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Helga+Walter Koop

 

Helga (HK) und Walter (WK) Koop beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Geschichte Berkenthins und der des Herzogtums Lauenburg.

Schwerpunkte sind neben Berkenthin die Stecknitzfahrt, der Elbe-Lübeck-Kanal, die Kirche und die Freiwillige Feuerwehr. Das Ehepaar Koop (HWK) - das zuletzt anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Berkenthin für die Wehr eine 74-seitige Festschrift kostenlos herstellte - gab Michael Grönheim und Werner Rosche (BB) die Gelegenheit zu einem interessanten Gespräch.



Helga und Walter Koop vor ihrem Archiv über Berkenthin und die Stecknitz-Region
 

BB: Helga und Walter, wie hat sich bei Euch das Interesse an Geschichte entwickelt?

WK: Eigentlich hat meine aus Kastorf stammende Frau das mitgebracht.

HK: Ich hatte einen Lehrer, der bei mir sehr viel Interesse an Geschichte und Archäologie geweckt hat.

BB: Daraus hat sich vieles entwickelt, z.B. habt Ihr beide, wenn wir jetzt zurückgehen, 1980 mit dem Kultur-ausschuss die 750-Jahr-Feier ausgerichtet und das Fest mit einer großen Bilder- und Kartenausstellung maßgeblich unterstützt. Walter, Du bist lange Zeit, von 1978 - 1990, als bürgerliches Mitglied stellvertretender Vorsitzender im Kulturausschuss gewesen. Welche Aktivitäten habt Ihr beiden damals geplant?

HWK: Wir haben niederdeutsche Vorträge mit hervorragenden Inter-preten und Rezitatoren wie Kurt Stebner, Hans Jürß mit Prof. Albert Aigner, Heiner Kracht, Prof. Ivo Braak und Prof. Reimer Bull für die Gemeinde geplant und organisiert. Unserem Hobby, der Geschichtsforschung für Berkenthin, sind wir bis heute treu geblieben. Wir können uns immer noch mit der Aufarbeitung der früher aus dem Landesarchiv Schleswig, dem Kreisarchiv und dem Archiv der Hansestadt Lübeck zusammengetragenen Materialien beschäftigen. Das Wappen und die Flagge für Berkenthin sowie das Wappen für Behlendorf wurden von uns entworfen und in das Genehmigungsverfahren gebracht. Hier war es wichtig, die historische Begründung mit der Heraldik, der Wappenkunde, in Einklang zu bringen. Aufgrund sorgfältiger Auswertung der originalen Vorlagen aus dem Bundesarchiv und dem Archiv der Hansestadt Lübeck konnten beide Wappen und Flaggen in kurzer Zeit durch den Innenminister genehmigt werden.

BB: Walter, Du bist auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

WK: Ich bin 1976 in die Freiwillige Feuerwehr Berkenthin eingetreten, von 1995 bis 1999 war ich Musikzugführer und bin auch heute noch aktiver Musiker.

BB: Ihr beide habt sehr oft Vorträge vorbereitet und gehalten.

HWK: Ein großer Erfolg wurden die Lichtbildervorträge „Ein Dorf verändert sich“. Über 700 Besucher kamen zu sechs Veranstaltungen. Weitere Vorträge erstreckten sich u.a. auf die Themen: 500 Jahre Stecknitzfahrt, 100 Jahre Elbe-Lübeck-Kanal, Brauen und Krügen, Handwerker und Höker, Entwicklung der Landmaschinen und 775 Jahre Berkenthin. Es wurden mehr als 40 Vorträge in Berkenthin und weiteren Orten wie Stockelsdorf, Ahrensburg, Breitenfelde und Wulfsdorf bei Ahrensburg gehalten. Auch Klassentreffen und goldene Konfirmationen begleiten wir mit thematisch abgestimmten Vorträgen und Bilderausstellungen.

WK: Hinzu kommen Führungen durch die Berkenthiner Kirche, zur Kanalschleuse mit Erklärungen zum Hotoppschen Patent, Führungen per Fahrrad oder Schiff durch die Region. In der Schule habe ich Grundlagen der Regionalgeschichte vermittelt. Seit Jahren bin ich am Tag des offenen Denkmals in der Kirche, nach Möglichkeit besteige ich mit den Besuchern den Kirchturm bis zur Glockenstube, und ich führe die Teilnehmer im Anschluss zu den Gedenkstätten und zum Stecknitzfahrerbegräbnisplatz.

