Berkenthiner Schule stand immer im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir haben uns in der Vergangenheit für die Errichtung einer Gesamtschule, dann für die Errichtung der Realschule und jetzt zuletzt für die Gemeinschaftsschule eingesetzt. Die Gemeinschaftsschule ist eine große Chance und Aufgabe, die wir jetzt im neuen Schulverband Stecknitz zusammen mit der Krummesser Schule bewältigen wollen. Die Grundschule wird an beiden Standorten ihren Wirkungsbereich haben. Langfristig, so meine ich, sollte statt der offenen Ganztagsschule eine verpflichtende Ganztagsschule eingeführt werden. Der Unterricht soll nach meinen Vorstellungen dann auch am Nachmittag stattfinden und die Schülerinnen und Schüler bei den Hausaufgaben unterstützt werden. Dadurch werden die Eltern auch entlastet.

Für den Schulungsraum der Feuerwehr Berkenthin wurde gemeinsam mit dem Amt eine Lösung gefunden, indem der ehemalige Sitzungssaal des Amtes als neuer Schulungsraum hergerichtet werden konnte.

Für den Einsatz der Feuerwehr Berkenthin ersteigerten wir einen Kleinbus der Berufsfeuerwehr Lübeck. Dieser Bus ist von Mitgliedern der Feuerwehr Berkenthin und auch von einigen Mitgliedern der Wehren des Amtes in ihrer Feizeit zum neuen Einsatzleitfahrzeug des Amtes umgebaut worden.

BB: Was plant die Gemeinde für die Zukunft?

HS: Für einen evtl. neu zu errichtenden Bauhof ist ein Grundstück im Gewerbegebiet reserviert worden. Für die Straßenbeleuchtung sind vom Bauausschuss Lampen (Lampenköpfe und Leuchtmittel) ausgewählt worden, die besondersEnergie sparen und eine sehr lange Lebensdauer haben.

Wir möchten auch eine Fotovoltaikanlage im Gewerbegebiet errichten lassen, dort, wo der Bauhof geplant ist. Auf dem Dach des Sportzentrums wird eine Solaranlage errichtet. Das Sportzentrum selbst soll erweitert werden. Ein Stauraum für die Geräte und ein Tagungsraum sind in Planung. Erneuert wurde bereits der Kunstrasen auf dem Sportfeld. Er soll jetzt die nächsten 15 Jahre halten.

Über die Gestaltung der neuen Kanalbrücke, die demnächst gebaut wird, ist die Gemeindevertretung informiert worden. Die Gemeinde ist nur für die Ausstattung und den Betrieb der Brückenbeleuchtung zuständig.

BB: Da wir jetzt über die neue Brücke sprechen, gleich die nächste Frage. Wofür sind die großen Hügel an der Brücke erforderlich?

HS: Die Hügel bilden nicht die Rampe für die Brücke, sondern sie sollen nur den Untergrund verfestigen. Sie werden im Zuge der Baumaßnahmen wieder abgetragen.

BB: Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Krummesse im Tourismus-Ausschuss Region Stecknitz?

HS: Dieser Ausschuss wurde gegründet, um den Tourismus in der Region zu fördern. Es finden regelmäßig Treffen statt. Wir haben Herrn Frischmann aus Sierksrade eingestellt, der die Öffentlichkeitsarbeit in der Region Krummesse-Berkenthin in Bezug auf touristische Angebote verbessern soll. Die umgebenden Dörfer sind eingeladen mitzuarbeiten. Wir versuchen auch, die Verbindung mit ELER (Europäischer Landwirtschaft-Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) aufzubauen, um für Projekte Zuschüsse zu erhalten.

Es gibt viele Ideen und auch Pläne, wie Vorträge, Lesungen, Musik und Ausstellungen anzubieten. Der Kulturausschuss der Gemeinde Berkenthin hat sich schon intensiver damit auseinandergesetzt.

Wenn diese Ideen umgesetzt werden, können im touristischen Bereich Arbeitsplätze geschaffen werden.

BB: Welche Ziele setzt Du Dir als Bürgermeister für die nächsten 5 Jahre, die in Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung verwirklicht werden sollen?

HS: Wir müssen als ländlicher Zentralort weiter Baugebiete ausweisen. Die innerörtliche Bebauung von freien Flächen muss — soweit möglich — vorgenommen werden. Die Gemeindevertretung hat auf der letzten Sitzung beschlossen, dass auf dem Gelände des alten Sportplatzes ein Supermarkt und vier Bauplätze entstehen sollen. Wir haben auch beschlossen, dass die Wohnbebauung dort vor dem Lärm geschützt werden muss.

Die Infrastruktur muss entsprechend verbessert werden, evtl. schaffen wir es, kleine Geschäfte anzusiedeln, um dem Bürger z.B. Wege nach Ratzeburg oder nach Lübeck zu ersparen.

Ein weiteres Ziel ist, jemand zu finden, der ein kleines Hotel aufbaut. Der Tourismus muss so ausgebaut werden, dass mehr Arbeitsplätze in Berkenthin entstehen. Wir müssen uns in diesem Zusammenhang auch Angebote anderer Regionen ansehen, die wir dann übernehmen können.

Die Schule und der Kindergarten sind für uns immer von großer Bedeutung gewesen und sind es natürlich auch besonders jetzt, wenn die Gemeinschaftsschule eingeführt und der Kindergarten ausgebaut wird.

BB: Ein weiteres Stichwort: „Seniorenhaus“

HS: Das DRK möchte einen Erweiterungsbau vornehmen. Zusätzlich soll der Altbau modernisiert werden. Vielleicht kann der Fonds ELER, den wir oben schon angesprochen haben, hier auch Unterstützung gewähren. Übrigens, evtl. kann auch der öffentliche Nahverkehr mit Hilfe von ELER unterstützt werden.

BB: Zum Schluss, wie hoch ist Deine Arbeitsbelastung als Bürgermeisters?

HS: Es hängt davon ab, wie weit ich mich einbringe. Es kommen immer neue Aufgaben auf die Gemeinden zu. Für mich ist es jetzt als Pensionär einfacher, Termine wahrzunehmen. Besprechungen finden in der Regel tagsüber statt.

Bei Baumaßnahmen finden regelmäßig Baubesprechungen statt. Unternehmen stellen uns Produkte vor, z.B. Straßenlampen oder auch die anzuschaffenden Gemeindefahrzeuge.

Ich nehme die Gratulation bei Jubilaren wahr, die ich bei Geburtstagen ab 80 Jahren besuche und auch bei Goldenen Hochzeiten, natürlich nur, wenn es gewünscht wird.

Ich bin Vorsitzender und auch Mitglied in mehreren Ausschüssen und habe jetzt mehr zu tun als noch vor Jahren, da neue Aufgaben und neue Ausschüsse dazugekommen sind. Wichtig ist für uns auch die Amtsverwaltung, mit der wir  gut zusammenarbeiten und ohne die nichts läuft. Die gute Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen bilden mit den Beschlüssen die Grundlage der Entwicklung Berkenthins. Der Bauhof mit seinen Mitarbeitern leistet einen großen Beitrag zur Erhaltung und Gestaltung des Ortes.

BB: Hans-Joachim, wir danken Dir für das informative Gespräch und wünschen Dir und uns ein gutes Ergebnis bei der Kommunalwahl!



 


 

 
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