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Gerd Bockholdt

 

Gerd Bockholdt, Berkenthin,

Sport- und Freizeittherapeut

im Don-Bosco-Haus in Mölln

 

Michael Grönheim und Werner Rosche (BB) sprachen mit Gerd Bockholdt (GB), Sport- und Freizeittherapeut im Don-Bosco-Haus, Mölln.

BB: Gerd, Du bist mitverantwortlich für die Veranstaltung „Wandern und Treideln“, die für den 29. September 2012 in Berkenthin angekündigt ist. Wer hilft Dir noch bei dieser Veranstaltung?

GB: Wir, das sind meine Kollegin Beatrice Ehnes und ich vom Don-Bosco-Haus in Mölln haben uns Anfang des Jahres mit Bürgermeister Hans-Joachim Speth und Gisela Bockholdt als Kulturausschuss-Vorsitzende getroffen, um diese Veranstaltung zu planen. An dem Tag kann jeder an zwei geführten Wanderungen teilnehmen, die in Berkenthin veranstaltet werden, es ist auch möglich, einen der permanenten Wanderwege abzulaufen. Es ist ein Fest unter dem Motto „Wandern und Treideln“ am Kanal geplant. Der Beginn ist 13.00 Uhr. Wir haben Kontakt mit dem Gasthof Meier aufgenommen, Familie Meier hat uns ihre Außenflächen und auch Gasträume zur Verfügung gestellt. Bis jetzt sind die Prahmkameradschaft, Missionshandarbeits-kreis, der Kulturausschuss und das DRK dabei. Gespräche mit der Jugendfeuerwehr und der Konfirmandengruppe stehen noch an.

BB: Das Don-Bosco-Haus in Mölln ist ein Haus für Mehrfachbehinderte. Wie kommt Ihr gerade auf das Wandern und auf die Veranstaltung in Berkenthin? Wie ist der Zusammenhang?

GB: Die Wandergruppe des Don-Bosco-Hauses ist der Betreiber der Permanenten Wanderwege in Krummesse und Berkenthin. Mit dem Wandern angefangen haben wir in 1992. Damals waren wir eine der ersten Gruppen mit behinderten Menschen, die an Wandertagen in Schleswig-Holstein teilgenommen haben. Wichtig war und ist uns, dass wir am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Zuerst war es schwierig, weil andere nicht wussten, wie sie mit uns umgehen sollten. Aber nach drei bis vier Jahren wurden die Mitwanderer sicherer, wir wurden von da ab immer mit Handschlag begrüßt. Die behinderten Menschen wiederum merken, dass sie so akzeptiert werden, die Behinderten sind „mittendrin“. Wichtig ist uns an der Stelle auch, dass am Ende einer Wanderung eine Anerkennung folgt, also eine Eintragung in ein Startheft vorgenommen wird und auch Urkunden verliehen werden. Folglich ist das Don-Bosco-Haus dann dem Deutschen Volkssportverband (DVV) beigetreten. Und so kommt es, dass wir nun den geführten Wandertag in Berkenthin organisieren.

BB: Was versteht man unter Permanente Wanderwege?

GB: Permanente Wanderwege sind unterschiedlich lang. Sie führen in der Region an markanten und attraktiven Punkten vorbei. Diese Strecken werden von uns beschildert und alle drei Monate werden sie auch von uns kontrolliert.

Wir haben in der Stecknitz-Region sechs Wege angelegt, die beim DVV gemeldet sind. Die Krummesser Wege sind blau und in Berkenthin rot gekennzeichnet. Unterwegs gibt es Kontrollbuchstaben, die in eine Startkarte einzutragen sind. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein von Leck bis Lübeck nach den Richtlinien des IVV 28 permanente Wanderwege eingerichtet, deutschlandweit sind es über 300.

BB: Wo erhalte ich diese Startkarten?

GB: In Berkenthin im Gasthof Meier oder in Krummesse im Klempaus Gasthof erhält der Wanderer für 1,50 € die Startkarte mit Wegbeschreibungen. Er entscheidet sich dann, welche Strecke er laufen möchte. Unterwegs trägt er die Kontrollbuchstaben in seine Karte ein und erhält am Ende im Gasthof einen Stempel in sein separates Wertungsheft. Durch den Verkauf der Startkarten sind die Wanderer auf den Wegen versichert und nehmen an der IVV-Kilometerwertung teil. Außerdem wissen wir dadurch, das in letzten zwei Jahren bereits über 1.000 Wanderer hier vor Ort die Wege abgelaufen sind.

BB: Gibt es auch Probleme bei der Streckenfindung?

GB: Ja, wir müssen z.B. mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, mit den Ordnungs-und Forstämtern Kontakt aufnehmen. Schwierigkeiten gab es z.B. bei der Ausschilderung in Kronsforde. Die Stadt Lübeck als Eigentümerin hat den Weg durch den für uns als Wanderer reizvollen Kannenbruch nicht offiziell freigegeben, er wurde also nicht genehmigt. Wir mussten für den Rundweg leider eine andere Strecke ausschildern.

BB: Noch einmal zurück zum Don-Bosco-Haus, in der Du und deine Kollegin beschäftigt seid.

GB: Das Don-Bosco-Haus ist eine heilpädagogische Vollzeit-,Therapie- und Fördereinrichtung für Menschen mit schwerst Mehrfachbehinderungen. Das Förderangebot insgesamt berücksichtigt die Möglichkeiten des Einzelnen und hilft ihm zur größtmöglichen Verselbständigung sowie bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit. Im Don-Bosco-Haus in Mölln leben derzeit 160 Bewohner. Die Jüngeren gehen in die Förderschule oder die Schule kommt zu uns, da Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr besteht. Den über 18-jährigen werden verschiedene therapeutische Maßnahmen angeboten.

BB: Welche Ziele verfolgt Ihr?

GB: 1992 haben wir unsere Wandergruppe gegründet. Seitdem nehmen wir regelmäßig mit fünf bis acht Personen an Volkssportveranstaltungen teil. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist das Ziel. Dadurch sollen Ängste abgebaut, Verhalten trainiert und Belastbarkeit eingeübt werden.

BB: Gerd, weiterhin viel Erfolg! Wir danken Dir für das Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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