BB: Den Versuch des Kreises Herzogtum Lauenburg, die Baulast, d.h. die Unterhaltungskosten der Kirchsteigbrücke auf die Gemeinde zu übertragen, habt Ihr abgewendet?

HWK: Wir haben die Baulastübertragung bzw. den vom Kreis beschlossenen Abriss der Brücke sicher nicht allein verhindert. Schon 1989 konnten wir dem ersten Versuch des Kreises erfolgreich entgegentreten. 1995/1996 versuchte der Kreis mit ganz massiven Maßnahmen, die Baulast der Fußgängerbrücke auf die Gemeinde abzuwälzen oder die Brücke komplett abzutragen. Aufgrund unserer Kennt-nisse über die Verträge zwischen der Freien und Hansestadt Lübeck und dem preußischen Landkreis Herzogtum Lauenburg konnten wir zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister Richard Meyne-Schmidt für die Gemeinde ein erfolgreiches Konzept, zu dem auch die Idee des ersten Brückenfestes gehörte, gegen das Vorhaben des Kreises entwickeln. Eine entscheidende Veranstaltung war zweifellos die Bürgerversammlung, auf der wir den Vertretern des Kreises die Rechtsauffassung der Gemeinde mit aller Entschlossenheit dargelegt haben. Im Endergebnis verzichtete der Kreis auf eine Klage gegen die Gemeinde Berken-thin. Gemeinde und Kreis einigten sich und bilden nun durch jährliche Beiträge eine Rücklage zur Erhaltung der Brücke.

BB: Wie war es damals mit dem Buch der Ämter und der Radwanderkarte für das Amt Berkenthin?

HWK: Wenn Ihr uns so fragt, dann müssen wir einen höchst arbeitsreichen Zeitraum von Ende 1999 bis 2004 betrachten. Besonders ereignisreich war das Jahr 2000. Bis Ende März hatten wir die Aufgabe übernommen, die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Schützen-gilde komplett in unserer kleinen Druckerei fertig zu stellen. Danach haben wir uns auf das Erscheinen des Buches der Ämter konzentriert, für das wir den Text- und Bildteil für alle Gemeinden des Amtes Berkenthin geliefert haben. Nebenbei haben wir im Jubiläumsjahr des Elbe-Lübeck-Kanals noch fünf individuelle Vorträge in verschiedenen Orten gehalten.

WK: Im Rahmen der ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalyse bildete sich im Jahr 2001 eine Ziel-gruppe „Touristik“. Ich entschied mich für die Mitarbeit bei der Ent-wicklung einer Radwanderkarte, die hauptsächlich Tagesbesucher oder Kurzzeiturlauber ansprechen sollte. Für die Ausarbeitung der einzelnen, auch für Kinder geeigneten Touren, habe ich mehr als 1.000 km auf dem Fahrrad zurückgelegt. Aus dem grafischen Gewerbe kommend habe ich für die LSE-Gruppe Amt Berkenthin möglichst günstige Konditionen mit Kartografen und Druckerei ausgehandelt. Nach gut zwei Jahren Vorbereitung erschien die 1. Auflage im Mai 2004. In der heutigen 3. Ausgabe sind auch die neuen Radwege nach Klempau, Kastorf und Kulpin enthalten.

BB: Welche Wünsche habt Ihr für die Zukunft?

HWK: Wir hoffen, dass wir noch möglichst lange unserem Hobby nachgehen und unser Archiv weiter aufarbeiten und erweitern können. Weitere Herausforderungen und Themen gibt es genug, zum Beispiel, Vorträge: Berkenthin und seine Brücken. Was sagen uns die Flurkarten des 18. Jahrhunderts? Wo war der erste Siedlungsplatz unseres Ortes? Aus welcher Siedlungskammer kam der Ortsgründer Parchota?

BB: Helga und Walter Koop, wir danken Euch für dieses interessante Gespräch.

 

 


 

 
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